Über Nadja Küchenmeister

Nadja Küchenmeister © Franziska Buddrus Nadja Küchenmeister ist eine Dichterin und Prosaautorin. Sie wurde 1981 in Berlin geboren, wo sie heute noch lebt.

Küchenmeisters Gedichte evozieren das Geheimnis, ohne es künstlich zu verrätseln. Sie sind atmosphärisch dicht und entwickeln zuweilen einen in der deutschen Gegenwartslyrik einzigartigen narrativen Sog. Sie führen den Leser über Streuobstwiesen, in die Blaubeertiefe und unter den Blätterschatten einer romantischen Waldestiefe, die zu einem „tor in eine andere / gleichung“ wird.

Die Kritik feiert Nadja Küchenmeisters Texte, lobt den neuen Ton darin, den eigenen Atem und Klang sowie die hohen Erwartungen an Vers und Strophe. Tief ist in ihnen das Wissen um die Notwendigkeit des Abschiednehmens von den Dingen, sie entstehen im „einvernehmen mit der finsternis“. Durch die Verse weht die Juli-Schwermut eines Stefan George, es klingt in ihnen die Melancholie des bewunderten W.G. Sebald nach. Gleichzeitig erzählt Küchenmeister immer auch von der Sucht nach Helligkeit und Licht oder davon, wie verheißungsvoll der Anblick einer Tischtenniskelle am Morgen sein kann. Vor allem aber bestechen die Gedichte durch ihr souveränes Verfügen über die Realien unseres Alltags: Da wird eine vom Sonnenlicht punktierte Kommode beschrieben, der Klammerbeutel an einer Wäschestange oder die Stoffbespannung einer Campingliege. Küchenmeisters Sprache folgt präzise den Schienen im Gleisbett in eine verwackelte Ferne oder zeichnet den Verlauf einer Ader nach, die sich im Gelenk einer Hand verzweigt.
 
Werke:
Alle Lichter. Gedichte. Schöffling & Co., 2011.
Unter dem Wacholder. Gedichte. Schöffling & Co., 2014.