1. PASCH Alumni Treffen Die ganze Vielfalt der PASCH-Welt in Berlin

Sechs Teilnehmer aus Südasien waren in Berlin dabei: Kalana Yahasini Jayasuriya Kalana aus Sri Lanka, Khan Usman und Maira Munir aus Pakistan, Sreedar Meghna aus Indien, Qurban Ali Mohammad Mahdi aus Afghanistan sowie Kalanas Schwester Kasuni (v.l.)
Sechs Teilnehmer aus Südasien waren in Berlin dabei: Kalana Yahasini Jayasuriya Kalana aus Sri Lanka, Khan Usman und Maira Munir aus Pakistan, Sreedar Meghna aus Indien, Qurban Ali Mohammad Mahdi aus Afghanistan sowie Kalanas Schwester Kasuni (v.l.) | Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan New Delhi

Auf Deutsch diskutieren? Damit hat bei dieser Veranstaltung niemand ein Problem: Mit erhitzten Köpfen und zum Teil akzentfrei erzählen rund 120 Teilnehmer auf der 1. PASCH-Alumni-Konferenz am 10. und 11. November 2016 in Berlin von ihren Erfahrungen. Sie alle haben den Abschluss einer PASCH-Schule in der Tasche und studieren jetzt in Deutschland. Mit dabei sind auch sechs Teilnehmer aus Indien, Pakistan, Sri Lanka und Afghanistan.

„Die Artikel“, „der Wortschatz“, „die Grammatik“ – wer Studierende nach ihren größten Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache fragt, erhält fast immer diese drei Antworten. Die meisten Teilnehmer in Berlin nehmen diese Hürden allerdings mit Bravour. Das Sprachniveau ist durchweg hoch. Die Geschichten aber sind denkbar unterschiedlich.

Ordnungsliebe – Klischee oder Wirklichkeit?

Da ist zum Beispiel Sreedar aus Delhi. Sie hat schon als Kind einige Jahre in der Schweiz gelebt. Nach der Rückkehr nach Indien entschieden sich ihre Eltern gezielt für eine kleine Schule mit Deutsch im Lehrplan. Ein PASCH-Jugendkurs in Niedersachsen weckte bei Sreedar schließlich den Wunsch, in Deutschland zu studieren. Derzeit besucht sie ein Studienkolleg in Konstanz und arbeitet vor allem an ihrem technischen Wortschatz. Was ihr im Gastland besonders gut gefällt? „Es stimmt schon, dass die Deutschen sehr gut organisiert sind“, sagt sie und lacht: „Das gilt sogar bei uns im Studentenwohnheim. Auch wenn gefeiert wird: Das wichtigste ist der Termin.“

Auch bei Khan aus Pakistan hat eine Reise die Lebenspläne verändert: In der 11. Klasse nahm er an einem Kulturaustausch teil. Das hat ihn motiviert, noch besser Deutsch zu lernen – mittlerweile studiert er seit zweieinhalb Jahren Medizin an der Charité in Berlin. „Ich wollte immer Arzt werden“, sagt er. „Ein Vorteil am Studium in Deutschland ist, dass die Gebühren nicht so hoch sind.“ Das bestätigen auch die Zwillinge Kalana und Kasuni aus Sri Lanka. Schon ihre Mutter ist eine PASCH-Schul-Absolventin. Die beiden sind derzeit für Mathematik eingeschrieben, wollen aber zu einem „praktischeren“ Fach wie Maschinenbau wechseln. In Berlin genießen sie vor allem das Gefühl der Freiheit.

Ohne Arbeit geht es nicht

Aber wie lässt sich das Leben und Studieren in Deutschland finanzieren? Das ist eine der großen Fragen für alle hier, die keine wohlhabenden Eltern haben. Wie Qurban Ali Mohammad aus Afghanistan: Der 25-Jährige hat schon in Kabul Deutsch unterrichtet. Jetzt gibt er in Lübeck Sprachkurse für Flüchtlinge aus seiner Heimat. Malia aus Pakistan hingegen arbeitet neben ihrem Studium der Wirtschaftsinformatik im Qualitätsmanagement eines Online-Reiseveranstalters. Sie hat Glück: Der Job hat mit ihrem Studium zu tun. Ihr Fernziel ist ein eigenes IT-Start-up in Berlin.

Große Erwartungen an sich und andere: Das eint die Teilnehmer hier ebenso wie ihre Begeisterungsfähigkeit. Die meisten wollen bei dieser Konferenz vor allem die internationale Atmosphäre genießen, Kontakte knüpfen, sich über Erfahrungen und Perspektiven austauschen. „Hier sind junge Menschen aus aller Welt, das finde ich großartig“, sagt Malia. Das Programm ist ganz auf Vernetzung ausgelegt, mit Gesprächsrunden, Workshops, Zukunftswerkstätten. Im Auswärtigen Amt werden außerdem die „PASCH-Alumni-Projekte des Jahres 2016“ gekürt. Von den besten sechs Projektideen kam auch eine aus Indien: von vier Schülerinnen des Sri Kumerans Childrens Home in Bangalore.

Vernetzung und praktische Hilfen

„Uns geht es in der Alumni-Arbeit vor allem darum, die Initiative sichtbar zu machen und die Vernetzung der Absolventen untereinander zu fördern“, sagt Arthur Rapp, Referent in der Zentrale des Goethe-Instituts. „Wenn jemand zum Beispiel nach Bochum geht, hat er idealerweise dort gleich jemanden, den er ansprechen kann.“ Außerdem bieten die Veranstalter den Studierenden bei dieser 1. Alumni-Konferenz praktische Hilfen, etwa Bewerbungs- und Rhetoriktrainings – bevor am letzten Abend ausgiebig zusammen gefeiert wird.
 
„Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) ist eine Initiative des Auswärten Amts, in Kooperation mit der Zentralstelle für das Auslandschulwesen (ZfA), dem Goethe-Institut, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz.