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Freiraum #Warschau

FREIRAUM #Warschau wird vom Goethe-Institut Warschau und der Stiftung Panoptykon durchgeführt. Das Thema der Warschauer Auflage des Projekts „Freiraum“ lautet „Freiheit und Internet“. Der ausländische Partner Warschaus ist Brüssel. 


Mehr über das Projekt Freiraum

 

Freiraum logo © Goethe-Institut

Ist die Einschränkung des Zugangs zu Informationen das Ergebnis einer Manipulation durch Algorithmen oder unserer bewussten Entscheidungen? Sind Filterblasen der Fluch unserer Zeit oder der Weg zu einem ruhigen Leben? Diese Fragen über „Freiheit und das Internet“ stellt Katarzyna Szymielewicz von der Stiftung Panoptykon, mit der wir gemeinsam das Projekt FREIRAUM #Warszawa als Teil des weltweiten Projekts „Freiraum“ realisieren.
 

Katarzyna Szymielewicz über die Freiheit im Internet

Der Aufstieg des Internets zum Medium der Massenkommunikation ging mit großen Hoffnungen auf eine Transformation der Machtverhältnisse und politischen Systeme einher. Viele glaubten, dass die Menschen dank des beinahe unbegrenzten Zugangs zu Informationen und sozialen Netzwerken zu kritischeren Wählern, anspruchsvolleren Verbrauchern, aktiveren Bürgern und gebildeteren Schülern, Studenten und Arbeitern werden würden. Auf die Verifizierung dieser Theorien mussten wir nicht lange warten.
 
Die Richtung, in welche sich Internetdienste und elektronische Medien entwickelt haben, erinnerten uns schnell daran, was die Märkte wirklich antreibt und was die Aufmerksamkeit der Menschen tatsächlich weckt. Das kommerzielle Internet wurde in allererster Linie zum Land der Unterhaltung, nicht zu einer politischen Agora. Der Preis für die noch nie dagewesene Verfügbarkeit von Gratisinhalten, von „Content“ besteht darin, dass dem Nutzer ständig nachgespürt wird und er dauernd ein Ziel ist. Gleichzeitig fällt die Qualität der „Nachrichten“ ins Bodenlose. Die Bürger der Online-Welt wurden zu passiven Konsumenten des Infotainment degradiert und sind nur noch ein Rohstoff, der von der Werbeindustrie verarbeitet wird. Viele Forscher sind der Meinung, dass Filterblasen nicht nur unseren Zugang zu Informationen und das Ausmaß, in dem wir verschiedenen Meinungen zu demselben Thema ausgesetzt werden, einschränken, sondern auch demokratischen Abläufen schaden könnten, indem sie die Polarisierung und Radikalisierung der öffentlichen Debatte verstärken.

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Das Phänomen der Informationsfilterblasen in Polen ist eng mit unserem politischen und sozialen Verhalten verknüpft. Wir finden uns in voneinander isolierten Online-Welten wieder und geben unsere Informationsfreiheit auf. Wir treten anderen Ansichten nicht entgegen, und wir sprechen nicht mit Menschen, deren Denkweise sich von der unsrigen unterscheidet. Doch es geht nicht nur um unsere individuelle Freiheit, nicht wissen/nicht behelligt werden zu wollen, es geht auch um die Qualität unserer Demokratie und um unsere Fähigkeit, über bedeutende soziale und politische Fragen zu debattieren.

Die Kernfrage, der wir im Rahmen des FREIRAUM-Projekts in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut nachgehen möchten, lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Wer oder was ist „schuld“ an den Schwierigkeiten, denen wir uns – als Gesellschaft – hinsichtlich der politischen Debatte und des demokratischen Dialogs gegenübersehen, insbesondere deren zunehmender Polarisierung und des beeinträchtigten Zugangs zu objektiven Informationen? Werden wir – als Individuen – durch die Funktionsweise von Suchmaschinen, sozialen Medienplattformen und Inhalte filternden Algorithmen manipuliert oder verwirrt? Oder ist es letztlich unsere eigene Wahl, nur in solchen geschützten Filterblasen zu funktionieren, isoliert von Informationen, die wir nicht aufnehmen wollen und von Menschen, denen wir nicht begegnen und die wir nicht hören wollen?

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