Deutsche Filmwoche Eine Reise ins Herz unserer Nachbarn

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© Goethe-Institut

Diese Veranstaltung hat sich einen festen Platz in der polnischen Filmlandschaft erobert. Die Deutsche Filmwoche entführt uns auf eine Reise durch unterschiedliche Filmgenres: von Komödien über Dramen bis hin zu Dokumentarfilmen. Regielegenden treffen auf junge Filmemacher, Kassenschlager werden ebenso präsentiert wie Neuentdeckungen.
 

Die Organisatoren der Veranstaltung legen großen Wert darauf, dass sich die ausgewählten Filme nah am Puls der deutschen Gesellschaft bewegen. Schon bald werden wir erneut Gelegenheit haben, die Kinematografie unserer westlichen Nachbarn genauer unter die Lupe zu nehmen. Von November bis Januar präsentiert sich die Deutsche Filmwoche in elf polnischen Städten: in Wrocław (ab dem 6. November), Kraków, Opole, Poznań, Olsztyn, Katowice, Zielona Góra, Gdańsk, Kielce, Szczecin und schließlich in Warschau (vom 12. bis 18. Januar 2018). 

ES BEGINNT HEITER, MIT EINEM LÄCHELN

Vom Zustand der deutschen Komödie können sich die Zuschauer anhand des Films Ich und Kaminski überzeugen, einer weiteren Zusammenarbeit von Daniel Brühl (Schauspieler) und Wolfgang Becker (Regisseur) nach dem großen Erfolg von Goodbye Lenin. Ihr neuester Film ist eine tragikomische Geschichte über einen jungen Journalisten, der beschließt, einen Artikel über einen bekannten Maler zu schreiben. Seine Beweggründe sind jedoch ein wenig zynischer Natur – das Etikett eines „letzten Interviews“ und ein aktueller Nachruf würden den Wert seines Artikels automatisch in die Höhe schnellen lassen. Sebastian spekuliert also darauf, dass der betagte Kaminski vor dem Erscheinen des Artikels stirbt – doch das Leben hat bekanntlich seine eigenen Pläne.

Eine völlig andere Art von Komödie ist Simon Verhoevens Film Willkommen bei den Hartmanns. Unter dem Deckmantel der Komödie greift der Film ein wichtiges gesellschaftliches Thema auf: die Flüchtlingskrise und die mit ihr verbundenen rassistischen Ressentiments, bürokratischen Absurditäten und die Atmosphäre von Misstrauen. Der Film handelt von einer wohlhabenden Münchner Familie, die einen nigerianischen Flüchtling bei sich aufnimmt und schon bald am eigenen Leibe erfährt, mit welcher Geisteshaltung ihr neuer Mitbewohner Diallo tagtäglich konfrontiert ist. Willkommen bei den Hartmanns erhielt mehrere deutsche Filmpreise und wurde überraschend zu einem Kinohit, der fast 20 Millionen Dollar einspielte. Ein weiterer Beweis dafür, dass die deutschen Filmemacher sich nicht scheuen, aktuelle politische Themen aufzugreifen – und dass die deutschen Kinozuschauer sich für ihre Ansichten zu diesen Themen interessieren.

Filmstill Tangerine Dream Filmstill aus „Tangerine Dream“ (Ausschnitt) | © Gerd Haag, TAG/TRAUM

VERSTOHLEN WEGGEWISCHTE TRÄNEN

Die deutsche Filmwoche sorgt jedoch nicht nur für Gelächter, sondern auch für die eine oder andere verstohlen weggewischte Träne. Rückkehr nach Montauk, der auf der diesjährigen Berlinale seine Premiere feierte, ist der neueste Film der deutschen Regielegende Volker

Schlöndorff. Dieses Mal setzt der Schöpfer des Films Die Blechtrommel auf eine bewährte Mischung: ein Drama mit einem Schuss Romantik vor dem Hintergrund des wie immer magischen New York. Dort treffen sich Max (Stellan Skarsgård) und Rebecca (der deutsche Filmstar Nina Hoss) – ein ehemaliges Liebespaar. Sollen Sie, ihrem gegenwärtigen Leben den Rücken kehren und dort weitermachen, wo sie vor siebzehn Jahren aufgehört haben?

Selbstverständlich dürfen auch in diesem Jahr wieder großartige Dokumentarfilme nicht im Programm der Filmwoche fehlen. Zum Beispiel Revolution of Sound. Tangerine Dream der Regisseurin Margarete Kreuzer über Edgar Froese, den Gründer der Gruppe Tangerine Dream. Der Film zeigt bisher unveröffentlichtes Archivmaterial aus der 48-jährigen Karriere dieses Pioniers der elektronischen Musik.

Ebenfalls im Rahmen der Filmwoche, jedoch nur in Warschau, wird auch der neueste Film von Fatih Akin zu sehen sein: der in Cannes ausgezeichnete Aus dem Nichts. Für ihre Rolle der Katja, einer Frau, die von einem Moment auf den anderen ihren Ehemann und ihren Sohn bei einem Anschlag verliert, wurde Diane Kruger mit dem Darstellerpreis der 70. Filmfestspiele von Cannes ausgezeichnet. Völlig zurecht! Ihre erste deutschsprachige Rolle zündet wie eine Rakete. Ebenso wie der psychologisch und soziologisch hellsichtige, intensive und engagierte Film Fatih Akins, der für das heutige, durch die Flüchtlingskrise gespaltene Europa von besonderer Bedeutung ist. 

Organisatoren der Deutschen Filmwoche sind das Goethe-Institut, das Deutsche Generalkonsulat in Breslau, das Nürnberger Haus in Krakau und German Films.
 

Das Programm der Aufführungen in Warschau finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.