Hermann Hesse und sein „Glasperlenspiel“

Collage: unodue{ architektur, ausstellungen, design. Foto: Martin Hesse Collage: unodue{ architektur, ausstellungen, design. Foto: Martin Hesse

1971, vor 50 Jahren, erschien „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse in polnischer Übersetzung. Das Jubiläum haben das Goethe-Institut und die Koszykowa-Bibliothek zum Anlass genommen, an die Entstehungsgeschichte dieses Werkes in Form einer Online-Ausstellung zu erinnern.

Eingang zur Ausstellung


Collage: unodue{ architektur, ausstellungen, design. Foto: Martin Hesse Collage: unodue{ architektur, ausstellungen, design. Foto: Martin Hesse

Aufzeichnung der Diskussion in deutscher Sprache
Jenseits der Diktaturen – politische und zeitgenössische Lesarten des „Glasperlenspiels“

Ein Panzer gegen die hässliche Zeit

An diesem rätselhaften Roman hatte Hesse seit 1931 geschrieben, 1943 veröffentlichte er ihn in kleiner Auflage in der Schweiz, erst Ende 1946 wurde „Das Glasperlenspiel“ einem größeren Publikum in Deutschland bekannt. Ursprünglich hätte das Buch schon 1942 in Berlin erscheinen sollen, doch die NS-Behörden verweigerten die Druckgenehmigung.
Die neu konzipierte Ausstellung mit Fotos, Dokumenten, Film- und Musikeinspielungen rekonstruiert erstmals die eminent politische Dimension des „Glasperlenspiels“, vor dem Hintergrund der Zwänge, durch die Hesse nach 1933 in den Machtbereich der NS-Kulturpolitik geriet. Im Krieg wurden einzelne Hesse-Bücher auch als Frontbuchhandelsausgaben hergestellt. Und in den der NSDAP unterstehenden, schließlich in ganz Europa etablierten Besatzungszeitungen war Hesse ohne eigenes Zutun einer der mit am häufigsten abgedruckten Autoren. Allein in der „Krakauer Zeitung“ erschienen von 1941 bis 1945 nachweislich über 70 Beiträge von ihm - was Hesse zweifellos kompromittierte.
Gegen diese niederdrückenden zeitgeschichtlichen Umstände beharrte Hesse mit dem „Glasperlenspiel“ auf einem anachronistischen „ästhetischen Widerstand“.

Kurator: Lutz Dittrich
Mitwirkung bei der Gestaltung: unodue{ münchen
Übersetzung: Tomasz Ososiński
Organisator: Goethe-Institut Warschau
Partner: Biblioteka Publiczna m. st. Warszawy Biblioteka Główna Województwa Mazowieckiego

Hermann Hesse in der Onleihe (Auswahl)









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