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20:30–22:00 Uhr

Bibingka

Drag, Poesie, Video, Tanzperformance, Performancekunst | Dealing in Distance|Von Alvin Collantes

"Bibingka" ist eine tänzerische Soloperformance von der philippinischen Drag Queen und Kunstschaffenden Alvin Collantes, welche persönliche Narrative, queeren Widerstand, und postkoloniale Kritik vereint.

Benannt nach dem traditionellen philippinischen Reiskuchen, welcher über dem Feuer gekocht wird, symbolisiert Bibingka den Widerstand und die Komplexität der philippinischen Identität in der Diaspora. Bibingka als der Name von Alvins Drag-Figur entstand aus dem queeren Nachtleben Berlins, und nutzt Performance als Eingriff in dekoloniale Freude, radikale Selbstakzeptanz und Heilung der Gemeinschaft.

Bibingka entstand aus Alvins Erfahrung als philippinische, migrantische, arbeitende, queere, und kulturschaffende Person, die durch die komplexen sozialen Blöcken Berlins navigierte. Als Drag Queen in Berlin - einer Stadt, die radikale Freiheiten und queere Repräsentationen feiert - greift Alvin Momente der Gendereuphorie durch deren Figur Bibingka auf: ein Portal zu einer fast vollständigen realisierten Selbstversion. Die Performance navigiert die komplexe Verbindung zwischen Queerness und den katholischen Einfluss auf das philippinische Bewusstsein, sowie die Spannungen zwischen Kapwa - geteilter Identität - und westlichem Individualismus.

Über Dealing in Distance
Initiiert von den Goethe-Instituten in Hanoi, Ho-Chi-Minh-Stadt, Jakarta und Manila ist Dealing in Distance ein reisendes Kunstfestival, das Künstler*innen aus Südostasien und Deutschland zusammenbringt, um Themen wie Migration und Identität über Entfernungen hinweg zu erkunden. Diese Veranstaltung ist Teil von Dealing in Distance — Manila, das vom 30. Januar bis 1. Februar stattfindet.

Über die Künstler/innen

  • Alvin Collantes

    Alvin William Collantes (geb. 1989) ist eine queere Filipino-Person und Performance Artist, wohnhaft in Berlin. Deren interdisziplinäre, körperzentrierte Praxis vereint Improvisation, zeitgenössischen Tanz, dekolonialistische Perspektiven, die Kunst des Drag, und die Geschichte queerer Tanzflächen - sowohl als Archiv als auch als Verkörperung für Widerstand und Transformation. Durch Bewegung und Performance erforscht Alvin Migration, Distanz, und diasporische Probleme wie Verlust, Erinnerung, und Zugehörigkeit. Währenddessen werden neue Möglichkeiten einer queer-zentrierten Zukunft erträumt.

    Alvin ist Teil der Performance-Ecologies-Residenz des Goethe-Instituts Philippinen, wo in der Zusammenarbeit mit Eisa Jocson und Franchesca Casauay die künstlerische Arbeit kontinuirlich vertieft wird. Alvin hat Werke im Futurium Berlin ausgestellt und mit Kunstschaffenden wie Kiani Del Valle der KDV Performance Group, Leeroy New, dem RambaZamba Theater, und Alvin Tolentino der Company Erasga Vancouver zusammen gearbeitet. Deren letzte Ausstellung "Young Birds from Strange Mountains" wurde im Schwulen Museum Berlin ausgestellt. 2026 wird Alvin deren Solo-Performance mit dem Titel "Bibingka" bei den Tanztagen Berlin debütieren.

  • Magenta

    Magenta ist ein Performance-Künstler, der Tanz, Malerei, Kunsthandwerk und elektronische Musik in seine Arbeiten einbezieht. Mit einer Vielzahl von Einflüssen wie experimenteller queerer Clubkultur und Folklore erforschen seine lauten, eklektischen und oft biophilen Ausdrucksformen, wie Mythologie, übernatürliche Phänomene und Animismus die Realitäten widerspiegeln, mit denen wir konfrontiert sind.

    Magenta ist ein interdisziplinärer Künstler aus den Philippinen. Die Produktion elektronischer Musik spielt eine entscheidende Rolle in seinen Performances und Improvisationen. Er ist spezialisiert auf Musik-Sampling und Feldaufnahmen, mit denen er Geschichten über das Land, das Meer und die vorkoloniale Spiritualität erzählt. Er verwendet unkonventionelle Samples wie Froschstimmen, Maschinengeräusche, Soundeffekte aus Videospielen usw. Der 1996 in Cavite geborene Künstler kam schon früh mit der Natur, dem Animismus, volkstümlichen katholischen Bräuchen, der Underground-Kultur Manilas und traditionellen Künsten in Berührung, was ihn dazu inspirierte, klangvolle und üppige Musikstücke zu komponieren, die eine Verbindung zu den Stimmen des Mutterlandes und der Natur herstellen. Seine klanglichen Erkundungen sind eine Erweiterung seiner Bildsprache, wobei er Instrumente oft durch eine künstlerische Linse spielt, beispielsweise indem er Zeichnungen einsetzt, um Melodien und kreative Dissonanzen zu erzeugen. Er interessiert sich für die Darstellung des Anthropozäns und der Zerstörung der Natur durch invasive menschliche Aktivitäten wie die Einleitung von Plastik- und Chemieabfällen in den Ozean, Schäden durch Kriege und Kapitalismus, den Bau von Zügen und Megastrukturen sowie den Rückgang landwirtschaftlicher Flächen aufgrund von Urbanisierung und Vertreibung. Sein laufendes Projekt „Soundscapes Reclamation” ist eine Klanganthologie des Mythos und der zeitgenössischen asiatischen Kultur; eine Vorstellung von der Interaktion übernatürlicher Kräfte mit der stark urbanisierten und industrialisierten Welt.

    Magentas Tracks wurden in „Sounds Nais“ Volume 4 (2023) und Volume 5 (2024) veröffentlicht, einem auf philippinische Musik fokussierten Compilation-Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Unterstützung und Bewusstsein für positive Bewegungen zu schaffen. Er arbeitet auch mit der Rave- und Kreativszene zusammen, darunter die Elephant Party, Modedesigner und Spoken-Word-Künstler, und produzierte Pete Shabus erstes Studio-Rap-Album „SPRAK“. Seine Musikproduktion floss auch in seine Tanz- und Embodiment-Forschung „Magentaichi“ ein, die er im Rahmen des Initiativprogramms „Performance Ecologies“ und einer Residency des Goethe-Instituts Philippinen entwickelte. Derzeit lebt er in Baguio City, wo er gemeinsam mit anderen experimentellen Künstlern kontinuierlich Musik- und Tanzimprovisation erforscht.




     

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