Vortrag, Diskussion Gedankenwerkstatt

warsztat myśli .

Mi, 14.11.2018

Goethe-Institut Krakau

Rynek Główny 20
Krakau

Dr. Aleksandra Bednarowska und Ryszard Wojnakowski: Schweigen klingt gut in jeder Sprache – über das Leben und Werk der Dichterin Mascha Kaléko und über Unübersetzbarkeit lyrischer Poesie

Wie viele Strophen braucht ein Dichter zum Sterben?
Wie schweigt ein Dichter und ob sich dieses Schweigen übersetzen lässt?
Kann man ein Gebetslied an die Bombe Nr. 48 910 schreiben?
Worum hat der deutsche Philosoph Martin Heidegger die jüdische Dichterin gebeten?
 
Diese und andere Fragen werden von Dr. Aleksandra Bednarowska, der Krakauer Germanistik, der Forscherin vom Mascha Kalékos Leben und Werk und von Ryszard Wojnakowski, dem Übersetzer ihrer Gedichte ins Polnische beim zweiten Treffen in der Reihe „Gedankenwerkstatt“ beantwortet.
 
Marcel Reich-Ranicki schrieb über sie: „Mascha Kaléko war eine polnische Judin und eine deutsche Dichterin, eine Berlinerin, die man vertrieben hat, eine Emigrantin, die nirgends eine Heimat finden konnte.“ Mascha Kaléko lebte in Chrzanów, Berlin, New York und Jerusalem, sie gehörte zu den beliebtesten Dichterinnen Berlins. Ihr Leben und Werk wurden stark geprägt durch die Ambivalenz der Verbannung sowie durch das ewige Konflikt zwischen der Heimat und dem Fremden, zwischen dem Ort, an dem sie schrieb und dem Gefühl der Zugehörigkeit zu einer anderen Kultur und Tradition, zwischen dem Assimilationswillen und der Angst vor Assimilation.
Über das Werk von Mascha Kaléko sprechen Dr. Aleksandra Bednarowska und Ryszard Wojnakowski.
 
Dr. Aleksandra Bednarowska hat an der Humboldt Universität studiert. Sie hat den Mauerfall in Berlin erlebt. 1990 hat sie ihr Studium an der State University of New York in Stony Brook fortgesetzt. Ihre Doktorarbeit schrieb sie über die Mutterschaft in Frauenromanen des 18. Jahrhunderts. Sie unterrichtete an der Bucknell University in Pennsylvanien, dann an der Kent State University in Ohio. Nach 18 Jahren im Ausland kehrte sich nach Krakau zurück, wo sie an der Pädagogischen Universität lehrt. Weiterhin hält sie Vorträge und unterrichtet an den Universitäten in den USA, in Deutschland, Spanien und Israel. Ihr Forschungsgebiet ist die künstlerische Tätigkeit der deutsch-jüdischen Autorinnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie die Kulturgeschichte der Juden in Nazideutschland.
 
Ryszard Wojnakowski - hat Germanistik und Skandinavistik studiert und lebt gegenwärtig in Krakau. Nach dem Studium war er kurzzeitig als Lehrer tätig, dann von 1983–1993 als Lektor im Verlag Wydawnictwo Literackie. Seit 1993 arbeitet er freiberuflich als Übersetzer und Lektor, wobei er mit allen wichtigeren Verlagen kooperiert, die deutschsprachige Literatur publizieren. Im Jahre 2000 begründete er eine zweisprachige Buchreihe mit zeitgenössischer österreichischer Lyrik, die er bis heute herausgibt. Ryszard Wojnakowski hat zahlreiche Ehrungen empfangen, von denen an erster Stelle der Karl-Dedecius-Preis (2009) zu nennen ist.

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