Über Dagmara Kraus

Dagmara Kraus

Dagmara Kraus wurde 1981 im polnischen Wrocław geboren. Im Alter von sieben Jahren kam sie nach Deutschland, bis dahin sprach sie ausschließlich Polnisch. Sie schreibt ihre Texte in deutscher Sprache und lebt als Dichterin und Übersetzerin in Frankreich.

Ihr erster Gedichtband „kummerang“ erschien 2012 bei kookbooks. Die darin enthaltenen Texte wurden von der Kritik begeistert beschrieben als „sommerlich heiter und klangsatt“ (poetenladen). Tatsächlich sind die Gedichte durch ihre Anspielungsfülle und ihren melodisch-verspielten Ausdruck von einer bezwingenden Sinnlichkeit. Es wimmelt in ihnen nur so von verblüffenden Wortneuschöpfungen, absurd-komischen Komposita und sprachlichen Preziosen aus diversen Fremd- und Fachwörterbüchern. Kraus verwendet Halb- und Stabreime, scheut nicht vor Kalauern zurück und lässt durch anagrammatische Vertauschung Gedichte kanonischer Autoren (z.B. von Stefan George oder Christine Lavant) neu entstehen. Das Ergebnis sind eigenwillige Synästhesien aus sprachlichem Bild und Klang, die von einer starken dichterisch-musikalischen Begabung zeugen.

In ihrem jüngsten Gedichtband „kleine grammaturgie“ arbeitet Dagmara Kraus mit unterschiedlichen Plansprachen. Diese künstlich konstruierten Sprachen, die ursprünglich der Erleichterung des internationalen Austauschs dienen sollten, werden von ihr in einem hintergründigen Spiel poetisch-subversiv zweckentfremdet.

Als Übersetzerin erregte Dagmara Kraus zunächst breitere Aufmerksamkeit mit dem Band „Wir Seesterne“ (Reinecke & Voß 2012), der eine Auswahl von Gedichten des polnischen Autors Miron Białoszewski enthält. 2014 erschien „Das Geheime Tagebuch“ von Białoszewski in der deutschen Übersetzung von Dagmar Kraus bei edition.fotoTAPETA.
 

Werke:


kummerang. Gedichte. kookbooks, Idstein 2012.
kleine grammaturgie. Gedichte. roughbooks, Solothurn 2013.