Über das Projekt

Im Rahmen des Projekts „Das Jahrhundert der Frauen“ der Goethe-Institute in Südamerika werden Akteur*innen, Expert*innen und Künstler*innen vom 01. bis 03. März 2021 nach La Paz reisen, um den Austausch im Kampf gegen diese Gewaltspirale zu intensivieren.  

Die Zahlen sind erschreckend und alarmierend gleichermaßen: Südamerika erfährt traurige Berühmtheit durch Statistiken, die belegen, dass auf keinem anderen Kontinent so viele Mädchen und Frauen geschlagen, vergewaltigt und ermordet werden. Trotz fortschrittlicher Gesetze hält dieser Trend in allen Ländern der Region weiter an und verschärft sich sogar noch, denn die Gesetze werden zu wenig eingehalten, und juristische Prozesse verlieren sich in umgekehrten Schuldzuschreibungen. Aus Opfern werden Täterinnen, die maskuline Gewalt wird gesellschaftlich toleriert. Längst formiert sich der Widerstand der weiblichen Zivilgesellschaft in allen Ländern der Region.  

Die Förderung der Zivilgesellschaft ist ein wichtiger Fokus des Goethe-Instituts weltweit. Die Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist daher ein zentrales Thema für die Goethe-Institute in Südamerika.  

Dabei setzen die Goethe-Institute in Südamerika auf ihre vielfältigen Erfahrungen in der Vernetzung von Akteur*innen und Künstler*innen.  

Im Rahmen des Projekts „Das Jahrhundert der Frauen“ der Goethe-Institute in Südamerika werden Akteur*innen, Expert*innen und Künstler*innen vom 01. bis 03. März 2021 nach La Paz reisen, um den Austausch im Kampf gegen diese Gewaltspirale zu intensivieren.  

Drei Themen stehen dabei besonders im Fokus: 

  • Um die jungen Generationen zu sensibilisieren, sollen neue Rollenbilder erarbeitet werden, mit denen sich Jugendliche identifizieren sollen: diese Rollenbilder sowohl für Männer als auch für Frauen sind anti-hegemonial, dem Grundsatz der Gleichberechtigung verpflichtet und verteilen die Aufgaben zwischen den Geschlechtern ausgewogen. 
  • Die Verdienste von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kultur sind zahlreich, doch werden verschwiegen. Diese Verdienste sollen sichtbar gemacht werden, in allen Ländern der Region.
  • Die Berichterstattung zu der zunehmenden Gewalt gegen Mädchen und Frauen erschöpft sich in Opferstigmatisierungen, stellt die kausalen Zusammenhänge nicht dar und schafft damit auch keinen konstruktiven Beitrag zu einer veränderten Meinungsbildung. Journalistinnen aus der Region haben ihre eigenen Netzwerke geschaffen, die von einer weiteren Vernetzung innerhalb und außerhalb der Region nur profitieren können.