Diskussion
Sonntagsgespräche
- Ben J. Riepe

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© Goethe-Institut Krakau

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"Der Körper als Ausgangspunkt für alles" - ein Interview mit Ben J. Riepe
 
"Was ist eigentlich der Körper?" - fragt sich Ben J. Riepe, der Protagonist der aktuellen Folge von "Sonntagsgesprächen". Im Interview mit Tomasz Kireńczuk sagt der Tänzer und Choreograph, Gründer von Ben J. Riepe Kompanie e.V. unter anderem: "In unserem Denken über den Körper muss die Spaltung in das Objekt und das Subjekt in Frage gestellt werden. Der Körper soll einer Transformation unterzogen und als Instrument begriffen werden, als Stoff für eine Interaktion, um eine Verbindung mit der Welt herzustellen. Der Körper wird als Bedrohung aufgefasst, er wird zur Angriffsfläche in jedem politischen System, ganz speziell der weibliche Körper. Frauen wird das Recht aberkannt, über ihren eigenen Körper frei zu entscheiden. Kann oder darf ein Körper andersartig sein? Ist eine Geschlechtsänderung überhaupt möglich? Darf man über die Norm hinausgehen und wenn ja, in welcher Form? Ein solches Verhalten wird in jedem populistischen System verfolgt. Es herrscht eine enorme Angst davor, dass sich der Körper umwandeln, transformieren kann. Generell gesehen ist Körper gar nicht das, was er zu sein scheint, weder Subjekt noch Objekt. Für mich bildet der Körper den Ausgangspunkt für alles andere."
 
Das Gespräch wurde im Januar 2020 aufgezeichnet. Video & Schnitt: Łukasz Ziomek und Dominik Stanisławski; Übersetzung: Marcin Behlert; Produktion: Teatr Nowy Proxima und Goethe-Institut.
 



ÜBER DAS PROJEKT

In einer Welt der Konflikte, die zunehmend auf Polarisierung anstatt auf gegenseitiges Verständnis ausgerichtet ist, wird es immer schwieriger, einen Raum für den freien Austausch von Meinungen zu finden, einen Raum, der auf dem Akzeptieren des Anderen und einem wirklichen Interesse an dem Gegenüber, seinen Ansichten, Überzeugungen und Bedürfnissen, basiert. „Sonntagsgespräche“ ist ein gemeinsames Projekt des Goethe-Instituts und des Teatr Nowy Proxima: eine Veranstaltungsreihe, an der bedeutende deutsche und polnische Intellektuelle teilnehmen und die sich mit den wichtigsten Aspekten unseres gesellschaftlichen und politischen Lebens auseinandersetzt. Wir wollten mit der Veranstaltungsreihe „Sonntagsgespräche“ einen Raum für einen freien und offenen Gedankenaustausch, ein Aufeinandertreffen unterschiedlicher Meinungen und gegenseitige Inspiration schaffen. Als wir unsere Veranstaltungsreihe ins Leben riefen, setzten wir uns gemeinsam mit unseren Gästen und unseren Zuhörern an einen Tisch und diskutierten miteinander: Über die Kirche. Über unsere Umwelt. Über Vielfalt. Über den Körper. In einer Situation, in der sich unser soziales Leben – sowohl im Kleinen als auch im Großen – maßgeblich verändert hat, verlagern wir uns Projekt ins Internet. Wir wollen mit unseren Gästen über unsere Ängste diskutieren und darüber, wie die Erfahrung der Pandemie und der sozialen Isolation unser Bewusstsein verändert und neue Modelle sozialer Koexistenz hervorgebracht hat. Aufzeichnungen dieser Gespräche werden jeden Sonntag auf den Facebook- und Internetseiten des Goethe-Instituts und des Teatr Nowy Proxima erscheinen. Wir wollen die Ursprünge unserer Ängste untersuchen und uns dabei unterschiedlichen Bereichen unseres Lebens zuwenden: der Kultur, der Politik und den Medien. Indem wir uns bewusst machen, auf welche Weise gesellschaftliche Ängste erzeugt und geschürt werden, wollen wir eine Antwort auf die Frage finden, wie wir diese Ängste überwinden können.
 
Die in den Interviews geäußerten Meinungen geben ausschließlich die persönliche Auffassung der Interviewten wieder, und stellen nicht notwendigerweise den Standpunkt des Goethe-Instituts oder des Teatr Nowy Proxima dar.

 

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Krakau

Diese Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe Sonntagsgespräche online.