Über Nancy Hünger

Nancy Hünger © Felix Wilhelm

Nancy Hünger, 1981 in Weimar geboren, lebt heute in Erfurt. Ihre Texte, Lyrik und Prosa, sind „aus Laut und Luft gewoben“ (Gisela Kraft); es sind bedeutungsoffene, fragile Gebilde, die an den Nervenenden des Lesers bengalische Feuer zünden. In ihnen wimmelt es von wundgefleckten Flusspferden, geschläferten Listenhunden und linksgefiederten Vögeln, die zu „knatternden Wolkenbrüchen“ aufsteigen. Gerüche werden hier zu Fallstricken, und aus dem Schattenreich eines Korridors schwelen schaurige Märchen. Hünger schreibt über im Löschteich versenkte Mopeds, über wolflose Wälder und über Bäume, die das Auge ankern, bevor es ausschweift. Ihre Sprache ist bezwingend in ihrer poetischen Strahlkraft, es finden sich darin so überraschende Komposita wie „Augenmobil“ oder „Freischwimmerlachen“, und ein aus dem Wald trabendes Wildschwein verwandelt sich in ein „Dunkelgeschoss“. Hüngers Texte „bergen die Jahre vom Grund“, in ihnen liegt das Herz der Kehle dicht an und der Atem wölkt zu den Giebeln.
 
Werke:
Aus blassen Fasern Wirklichkeit. Gedichte. Edition Azur (Glaux-Verlag), Jena 2006.
Deshalb die Vögel. Instabile Texte. Gedichte. Edition Azur (Glaux-Verlag), Dresden 2009.
Aus einem erfundenen Land. (Tonträger) Edition Azur (Glaux-Verlag), Dresden 2009.
Halt dich fern. Edition Azur, Dresden 2012.
Wir sind golden, wir sind aus Blut. Ein Familienalbum. Edition Azur, Dresden 2014.