Vortrag BAP TALK: Undercutting Divisions

Sa, 01.02.2020

17:00 Uhr – 18:00 Uhr

Bellas Artes Projects

Ausstellungen sind Schwellenräume, in denen die Bedeutung eingeschrieben und gleichzeitig verunsichert ist. Zusammen mit zahlreichen Mitarbeitern hat Anselm Franke langfristige Forschungsprojekte entwickelt, in denen die Liminalität des Mediums Ausstellung zu einem programmatischen Instrument wird, um die "moderne" Rolle und den institutionellen Ort der Kunst zu untersuchen und herauszufordern.

Im Vortrag mit dem Titel "Undercutting Divisions" beginnt Franke mit der Manifesta der Europäischen Biennale, deren Ausgabe 2008 in Teilen der "kolonialen Geschichte der Seele" gewidmet war, und bezieht sich dabei auf das Konzil von Trient in der Mitte des 16. Jahrhunderts, in welcher die katholische Kirche die Gegenreformation und ihre Kolonialpolitik konzipierte. Er wird von verschiedenen diskursiven und disziplinären Praktiken sprechen, bei denen es um die Trennung von Innerlichkeit und Äußerlichkeit geht, welche sich zu einem grundlegenden Nexus einer kolonialen Seelengeschichte entwickelt haben und in der Folge die Konzeptionen des menschlichen Subjekts, der Psyche und der Kommunikations- und Medienwissenschaft prägt. Vor dem Hintergrund neuerer Ausstellungen wie "Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart ca. 1930" wird Anselm Franke historische Bezüge zum Horizont einer "Urmedialität" nutzen, die an der Schnittstelle zwischen modernistischem "Primitivismus" und der Gründungskrise der Wissenschaften Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Dabei weist er auf die disziplinären Trennungen hin, die die Bereiche Anthropologie, Psychologie, Medientheorie und Kunst voneinander abgegrenzt haben.
 

RSVP to: bit.ly/franketalk

   

Anselm Franke

Franke ist seit 2013 Leiter des Bereichs Bildende Kunst und Film am Haus der Kulturen der Welt. Er initiierte und realisierte dort in verschiedenen Kooperationen Ausstellungen wie Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930 (2018, mit Tom Holert), Parapolitik: Kulturelle Freiheit und Kalter Krieg (2017/2018, mit Nida Ghouse, Paz Guevara, Antonia Majaca), 2 oder 3 Tiger (2017, mit Hyunjin Kim), Nervöse Systeme (2016, mit Tactical Technology Collective, Stephanie Hankey, Marek Tuszynski ), Ape Culture (2015, mit Hila Peleg), Forensis (2014, mit Forensic Architecture), The Whole Earth (mit Diedrich Diederichsen) und After Year Zero (beide 2013). Zuvor war er Kurator an den KW Berlin und Direktor der Extra City Kunsthal in Antwerpen. Mit Stefanie Schulte Strathaus gründete er 2005 das Forum Expanded der Internationalen Filmfestspiele Berlin und ist seither Ko-Kurator. Er kuratierte außerdem u. a. die Taipeh Biennale 2012 und die Shanghai Biennale 2014. Sein Ausstellungsprojekt Animism wurde von 2009 bis 2014 in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kollaborationspartnern in Antwerpen, Bern, Wien, Berlin, New York, Shenzhen, Seoul und Beirut gezeigt. Franke promovierte am Goldsmiths College, London.

Eskwela

ESKWELA ist eine Reflexion über ein bedeutendes Gebäude, das 1867 erbaut wurde und als Haus der BAP in der Provinz Bataan diente. Die „Rafael Enriquez y Villanueva Mansion“, wurde später als „Escuela de Bellas Artes“ zur zweitältesten Kunstschule der Philippinen und ist daher auch heute noch bekannt. Mit ESKWELA wird eine alternative Form des Lernens und Lehrens vorgeschlagen, bei der die Teilnehmer auf einer interdisziplinären und experimentellen Plattform navigieren, debattieren und sich austauschen können. 

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