Duales Bildungssystem
Deutsch = Erfolg im Beruf

Das duale Berufsbildungssystem

Das duale Berufsbildungssystem basiert auf enger Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und der berufsbildenden Schule. In dem System wird den Schülern der glatte Übergang zwischen dem Schulunterricht und dem aktiven Berufsleben erleichtert, der Bildungsweg wird praxisorientiert nach Erwartungen und Bedürfnissen der Arbeitgeber konzipiert.
 
Im dualen System werden die Bildungsaufgaben zwischen den Schulen und den Unternehmen geteilt. Während in der Schule die Theorie gelehrt wird, übernimmt der Partner aus der Wirtschaftswelt die Praxislehre. Die Schüler verbringen ein paar Tage pro Woche in der Firma, dabei machen sie sich mit Aufgaben vertraut, die sie in Zukunft erwarten, wenn sie eines Tages vollwertige Teammitglieder werden.
 
Das duale Bildungssystem kann ein wichtiges Element in der Firmenpolitik sein und möglicherweise dazu beitragen, Mängel an qualifizierten Arbeitskräften sowie lückenhafter Ausbildung der Fachkräfte entgegenzuwirken.
 
Dank der engen Praxis-Theorieverflechtung findet das duale Bildungssystem hohe Anerkennung. In den Ländern, wo das System implementiert wurde (darunter auch Deutschland), besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass junge Berufseinsteiger auf die Herausforderungen des Arbeitslebens schnell vorbereitet werden. Dieser Prozess wirkt sich auf die Wirtschaftsentwicklung im jeweiligen Land positiv aus.
 
Das Praktikum im Unternehmen vermittelt den jungen Menschen Berufseinblicke, auf denen man in Zukunft aufbauen kann und schafft erste Grundlagen für erfolgreiche Leistungen am Arbeitsplatz. Darüber hinaus bildet es ein gutes soziales Training und führt in die Firmenstruktur ein. Zusätzlich stellt es eine Maßnahme zur Unterstützung der Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen dar.
 
Die Herausforderungen junger Berufseinsteiger auf dem Arbeitsmarkt bedürfen Lösungen, die einen reibungslosen Übergang vom Schulunterricht zur Arbeitswelt anbieten. Deswegen werden Maßnahmen ergriffen, die praxisorientierte Ausbildung am Arbeitsplatz berücksichtigen.
 

© AHK Polska

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Berufsausbildung in Deutschland – Inforeise nach Hamburg

Um dem aktuellen Bedarf des Arbeitsmarktes in Polen und der Bildungsreform gerecht zu werden, organisierte das Goethe-Institut Warschau im November 2019 eine Studienreise nach Hamburg für Deutsch- und Fachlehrer sowie Schulleiter ausgewählter Berufsschulen. Die Auswahl dieser Schulen erfolgte durch Schülerwettbewerbe, die vom Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen im Rahmen des Projekts „Deutsch = Erfolg im Beruf“ organisiert wurden. Das Projekt richtet sich an Berufsschulen und Techniken in Polen. An dem Besuch nahmen Vertreter der Techniken in Głogów, Żagań, Elbląg, Częstochowa, Gdańsk, Gdynia, Lubań, Grudziądz und Leżajsk teil.

Die Studienreise wurde in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) organisiert. Im Rahmen dieser Studienreise besuchten die Gäste aus Polen zwei Berufsschulen – die Berufsschule Medien und Technik Farmsen (mit technischem Profil) und die Staatliche Gewerbeschule Gastronomie und Ernährung (mit den Profilen Hotellerie und Gastronomie) - sowie einen Produktionsbetrieb der STILL GmbH, die mit den Schulen kooperiert. Darüber hinaus wurden den Lehrern und Schulleitern das Angebot des HIBB und die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit ähnlichen Einrichtungen in Deutschland vorgestellt.

Die Berufsausbildung in Deutschland hat eine lange Tradition und basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Unternehmen. Bei diesem System besucht der Schüler an drei Tagen in der Woche den theoretischen Unterricht in der Schule und verbringt die restlichen zwei Tage im Unternehmen, um für den Beruf zu lernen. Alternativ sind für die theoretische Ausbildung an der Schule zwei bis drei mehrwöchige Unterrichtsblöcke pro Jahr vorgesehen, die abwechselnd mit Blockunterricht zur praktischen Berufsbildung im Unternehmen stattfinden. In beiden Varianten werden die Auszubildenden in den Unternehmen eingesetzt, um Aufgaben zu erledigen, die sie in Zukunft übernehmen werden, sobald sie vollwertige Mitarbeiter des Unternehmens sind. Während der Ausbildung erhalten die Auszubildenden auch ihr erstes Gehalt. Das deutsche duale Bildungssystem ermöglicht den Schülern einen reibungslosen Übergang von der Schule in das aktive Berufsleben und ist eng auf die Erwartungen und Bedürfnisse der Arbeitgeber abgestimmt.

Die Wirksamkeit des deutschen dualen Ausbildungsmodells inspiriert Entscheidungsträger im Bereich der Bildung und Wirtschaftsvertreter in vielen Ländern. Bildungssysteme, in denen die duale Berufsausbildung dominiert, sind mit einem hohen wirtschaftlichen Entwicklungsstand des jeweiligen Landes und einer guten Vorbereitung der Jugendlichen auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt verbunden. Die Ausbildung in einem Unternehmen vermittelt spezifisches Fachwissen, bietet eine praktische Vorbereitung auf die effiziente Erfüllung von realen Aufgaben, gewährleistet das Training von sozialen Kompetenzen und ermöglicht, sich in den in den Arbeitsbeziehungen des Unternehmens zurechtzufinden. Zusätzlich wirkt sie sich positiv auf die Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen aus.

Mit der Vorstellung dieses seit Jahrzehnten erfolgreich funktionierenden Systems will das Goethe-Institut die Vertreter der Schulen in Polen ermutigen, intensiv nach Partnerunternehmen zu suchen und eigene Modelle einer engeren Zusammenarbeit zu entwickeln, die beide Seiten zufrieden stellen. Das Projekt hatte auch zum Ziel die Sensibilisierung der Entscheidungsträger auf die Rolle der Fremdsprachen in der schulischen Ausbildung