Über Christian Lehnert

Christian Lehnert © Christian Lehnert

Christian Lehnert, 1969 in Dresden geboren, lebt heute in Leipzig. Dort leitet er an der Universität das Liturgiewissenschaftliche Institut.
Christian Lehnert zählt innerhalb des deutschen Sprachraums zu den gegenwärtig zugleich angesehensten und eigenwilligsten Dichtern. Er ist ein Meister der gebundenen Form, und sein dichterisches Werk zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Vielfalt an Themen aus. So lassen sich in seinen insgesamt sechs Gedichtbänden beispielsweise Bezüge zur Bibel, zur altarabischen Mythen und zur islamischen Mystik nachweisen. Lehnert schreibt unter anderem über Bausoldaten auf Rügen, er dichtet einen Zyklus mit Vigilien über den Apostel Paulus und spielt mit Motiven aus dem Lukasevangelium. In seinem jüngsten Band „Windzüge“ (Suhrkamp 2015) finden sich Gedichte über Martin Luther, Aale, Aquarien und Hundeaugen, außerdem wird der Leser zum Ohrenzeugen abgründiger Wechselreden zwischen einem Strandgänger und einer Qualle und zwischen einer Pharaonenkatze und einem Krokodil. Vor allem aber erweist sich Christian Lehnert erneut als ein Dichter der spirituellen Naturfeier. Seine Verse durchbrechen die „Starrform der Dinge“, sie beschwören eine Gottheit, die in allen Gesteinen zittert. Bei Lehnert flockt die Landschaft aus wie „dunkler Weinstein“, eine Libelle wird ein „stilles Komma in der Luft“, ein brennender Strauch ist gegliedert wie ein Insekt und die Blätter einer Pappel sind „gewendet in die Klarheit“.

Werke (Auswahl):
Der gefesselte Sänger. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997.
Der Augen Aufgang. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000.
Ich werde sehen, schweigen und hören. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt
am Main 2004.
Auf Moränen. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008.
Aufkommender Atem. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011.
Korinthische Brocken. Ein Essay über Paulus. Suhrkamp Verlag, Berlin 2013.
Windzüge. Gedichte. Suhrkamp Verlag, Berlin 2015.