Über Daniela Seel

Daniela Seel Foto: Anne Provoost

Daniela Seel wurde 1974 in Frankfurt am Main geboren. Sie ist eine in Berlin lebende Dichterin, Übersetzerin und Verlegerin. Ihr 2003 gegründeter Verlag kookbooks bildet bis heute das Epizentrum dessen, was das Feuilleton als „deutsches Lyrikwunder“ bezeichnet. Es erscheinen dort die Bücher so wichtiger Dichter wie Monika Rinck, Uljana Wolf oder Ulf Stolterfoht.
Ihr eigener Band „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“ (kookbooks 2011) versammelt Gedichte, in denen sie einen Außenposten des Bewusstseins“ bezieht. Ihre präzise Sprache kennt den Wunsch nach Abschiedslosigkeit und jene Art von Schonung, die aus Vernachlässigung entsteht. Seel vermag es, genau den Moment zu benennen, in dem sich der Wechsel zwischen Anschauen und Angeschautwerden vollzieht, sie nimmt „die formstrenge mechanik der jahreszeit“ wahr und registriert selbst den Webfehler am Revers einer Ärztin oder eine Spur am Tassenkragen. In ihren Versen werden Blicke geschnürt und zwischen den Küssen Schrot gesammelt. Vom „aufblättern der gesten“ ist die Rede und von „schmauchspurtattoos“, die sie unter einem „wattierten peter-parker-anorak“ entdeckt. Ihre jüngsten Gedichte erzählen vom Finden flüchtiger Balancen und entwerfen ein mit Mythen durchsetztes Bild des äußersten Nordens, wagen sich dorthin vor, wo Alaska-Lupinen Sedimente bilden und Pionierpflanzen auf frischer Lava wachsen.


Werke:
ich kann diese stelle nicht wiederfinden. Gedichte. kookbooks, Idstein 2011.