SprachenQuest
Informationen für Lehrer

Internet-Recherchen sind eine attraktive und weit verbreitete Arbeitsform im schulischen und außerschulischen Unterricht. Die US-Amerikaner Bernie Dodge und Tom March haben dazu in den 90er Jahren ein eigenes Modell entwickelt: die so genannte WebQuest – auf Deutsch übersetzt „Netzsuche“. Hinter diesem Wort steckt eine klar strukturierte Didaktisierung, die aufgabenorientiertes und kollaboratives Lernen fördern soll. 

WebQuests sind mit der Zeit so populär geworden, dass sie heute praktisch als Synonym für Internet-Recherchen überhaupt stehen. Unsere SprachenQuests sind WebQuests, die speziell für den DaF-Unterricht entwickelt wurden. Die Struktur ist dabei einheitlich, sie enthält die Elemente:

  • Einführung
  • Aufgabe
  • Arbeitsschritte
  • Ressourcen
  • Bewertung
  • Rückblick

Zu jeder Didaktisierung gibt es Lehrerhandreichungen, in denen das Sprachniveau und die Lernziele (laut Referenzrahmen), der Zeitumfang und zusätzliche Ideen für den Unterricht beschrieben werden. 

Was können SprachenQuests bieten? Das Reizvolle für Lernende ist:

  • das Kreative (etwas Neues schaffen)
  • die eigene Verantwortung (selbst Entscheidungen treffen)
  • der Realitätsbezug
  • das Arbeiten in der Gruppe
  • und der Wettbewerbsgeist (wer macht die beste Präsentation?)

Die Arbeitsform kann am Anfang jedoch ungewohnt sein.

Tipps für den Unterricht

Hier einige Tipps von uns, wie man mit möglichen Schwierigkeiten umgehen kann:

  • Vorbereitung
    Wichtig ist eine gute Vorbereitung. Man sollte – wenigstens in Gedanken – die Arbeitsschritte noch mal durchgehen, mit denen die Schülerinnen und Schüler konfrontiert werden. Man sollte auch darüber nachdenken, welche Konsequenzen die Aufgabe für Klassenmanagement und Instruktion hat. 
     
  • Aktualität der Links
    Wir bemühen uns, alle Links aktuell zu halten. Zur Sicherheit sollten Sie jedoch vor dem Einsatz im Unterricht überprüfen, ob alle Links noch funktionieren. 
     
  • Zeitplanung 
    Die Präsentation der Ergebnisse nimmt meistens mehr Zeit in Anspruch, als man denkt und vorgesehen hat. Die Lernenden sollten dabei auch die Möglichkeit haben, die Arbeit der Mitschülerinnen und Mitschüler begründend zu bewerten. 
     
  • Unsicherheit bei offenen Aufgaben 
    SprachenQuests sind im Gegensatz zu den meisten Unterrichtsaufgaben relativ offen, d. h. die Schülerinnen und Schüler sollen selbst nach Lösungen suchen. Das wird am Anfang zu Unsicherheiten führen, was wiederum zu Widerstand führen kann. Darauf sollte man vorbereitet sein. Man sollte versuchen, das als Teil des Lernprozesses sowohl für die Lehrenden als auch für die Lernenden zu verstehen. 
     
  • Teamarbeit
    Viele Lernende finden die Arbeit in der Gruppe am Anfang gar nicht so einfach. Deshalb sollte man die SprachenQuests nicht in Gruppen einsetzen, die sich (noch) nicht gut kennen.
     
  • Einführung in der Klasse 
    Bei SprachenQuest-Anfängern sollte man die Aufgabe zuerst mit der Klasse besprechen. Danach sollte es eine kurze Zeit (Viertelstunde) geben, wo die Lernenden keine Fragen stellen dürfen. Dadurch werden sie gezwungen erst einmal selbst herauszufinden, was sie machen sollen um dann eventuell die Lehrerin oder den Lehrer um Hilfe zu bitten. 
     
  • Arbeit im Computerraum oder zuhause 
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Arbeit am Computer zu organisieren. Eine gute Variante ist folgende Aufteilung: Recherchieren und Diskutieren im Computerraum, Ausarbeiten der Ergebnisse (z. B. Präsentationen) zuhause. 
     
  • Arbeit mit großen Klassen 
    Wenn man zum ersten Mal eine SprachenQuest mit einer großen Klasse macht, sollte man sich – wenn möglich – von einer Kollegin oder einem Kollegen assistieren lassen. Wichtig ist, dass diese Person den Inhalt der Aufgabe gut kennt, damit sie auf Fragen antworten kann.

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