Identitäten im Wandel 2017
Lima

Deniz Utlu © Goethe-Institut Perú / Andrés García

DIE ANGST VOR DEM FREMDEN. MIGRATION UND IDENTITÄT IN DER GLOBALISIERTEN WELT AM BEISPIEL VON FRANKREICH, DEUTSCHLAND UND PERU

Das Projekt nahm im Mai 2017 die aktuellen migratorischen Bewegungen in den Blick und analysierte die Angst vor dem Fremden, die sich in Deutschland und Frankreich ebenso ausbreitet wie in anderen europäischen Ländern. Es wurden Vergleiche gezogen zu Geschichte und Gegenwart in Peru und die nationalistischen und populistischen Reaktionen auf das Phänomen untersucht.

Auch wenn die Einwanderung 2015 sehr massiv war und es schwerfiel sie unter Kontrolle zu bringen, war es nicht die erste Migrationswelle nach Europa und wird, betrachtet man die aktuelle Situation weltweit, vermutlich auch nicht die letzte sein. Europa hat in dieser Hinsicht einen bedeutungsvollen Wandel vollzogen: von einem Auswanderungskontinent hin zu einem Einwanderungskontinent, wie es auch der bekannte deutsche ZEIT-Journalist Matthias Krupa in seinem Vortrag im Oktober 2016 darlegte. Die Gesellschaften haben diesen Wandel jedoch nicht in der gleichen Geschwindigkeit nachvollzogen und bisher nicht die notwendigen Rahmenbedingungen hergestellt, um die massive Einwanderung zu kontrollieren und die Menschen zu integrieren.
 
Ganz im Gegenteil: die Angst vor dem Fremden hat zugenommen, eine Angst, die von den Populisten und Populistinnen instrumentalisiert wird, um ihre Macht zu festigen - sowohl in Frankreich wie in Deutschland (und anderen europäischen Ländern). Das herausstechendste Symbol für diese Angst ist zweifellos die Kontroverse um das Kopftuch der muslimischen Frauen, die bisher im Verbot des Burkini an Stränden gipfelte.
 
Welche Wege werden Frankreich und Deutschland in Hinblick auf die Einwanderungsbewegungen einschlagen? Welches sind die geeigneten Mittel, um gegen die Angst vor dem Fremden zu kämpfen und eine veränderte, moderne und adäquate deutsche oder französische Identität herzustellen, die den durch Migration und Globalisierung verursachten Veränderungen gerecht wird?

Ein Blick zurück

Auch Peru blickt auf eine lange Migrationsgeschichte zurück. So wuchs die peruanische Hauptstadt von unter einer Million Einwohnern in den 1940er Jahren auf über neun Millionen heute an. Seit ihrer Gründung ist die Stadt durch verschiedene Einwanderungswellen geformt worden: die spanische Kolonisierung im 16. Jahrhundert, europäische und asiatische Einwanderung angesichts der einsetzenden hoffnungsvollen Industrialisierung im 19. Jahrhundert und die internen Wanderungsbewegungen des 20. Jahrhundert, die durch Terror und Armut ausgelöst wurden.
 
In wieweit spiegeln diese Beispiele die Herausforderungen unserer aktuellen Gesellschaft wieder? Wie reagieren Behörden, politische Akteure und die Zivilgesellschaft in Deutschland, Frankreich und Peru angesichts der Angst vor dem Fremden?

Diesen Fragen wurde durch eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe aus Wortveranstaltungen, Literatur, Film, Theater und wissenschaftlicher Untersuchung nachgegangen.

Hintergrund: Ein interdisziplinäres Programm

„Die Angst vor dem Fremden“, ein interdisziplinäres Programm mit Dominque Wolton (Frankreich), Greg Germain (Frankreich), Heidrun Friese (Deutschland), Deniz Utlu (Deutschland), Adriana Urrutia (Perú), César Vera (Peru). Das Projekt, organisiert vom Goethe-Institut Peru und der Alianza Francesa Peru in Kooperation mit der Pontificia Universidad Católica del Perú, und unterstützt vom Deutsch-Französischen Kulturfond, fand im Rahmen von „Europa Mobil“, dem thematischen Schwerpunkt des Netzwerkes EUNIC und des Europa-Monats der EU-Delegation in Peru, statt.

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