Vortrag Mobilität und Migration – die Folgen der Flüchtlingskrise für Europa

Matthias Krupa © DIE ZEIT

Mi, 12.10.2016

Goethe-Institut Peru

Jirón Nazca 722
Jesús María
Lima

mit Matthias Krupa (Die Zeit)

Migration und Mobilität prägen den europäischen Kontinent seit Jahrhunderten. Dennoch erfuhr Europa im vergangenen Jahr mit weit über einer Millionen Menschen eine Zuwanderung wie selten zuvor. Dabei haben allein in Deutschland fast eine halbe Million Flüchtlinge einen Antrag auf Asyl gestellt. In seinem Vortrag beleuchtet der Journalist Matthias Krupa, eingeladen von der deutschen Botschaft in Lima und dem Institut für Auslandbeziehungen (ifa), Herausforderungen der Flüchtlingskrise für Europa:
 
„Die Ursachen, die zu dem Ansturm führten, waren seit langem bekannt: der verheerende Krieg in Syrien, die anhaltende Not vieler Menschen in Afrika und die prekäre Situation in Afghanistan und im Irak. Trotzdem zeigten sich die Länder der Europäischen Union unvorbereitet und uneinig, wie sie auf die Ereignisse reagieren sollten.
(…)
Denn die Flüchtlingskrise berührt das Selbstverständnis der Europäischen Union in besonderer Weise. Die Binnengrenzen zwischen den EU-Ländern wurden in der Vergangenheit weitgehend abgeschafft, Offenheit gehört zum Prinzip der europäischen Integration. Nicht nur Waren, auch Menschen können sich innerhalb der Union weitgehend frei bewegen. Aber unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise und verstärkt durch die Terroranschläge des Islamischen Staates in Paris und Brüssel hat sich die Stimmung gedreht. Nicht mehr Offenheit sondern Sicherheit lautet das politische Gebot der Stunde.
(…)
Die Flüchtlingskrise hat die politische Auseinandersetzung innerhalb Europas polarisiert wie kaum ein anderes Thema zuvor. Sie hat die politischen Schwachstellen der Union offengelegt und die EU an ihre Grenzen geführt.
(…)
Wie viel Offenheit kann und will Europa sich erlauben? Wie reagieren die europäischen Gesellschaften auf dieses "Rendezvous mit der Globalisierung" (Wolfgang Schäuble)? Um diese Fragen wird seitdem erbittert gestritten“
(Matthias Krupa).
 
MATTHIAS KRUPA:
 „Habe Literatur studiert, Politik gelernt, erst Radio gemacht, dann Fernsehen, jetzt Zeitung. Warum? Weil man mit Worten mehr erklären kann als mit Bildern.“ Matthias Krupa über Matthias Krupa.
http://www.zeit.de/autoren/K/Matthias_Krupa/index.xml
 
Matthias Krupa ist 1969 in Bonn geboren. Sein Studium der Germanistik, Geschichte und Völkerkunde an der Universität zu Köln hat er 1988 aufgenommen und sieben Jahre später mit dem Studienabschluss als Magister Artium abgeschlossen.

Nach seinem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk arbeitete Krupa von 1997 bis 1999 als freier Mitarbeiter im ARD-Studio Bonn, um anschließend als Parlamentskorrespondent der Berliner Zeitung zu arbeiten.

2001 wechselte er sowohl die Stadt als auch die Zeitung und arbeitete zunächst als Politik-Redakteur, dann als stellvertretender Ressortleiter bei der ZEIT in Hamburg. 2011 bis 2016 berichtete Krupa als Europa-Korrespondent aus Brüssel. Seit August diesen Jahres (2016) ist Matthias Krupa Europa-Redakteur in Hamburg.

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