Buchpräsentation 250 Jahre Alexander von Humboldt: Interdisziplinäre Debatte über Wälder

Libro © Goethe-Institut/Lucia Slater

Fr, 02.08.2019

16:00 Uhr

Goethe-Institut Peru


trAndeS, eine Kooperation zwischen der Pontificia Universidad Católica del Perú und der Freien Universität Berlín (finanziert durch den DAAD) präsentierten mit der Unterstützung des Goethe-Instituts und der GIZ im Rahmen des 250. Geburtstages Alexander von Humboldts das Buch “250 años de Alexander von Humboldt: discusiones interdisciplinarias sobre los bosques” (250 Jahre Alexander von Humboldt: Interdisziplinäre Debatten zu den Wäldern“). Die Präsentation wurde von einer Ausstellung der Künstlerin Lucía Slater begleitet. Ihre Bilder sind Teil des Buches.

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Das Buch ist das Resultat interdisziplinärer Diskussionen von Expert*innen, die sich mit dem Thema Wald aus unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen. Das Werk erforscht Themenbereiche zum Wald mit interdisziplinärer Bedeutung.
 
Das Werk, welches im Humboldtjahr und kurz vor der 200-jährigen Unabhängigkeit Perus 2020 publiziert wird, stärkt die Motivation, über die unzähligen ökologischen und menschlichen Herausforderungen gegenüber dem Wald nachzudenken. Das Werk diskutiert das, was wir heute unter Wald verstehen, aus unterschiedlichen Schnittstellen und spiegelt die aktuellsten anthropologischen, ökologischen, politischen und künstlerischen Diskussionen wider. Das Werk verknüpft die wissenschaftliche Kenntnis mit ihrer Verbreitung, mit dem Fokus, einen größeren Einfluss der Wissenschaft in der täglichen Welt zu erzielen.
 
 
Das Buch besteht aus 4 Elementen, die die Diskussion in jedem einzelnen Kapitel führen, stets mit einem Blick auf die Beiträge Alexander von Humboldts und auf den aktuellen Diskurs:

- Natur und Gesellschaft
- Landschaft, Boden (Veränderungen, Nutzung, Erhaltung)
- Politik und Regierung
- Kunst

Das Werk überprüft, wie die verschiedenen Ideen von Wald entstehen, und wie sie sich mit den Vorstellungen von Erhaltung und Natur verbinden. Außerdem wirft es einen Blick darauf, wie das imaginäre Bild von Wald zu der Entstehung der Identät des Waldes in Peru beigetragen hat.
 
Diese Prozesse hatten eine große Beteiligung an Politik, Kunst und sozioökonomischen Prozessen, die es sich lohnt aus einer komparativen Perspektive zu betrachten.Das imaginäre Bild vom Wald antwortet so auf diverse Visionen zwischen der offiziellen Version und den Sichtweisen der nativen Gesellschaft.
 
Die Sichtweisen der verschiedenen Kulturen über den Wald wurden von Alexander von Humboldt, einer der ersten Naturforscher unserer Zeit, beeinflusst. Humboldt war der erste, der Natur getrennt von der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen gesehen hat. Das ist interessant, weil wir heute wissen, dass die wissenschaftlichen Ideen über das, was wir heute als Natur verstehen, einen kulturellen und historischen Hintergrund haben, die unterschiedliche Perspektiven aufwerfen. Die Idealisierung der Natur ist Teil dieses Prozesses. So wird das Buch zum einen die kulturellen Vorstellungen über den Wald, die Erhaltung und die Untersuchungen erforschen und zum anderen auf die Erschaffung von  geschützten Naturflächen und ihren Einfluss auf Peru eingehen.
 

Autoren:

Oscar Espinoza
Helena Cotler
Ana Sabogal
Stefan Zerbe
Deborah Delgado
Lucia Ruíz, Fabiola Muñoz, Mónica Romo y Cristina Miranda
Lucia Slater
 
 
Inhaltsverzeichnis:

1. Native Gesellschaften und Erhaltung des Waldes, Oscar Espinoza, PUCP
2. Wälder und die ökosystemischen Dienste in Lateinamerika, Helena Cotler
3. Die Landschaft der Wälder aus der Vogelperspektive: Veränderung der Bodennutzung in den Wäldern Perus, Ana Sabogál, PUCP.
4. Die Landschaften der Wälder aus der Sicht der Landschaftswissenschaften, Stefan Zerbe, Universidad de Bolzano, Italia.
5. Die Wälder und die internationale Politik, Deborah Delgado, PUCP.
6. Die Frau und der Wald, Diskurse über die Herausforderung als Frau in der Wissenschaft und Forstpolitik, Mónica Romo, Cristina Miranda, Lucía Ruíz, Umweltministerin und Fabiola  Muñoz, Ministerin für Landwirtschaft und Bewässerung
7. Kunstschulen des Amazonas und ihre Vision des Waldes, Lucia Slater, PUCP.
 
 
Über die Autoren:

1. Oscar Espinoza
Promoviert in Anthropologie und Geschichte, New School for Social Research, EE.UU. Professor der Fakultät der Sozialwissenschaften der PUCP.

2. Helena Cotler
Agronomin der  Universidad Nacional Agraria La Molina, PhD. In Landwirtschaftswissenschaften und Bodenwissenschaften, Gembloux, Belgien.

3. Ana Sabogál
PhD. Naturwissenschaften Technische Universität Berlin, Direktorin von trAndeS-PUCPund des Masters Umeltentwicklung der PUCP. Agronomin der Universidad Nacional Agraria La Molina. Professorin der PUCP des Bereichs Geographie und Umwelt.
 
4. Stefan Zerbe
PhD. Technische Universität Berlin, Professor für Umwelt und Botanik,  Bolzano, Italien

5. Deborah Delgado
PhD. Internationale Entwicklung und Soziologie,  Université Catholiqué de Louvain, Professorin der Soziologie und Forscherin der PUCP.
 
6. Lucia Ruíz und Fabiola Muñoz
Lucia Ruíz: Anwältin der PUCP, Umweltministerin
Fabiola Muñoz, Anwältin der PUCP, Ministerin des Ministeriums für Landwirtschaft und Bewässerung
Mónica Romo: Biologin der UNMSM
Cristina Miranda: Kommunikationswissenschaftlerin, Magister in Politikwissenschaften.

7. Lucia Slater
Magister Philosophie PUCP, Diplom in Kunst und Master in Philosophie (PUCP). Mehr als 13 Ausstellungen in Peru und im Ausland.

*Über die Ausstellung von Lucia Slater

Das interdisziplinäre Projekt "espíritu de bosque" ist das malerische Ergebnis, das von Mai 2017 bis März 2019 im Macuya Forest (Fernando Belaunde Terry Highway, Huánuco) entwickelt wurde. Projekt, dessen Hauptziele waren, eine Methodik für die Untersuchung der Landschaft zu systematisieren und gleichzeitig durch diese Methodik eine Art der Repräsentation der Vision eines Malers durch die Malerei zu entwickeln.
 
Macuya, ist ein Primärwald in all seinen Dimensionen, dessen Lebensraum zahlreiche Waldarten und -fauna beherbergt. Die Annäherung an den Wald als Landschaftsmotiv bedeutete eine Analyse durch Zeichnungen, Fotos, kleinformatige Gemälde usw. Die in dieser Ausstellung präsentierten Arbeiten sind eine kleine Auswahl der mit der Öltechnik durchgeführten Forschungen.
 
Die Ergebnisse zeigen eine detaillierte Analyse der Konzepte von Linie, Farbe, Hell-Dunkel, Rhythmen, Bewegung, Raum und Perspektive. Alle Elemente, die die Idee des Waldes ausmachen. Die Summe aller ist die Darstellung der endgültigen Bedeutung von "espíritu de bosque".
 
Bis heute wurde der Macuya-Wald von Landhändlern fast vollständig abgeholzt. Die in dieser Ausstellung präsentierten Werke sind die einzige Erinnerung, die wir heute an ihn haben.
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