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Triennale der Photographie Hamburg
Auf der Suche nach der Veränderung

Alle drei Jahre sind die Augen der Menschenmengen, die sich in den Museen und Kunstgalerien Hamburgs versammeln, durch die seit 1999 stattfindende Photographie-Triennale auf die Zukunft der Photographie gerichtet.

Errichiello Menichetti - In Fourth Person (eine im Rahmen der [ENTER]-Ausstellung gezeigte Arbeit) Errichiello Menichetti - In Fourth Person (eine im Rahmen der [ENTER]-Ausstellung gezeigte Arbeit) | © Errichiello Menichetti Dieses Festival war seit seinem Bestehen nie nur eine Plattform für die Präsentation von Kunst, sondern auch für eine Debatte über die Entwicklungsrichtung der Photographie. Während das Thema der Ausgabe von 2015 die Überproduktion an Bildern und die Suche nach einem neuen Sinn ihrer Herstellung war, ist das Leitmotto der diesjährigen Triennale der „Breaking Point“, der kritische Moment einer gesellschaftlichen, ökologischen, ökonomischen oder (schließlich) persönlichen Veränderung, den zu erfassen die Photographie erlaubt. Bei ihrem Streben nach der Idee eines grenzenlosen Wachstums sind die Gesellschaften an einen Punkt gelangt, an dem eine Konfrontation mit den Konsequenzen des gegenwärtigen Entwicklungsmodells notwendig ist: mit dem Artensterben, dem Klimawandel, den zur Neige gehenden natürlichen Ressourcen oder auch einer sprunghaft wachsenden Bevölkerung, der sich verstärkenden sozialen Ungleichheit und kulturellen Veränderungen. Das Ziel des Festivals, das zum zweiten Mal von Krzysztof Candrowicz kuratiert wird, besteht nicht darin, Lösungen für die gegenwärtige Krise vorzustellen. Es soll nur den ersten Schritt dazu tun, indem es nach Mitteln sucht, Aufmerksamkeit zu wecken, Fragen zu stellen und, dank des Engagements von Künstlern und Kuratoren, zur Reflexion anzuregen. Zur Mitarbeit sind 320 Künstler eingeladen, deren Arbeiten an 80 Orten gezeigt werden.

Die Ausstellungen im Rahmen der Triennale folgen Mottos, die direkt der Computertastatur entnommen sind und gleichzeitig Empfehlungen darstellen: [ENTER], [ESCAPE], [SPACE], [DELETE] oder [HOME]. Ihre Bedeutungen sind für uns nicht neu, weil wir sie fast täglich verwenden, aber ihre symbolische Übertragung aus der virtuellen Welt in den physischen Raum der Museen soll einen Impuls dazu geben, im wahren Leben aktiv zu werden. Die Rolle der Photographie als Mittel der Dokumentation soll ihren Sinn wieder herstellen, dabei helfen, ein Instrument für eine positive Veränderung zu werden und deren Reichweite zu vergrößern. Bei einem Besuch Hamburgs lohnt es sich, die interessantesten Ausstellungen der diesjährigen Triennale anzuschauen und sich den Fragen zu stellen, die sie aufwirft.


Maciej Dakowicz - „Untitled“ aus der Reihe „Cardiff After Dark“ (eine im Rahmen der [SPACE]-Ausstellung gezeigte Arbeit) Maciej Dakowicz - „Untitled“ aus der Reihe „Cardiff After Dark“ (eine im Rahmen der [SPACE]-Ausstellung gezeigte Arbeit) | © Maciej Dakowicz Die Eröffnung der Triennale ging mit der Vernissage der Ausstellung [SPACE] einher, die der Urbanisierung, dem Leben in der Stadt und der Straßenphotograhie gewidmet ist. Das aussagekräftige Bild von Maciej Dakowicz zeigt am Beispiel des Nachtlebens in Cardiff klar die Veränderungen, die im öffentlichen Raum stattfinden.
 
Die Ausstellung [SPACE] in den Deichtorhallen Internationale Kunst und Fotografie Hamburg läuft bis zum 21. Oktober 2018.

Mathieu Asselin, „Monsanto: A Photographic Investigation“ Mathieu Asselin, „Monsanto: A Photographic Investigation“ | © Mathieu Asselin Bei einem Besuch der Ausstellung [SPACE] lohnt es sich, einen Blick in das Photobook Space zu werfen. Dies ist ein Raum auf der Rückseite des Hauses der Photographie, in dem nicht nur die besten Alben zu sehen sind, die von den Jurys des Kasseler Photobook Festivals, des Dummy Award 2018 und des Photobook Award 2018 ausgewählt wurden, sondern auch das von der Pariser Photo-Aperture Foundation ausgezeichnete Album Monsanto: A Photographic Investigation von Mathieu Asselin. Seine Recherche erbringt Beweise für die langjährige Vergiftung der Stadt Anniston, Alabama (USA) mit Chemikalien durch die Firma Monsanto.

Richard Mosse, Videoinstallation „Incoming“ Richard Mosse, Videoinstallation „Incoming“ | Foto: Monika Gościniak / Andiamo In der Ausstellung [CONTROL] NO CONTROL, die auf Veränderungen fokussiert, die im Bereich von Politik und Macht stattfinden, wird die Installation Incoming des irischen Photographen Richard Mosse gezeigt, der für seine Infrarotbilder aus dem Krieg im Kongo bekannt ist. Dieses Mal war die Migrationskrise das Thema. Der 52 Minuten lange Film enthält unter anderem Szenen, die während einer Rettungsaktion des kroatischen Heeres für libysche Flüchtlinge auf dem Mittelmeer entstanden sind.
 
Die Ausstellung [CONTROL] NO CONTROL in der Hamburger Kunsthalle dauert bis zum 26. September 2018.

Hanns-Jörn Anders - Unruhen In Nordirland, 1969 Hanns-Jörn Anders - Unruhen In Nordirland, 1969 | © Hanns-Jörn Anders Photographie, die bedeutende politische Veränderungen, Kriege, Armut oder Migration dokumentiert, hat einen außerordentlich starken Einfluss auf die öffentliche Meinung. Aus diesem Grund wurde sie auch oft einer sorgfältigen Zensur unterworfen, doch wenn sie diese Zensur umgehen konnte, sind Bildbeweise zu Ikonen und Symbolen ihrer Zeit geworden. In der Ausstellung [DELETE] sind keine Ikonen zu sehen, dafür aber bislang nicht veröffentlichte Reportagebilder aus den Jahren 1960 bis 1980.
 
Die Ausstellung [DELETE] im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg läuft bis zum 25. November 2018.

Janet Delaney - „Helen and her husband, Chester, at the Helen Cafe, 486 6th Street“, 1980 Janet Delaney - Helen and her husband, Chester, at the Helen Cafe, 486 6th StrJanet Delaney - „Helen and her husband, Chester, at the Helen Cafe, 486 6th Street“, 1980 eet, 1980 | © Janet Delaney Eine der interessantesten Gruppenausstellungen ist [HOME], eine Auswahl von Arbeiten, die sich mit Konzepten von „Haus“ und „Zu Hause sein“ befassen, mit der Zugehörigkeit zu einem Ort und mit dem Komfort, der mit dem Wohnen in Zeiten intensiver Urbanisierung und Migration verbunden ist. Die Kuratoren Nico Baumgarten und Stefan Rahner haben sowohl professionelle Photographen als auch Amateure und sogar Obdachlose zur Mitarbeit eingeladen, die mit einem Fotoapparat ihren Alltag dokumentiert haben. Die Ausstellung ist in vier Teile gegliedert, von denen drei die Form eines Außenpavillons im städtischen Raum angenommen haben und ein vierter sich im Altonaer Museum befindet.
 
Die Ausstellung [HOME] läuft bis zum 26. August 2018.

Die [SHIRANA SHABAZI]-Ausstellung Die [SHIRANA SHABAZI]-Ausstellung | Foto: Monika Gościniak / Andiamo Die Arbeiten von Shirana Shabazi, die im Kunsthaus gezeigt werden, kreisen um den Einfluss, den Technik und Bildreproduktion auf der Erschaffung von Fotowelten haben. Durch die Verwendung intensiver Farben im Raum der Galerie ist dies eine der Ausstellungen, die man gar nicht verlassen möchte, und die Flüchtigkeit des von Shabazi geschaffenen Moments wird in ungewöhnlicher Weise spürbar.
 
Die Ausstellung [SHIRANA SHABAZI] im Kunsthaus Hamburg läuft bis zum 28. August 2018. 
 
Die Triennale Photographie in Hamburg dauert bis Ende September 2018, und einige Ausstellungen werden auch noch im Oktober und November zu sehen sein. Weitere Informationen mit einer Karte und genauen Adressen finden Sie hier: https://www.phototriennale.de/
 

Auch sehenswert:

Bevor das Andiamo-Team aus der Triennale der Photographie berichtete, dokumentierte es das Projekt Two Boats, in dessen Rahmen zwei Photographen auf ihren Booten durch Europa fuhren. Ihr letzter Halt vor Hamburg war Paris.
Hier ein Fotobericht:
 


 

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