Bundestagswahl Die #BTW17 in den Sozialen Medien

#BTW17
Foto: Goethe-Institut

Viele Beobachter hatten den Wahlkampf vor der Bundestagswahl als langweilig kritisiert. Trotzdem warteten am Wahlabend natürlich alle mit Spannung auf die Ergebnisse: vor dem Fernseher, in Parteizentralen – und auch in den Sozialen Medien gab es nur ein Thema: Wir zeigen, wie die Nutzer auf Twitter und Instagram die ersten Hochrechnungen und Ergebnisse kommentierten. 

Schon kurz nach der Wahl steht fest: Es gibt viel Veränderung im Deutschen Bundestag. Bislang sitzen dort vier Fraktionen – nun sind, nach dem vorläufigen Endergebnis der Auszählungen – sechs Fraktionen vertreten.
 


Stärkste Kraft wurde Angela Merkels Partei, die Christlich Demokratische Union Deutschland (CDU). Allerdings musste sie – wie auch der bisherige Koalitionspartner, die SPD – deutliche Verluste hinnehmen. Die Schwesterparteien CDU/CSU erzielten mit 33 Prozent das zweitschlechteste Ergebnis, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) fuhr gar das schlechteste Wahlergebnis in der Nachkriegsgeschichte ein. 
 

Besonders intensiv diskutierte die Netzgemeinde die hohe Stimmenzahl für die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD), die mit 12,6 Prozent erstmals in den deutschen Bundestag einzieht. Bei der letzten Bundestagswahl 2013 blieb die AfD knapp unter der Fünfprozent-Hürde, und war deshalb bisher nicht im Bundestag vertreten.

Die AfD hatte sich im Wahlkampf deutlich gegen Angela Merkels Asylpolitik gestellt. Erste Auswertungen ergaben, dass die AfD vor allem bisherige Nichtwähler und ehemalige CDU/CSU-Wähler gewinnen konnte.  
 

Nicht die einzige Veränderung in der deutschen Politik: Die Medien erwarten auch deshalb eine politische Zäsur in Deutschland, weil SPD-Chef Martin Schulz angekündigt hat, in die Opposition gehen zu wollen – statt erneut zusammen mit der CDU die Regierung zu bilden. Die am Wahlabend einzige Koalitionsmöglichkeit blieb damit die sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Bündnis 90/Die Grünen (8,9 Prozent) und der Freien Demokratischen Partei (FDP) (10,7 Prozent). Die liberale Partei zog nach vier Jahren Abstinenz wieder in den Bundestag ein. 

Nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse am Wahlabend verkündete AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, er wolle im Bundestag „Frau Merkel jagen“ und „unser Land und unser Volk zurückholen“. Empörung über dieses Zitat verbreitete sich schnell und laut in allen Netzwerken, unter anderem nahm die Publizistin Carolin Emcke Stellung:
 

Vor der Wahl riefen viele User dazu auf, wählen zu gehen – vor allem, um einen Wahlerfolg der Rechtspopulisten zu verhindern.

So setzte beispielsweise die Beautybloggerin Sarah Thiele alias @theoriginalcopy.de ein Statement für Wahlbeteiligung und gegen die AfD:
 

Auch die Plakat-Künstlerin und Aktivistin Barbara alias @ich_bin_barbara rief mit ihren gewohnt provokanten Plakaten zum Wählen auf:
 

Die Brass-Band Moop Mama rief kurz vor der Wahl sogar noch in einem Song dazu auf, wählen zu gehen: 
 


Viele enttäuschte Wählerinnen und Wähler distanzierten sich mit der Botschaft „Ich bin 87 Prozent“, vom Wahlerfolg der AfD. 
 

#ichbin87prozent ich bin #87Prozent #btw2017

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