By Anselm Franke
Hat moderne/zeitgenössische Kunst eine Kosmologie? Oder wird das "Moderne" in der Moderne durch ihr negatives und entfremdetes Verhältnis zu kosmologischen Funktionen definiert?
Vor dem Hintergrund der Ausstellungen "Mimetismus" (2008) und "Animismus" (2010-14) wird sich das Seminar mit dem Verhältnis der modernen und zeitgenössischen Kunst zu anderen Formen des kollektiven Ausdrucks, wie z.B. den Vorstellungskräften, der Poesie oder dem Stoffwechsel zwischen Arbeit und Leben beschäftigen. Im Seminar soll versucht werden, sich kritisch mit der Genealogie der modernen/zeitgenössischen Kunst auseinanderzusetzen, indem es sich mit Praktiken und Bereichen befasst, die im Prozess der Modernisierung als prä- oder nichtmodern gekennzeichnet wurden. Zudem soll der Prozess untersucht werden, bei dem sich das Kunsthandwerk, Folklore, Rituale und Mythen von der modernen Kunst als Disziplin abgekoppelt hat. Wir werden die soziale Isolation der Kunst in Bezug auf das Problem diskutieren, zu dem die Kosmologie in modernen und kapitalistischen Gesellschaften geworden ist. Letztlich soll der politische Gebrauch der Topoi hinsichtlich der kosmologischen Regeneration in Zeiten der indigenen Selbstbehauptung und wiederauflebenden faschistischen Mythen diskutiert werden.
Offen für alle Level. Bewerber mit kuratorischer Praxis oder einem Hintergrund in kunsthistorischen und musealen Studien werden nachdrücklich ermutigt sich zu bewerben
ANMELDUNG FÜR DAS SEMINAR UNTER: BIT.LY/FRANKEBAP
Anselm Franke
Franke ist seit 2013 Leiter des Bereichs Bildende Kunst und Film am Haus der Kulturen der Welt. Er initiierte und realisierte dort in verschiedenen Kooperationen Ausstellungen wie Neolithische Kindheit. Kunst in einer falschen Gegenwart, ca. 1930 (2018, mit Tom Holert), Parapolitik: Kulturelle Freiheit und Kalter Krieg (2017/2018, mit Nida Ghouse, Paz Guevara, Antonia Majaca), 2 oder 3 Tiger (2017, mit Hyunjin Kim), Nervöse Systeme (2016, mit Tactical Technology Collective, Stephanie Hankey, Marek Tuszynski ), Ape Culture (2015, mit Hila Peleg), Forensis (2014, mit Forensic Architecture), The Whole Earth (mit Diedrich Diederichsen) und After Year Zero (beide 2013). Zuvor war er Kurator an den KW Berlin und Direktor der Extra City Kunsthal in Antwerpen. Mit Stefanie Schulte Strathaus gründete er 2005 das Forum Expanded der Internationalen Filmfestspiele Berlin und ist seither Ko-Kurator. Er kuratierte außerdem u. a. die Taipeh Biennale 2012 und die Shanghai Biennale 2014. Sein Ausstellungsprojekt Animism wurde von 2009 bis 2014 in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kollaborationspartnern in Antwerpen, Bern, Wien, Berlin, New York, Shenzhen, Seoul und Beirut gezeigt. Franke promovierte am Goldsmiths College, London.
Eskwela
ESKWELA ist eine Reflexion über ein bedeutendes Gebäude, das 1867 erbaut wurde und als Haus der BAP in der Provinz Bataan diente. Die „Rafael Enriquez y Villanueva Mansion“, wurde später als „Escuela de Bellas Artes“ zur zweitältesten Kunstschule der Philippinen und ist daher auch heute noch bekannt. Mit ESKWELA wird eine alternative Form des Lernens und Lehrens vorgeschlagen, bei der die Teilnehmer auf einer interdisziplinären und experimentellen Plattform navigieren, debattieren und sich austauschen können.
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