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Familien - Odysseen

Im Rahmen des Projekts "Arrival City: Ciudades de llegada" hielt der peruanische Schrifsteller, Journalist und Migrant Marco Avilés am 10. Juli den Vortrag "Familien Odysseen" und verband diesen mit einem offenen Gespräch. Das Goethe-Institut möchte mit diesem Projekt zum Ausdruck bringen, Migration als ein Grundphänomen des modernen städtischen Miteinanderlebens zu verstehen.

Darüber hinaus bot Marco Avilés am Goethe-Institut zwei Workshop-Termine an - den 5. und 12. Juli 2018 - bei denen er Werkzeuge und Übungen zum Erzählen unserer Migrationsgeschichten mit den Teilnehmenden austauschte.
 

Marco Avilés© Goethe-Institut Peru

Ein offenes Gespräch

FAMILIEN – ODYSSEEN
Wie wir unsere Migrationsgeschichten erzählen können
Vortrag und offenes Gespräch mit Marco Avilés
Journalist und Migrant
10. Juli 2018

 
"Peru ist ein Migrationsland. Das Gerüst unserer kollektiven und familiären Geschichten besteht zumeist aus Flucht, Rückkehr und Umzügen. Unsere Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, vielleicht sogar wir selbst oder unsere Partner*innen, sind Migrant*innen. Wir wechseln das Land oder die Region oder migrieren auch nur innerhalb einer Stadt und ziehen von der Gemeinde unserer Kindheit in die Gemeinde, in der wir unser Leben als Erwachsene führen wollen.
Migration besteht auch aus sentimentalen Komponenten: Sprachen, wie Aimara oder Japanisch, die hinter verschlossener Tür gesprochen werden; Feste, wie das Oktoberfest, Karneval und seine “yunsas”[1], die wir mit unseren Landsleuten feiern; oder Nachnamen,  wie Rostworowski, Li oder Huamán, die auf unsere verschiedenen Migrationshintergründe schließen lassen. Migrieren ist peruanisch und menschlich, doch nicht selten ist diese Erfahrung mit Scham, Vergessenheit, Angst und anderen Formen der Verschwiegenheit verbunden. Migration kann auch eine Odyssee im Innersten bedeuten, über die es schwerfällt zu reden.

In dem offenen Gespräch teilte der Journalist Marco Avilés seine Migrationsgeschichte, die ihn von den Anden über Lima in die USA führte, mit dem Publikum. In die Erzählung seiner persönlichen Familien-Odyssee schloß er sowohl die Herausforderungen als auch die Freuden mit. Fragen und eigene Erfahrungsberichte des Publikums wurden herzlich willkommen."

-Marco Avilés

[1] Tradition im Rahmen des peruanischen Karnevals, in der ein Baum mit Geschenken und Dekorationsartikeln geschmückt wird.
 

Die Workshops

Familien- Odysseen
Wie wir unsere Migrationsgeschichten erzählen können
Ein Workshop mit Marco Avilés
5. und 12. Juli 2018

 
Bei diesem Workshop wurden Werkzeuge und Übungen zum Erzählen unserer Migrationsgeschichten ausgetauscht.
Er richtete sich an all diejenigen Personen die ihre persönliche oder familiäre Odyssee mündlich oder schriftlich weitergeben möchten. Die Geschichte der Großmutter, die von den Anden oder dem Amazonasgebiet migrierte. Die Geschichte des Vaters oder der Mutter, die aus dem Ausland migrierten. Die Geschichte wie du aus deinem Land nach Peru gekommen bist, sowie alle Herausforderungen die du durchlebt hast und auch jetzt lebst. Das sind nur einige Beispiele, die Möglichkeiten sind selbstverständlich grenzenlos. Ziel des Kurses war es, dass die Teilnehmenden die Workshops mit einem klaren und veröffentlichbaren narrativen Projekt abschließen.
 
Die spanischsprachige Ausschreibung:


 

Teilnehmende, Fotos und Aufnahmen

Hier finden Sie zusätzliche Informationen zu Marco Avilés, Kommentare der Teilnehmenden der Workshops und einige Fotos. In Kürze erscheint an dieser Stelle auch das Video des Vortrags des vergangenen 10. Juli 2018

Marco Avilés ist Journalist, Herausgeber und Migrant. Geboren in Abancay, wuchs er in San Juan de Lurigancho auf und lebte in Callao, bevor er in die USA immigrierte. Er hat die Bücher „Día de visita“ (Besuchstag), „No soy tu cholo“ (Ich bin nicht dein Cholo) und „De dónde venimos los cholos“ (Wo wir Cholos herkommen) veröffentlicht, letzteres sei zufolge des The New York Times – Kritikers Jorge Carrión eines der wichtigsten Bücher des Jahres 2016. Außerdem war er Direktor der Zeitschriften Cometa und Etiqueta Negra, die als beste spanischsprachige Zeitschrift für Nichtfiktion gilt. Er hat Workshops und Konferenzen über Schreiben und Rassismus gegeben, unter anderem an den Universitäten City University of New York (CUNY) sowie der Massachusetts Institute of Technology, University of Maine. Er lebt mit seiner Frau, einer gelben Katze und einem Hund ohne Haare  zwischen den USA und Peru. Über alle seine Aktivitäten kann man sich über marcoavilés.com informieren.
Mayumi Ortecho 
Für Diejenigen von uns, die sich dauernd fragen, woher sie kommen, schafft der Workshop “Familien-Odyseen” einen Raum der Reflektion, durch welchen Marco Avilés uns mit viel Professionalität leitet. In Form von Vorschlägen, Kritiken, Methoden und fantastischer Lektüre hilft er uns dabei, uns zu trauen, unsere Migrationsgeschichten zu schreiben.

Vielen Dank an das Goethe-Institut für diese Möglichkeit.

Jordan Arce

Jordan Arce ©Jordan Arce





Journalist mit Abschluss der Universidad Jaime Bausate y Meza, große Vorliebe für Chroniken und Erzählungen. Hat bereits mehr als 30 Artikel über soziale Problematiken veröffentlicht und hat Erfahrung im Redigieren von Texten und als Content Manager. Gerade ist er dabei, seinen Roman über Migrierende und Diskriminierung fertig zu stellen.

Projekt während des Workshops:

Geschichte:
Ein 12-jähriger Junge möchte nicht als „Cholo“ (abwertender Ausdruck für die indigene Bevölkerung) in einem Institut mit ausschließlich weißen Schüler*innen gelten. Er trägt den Nachnamen Yupanqui und sein Vater arbeitet nachts als Bewacher dieses Instituts. Er verflucht und hasst sein Leben. Sein vorübergehender Umzug in sein Heimatdorf in Jauja (Junín) lässt ihn die Welt, aus der er kommt und von der er sich aus Angst vor Vorurteilen entfernt hatte, kennen- und bewundern lernen.

Thema: Der gesellschaftliche Rassismus verursacht oftmals eine starke Ablehnung der eigenen Herkunft.


Sonia Moy

Sonia Moy ©Sonia Moy Papa Sonia Moy © Papa Sonia Moy





Der Prozess, eine Familien-/Überfahrts-/Migrationsgeschichte zu erzählen, mit der Hilfe des Autors Marco Avilés, war eine sehr aufschlussreiche und zufriedenstellende Erfahrung. In diesem Workshop teilte Avilés Werkzeuge und Ratschläge und zeigte uns Schritt für Schritt den kreativen Prozess auf. In meiner Geschichte ist mein Vater der Protagonist; ein pausbäckiger und robuster Anwalt mit einer Körpergröße von 1,85 m, braunen, lockigen Haaren. Egal wo, ob bei einem Treffen oder beim Fischen im Dorf in Ancash, in dem er öfters Urlaub mit seinem Cousin machte, war er immer gut gekleidet. Sein Cousin sah neben ihm klein und hässlich aus.

Man sagt, dass das Reisen einem am meisten Glückseligkeit bringt. Hat sein früher Tod etwas mit diesen Reisen zu tun?

Carla Amaro

Mein Projekt, die Geschichte meiner Großeltern mit Migrationshintergrund zu erzählen und die Rastlosigkeit bezogen auf meine eigene Herkunft und Identität brachten mich dazu, mich für den Workshop „Familien-Odyseen“ zu bewerben. In diesem zeigte uns Marco Avilés nicht nur seine Arbeitsmethode auf, sondern gab uns auch Raum, kritisch über den Wert unserer Stimme und andere mit Migration verknüpfte Thematiken zu reflektieren: zum Beispiel die Diskriminierung. Außerdem gab der Workshop uns Raum, eigene Erfahrungen und Meinungen zu den uns vereinenden Themen zu teilen: Migration, Identität, Familiengeschichten. Ich nehme viel aus dieser Erfahrung mit. Vielen Dank an das Goethe-Institut und an Marco Avilés.

 
  • Workshop-Teilnehmer © Goethe-Institut Peru
    Workshop-Teilnehmer
  • Offenes Gespräch mit Marco Avilés © Goethe-Institut Peru
  • Ein offenes Gespräch © Goethe-Institut Peru
  • Ein offenes Gespräch © Goethe-Institut Peru
  • Marco Avilés © Goethe-Institut Peru
  • Marco Avilés ©Diario Correo Lima

Video Familien - Odysseen

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