Dokumentarfilm „Beuys“

„Beuys” © Goethe-Institut / Grafik: beton

Di, 11.05.2021

online

Deutschland 2017, 107 min., Dokumentarfilm

Regie: Andres Veiel
Schnitt: Stephan Krumbiegel, Olaf Voigtländer
Archiv und Recherche: Monika Preischl
Ton: Hubertus Müll
Kamera: Jörg Jeshel
Musik: Ulrich Reuter Damian Scholl Sound Design
Interviewpartner: Caroline Tisdall, Rhea Thönges-Stringaris, Franz Joseph van der Grinten, Johannes Stüttgen, Klaus Staeck
 
Der Film wird auf der Plattform MOJEeKINO.pl gezeigt.
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Beuys. Der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Geduldig versuchte er uns schon damals zu erklären, dass „Geld keine Ware sein darf“. Er wusste, dass der Geldhandel die Demokratie unterwandern würde. Doch mehr als das. Beuys boxt, parliert, doziert und erklärt dem toten Hasen die Kunst. Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen? fragt er grinsend. Sein erweiterter Kunstbegriff führte ihn mitten in den Kern auch heute relevanter gesellschaftlicher Debatten. Aus einer kongenial montierten Collage unzähliger, bisher unerschlossener Bild- und Tondokumente stellen Regisseur Andres Veiel und sein Team ein einzigartiges Zeitdokument zusammen: „BEUYS“ ist kein klassisches Porträt, sondern eine intime Betrachtung des Menschen, seiner Kunst und seiner Ideenräume.
 
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut
  • „Beuys“ © Goethe-Institut

Director's Note

Beuys war ein Held meiner Jugend. Er war wichtig, weil er mit seiner Kunst ins Herz der Gesellschaft hineinwirken und sie aus ihren musealen Korsetten befreien wollte. Sein Kunstbegriff war Sprengstoff in der schwäbischen Vorstadt, in der ich aufgewachsen war. Dass Beuys nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat, wurde mir klar, als ich mich 2013 wieder intensiv mit ihm beschäftigte. Das war der Grund, über ihn einen Kino-Film zu machen. Ich sichtete 300 Stunden Video- und fast ebenso viel Audio-Material von und mit Beuys. Beuys hat sich immer in Widersprüchen und Rätseln offenbart und entzogen, nicht zuletzt durch seinen schlagfertigen Humor. Wir begriffen, dass diese Offenheit auch das Prinzip des Films werden sollte. Das Projekt, das mit 30 Prozent Archivmaterial geplant gewesen war, wurde zu einem Film, der heute zu fast 95 Prozent aus Archivmaterial montiert ist. Keiner konnte ahnen, dass der Film in einer Zeit fertig gestellt werden würde, in der sich immer mehr Menschen nach einer Vergangenheit sehnen, die es nie gegeben hat. Angesichts dieser Anti-Utopien ist Joseph Beuys heute für mich wichtiger denn je, denn er beharrt auf die Möglichkeit einer Veränderbarkeit der Welt, beruhend auf der Fähigkeit jedes einzelnen: „Nichts muss so bleiben, wie es ist.“
 
Andres Veiel
Andres Veiel absolvierte parallel zu seinem Psychologiestudium eine Regie-Ausbildung am Berliner Künstlerhaus Bethanien unter anderem bei Krzysztof Kieślowski. 1994 polarisierte Veiel Kritik und Publikum mit seinem umstrittenen Film „Balagan“. In seinem persönlichsten Film „Die Überlebenden“ (1996) machte er sich auf die Spuren von drei Klassenkameraden, die sich umgebracht haben. Einem großen Publikum wurde Veiel 2001 durch „Black Box BRD“ bekannt. 2004 beendete Veiel mit „Die Spielwütigen“ seine dokumentarische Langzeitbeobachtung über vier Schauspielschüler. Sein Theaterstück „Der Kick“ über einen brutalen Foltermord in Brandenburg wurde am Berliner Maxim Gorki Theater uraufgeführt und zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 2006 kam die Verfilmung ins Kino. 2011 feierte sein Film „Wer wenn nicht wir“ im Wettbewerb der Berlinale Premiere und wurde mit dem Alfred- Bauer-Preis ausgezeichnet. 2012 führte Veiel Gespräche mit Vorstandsmitgliedern verschiedener Banken. Daraus entwickelte er das Stück “Das Himbeerreich“, das am Deutschen Theater Berlin 2013 unter seiner Regie uraufgeführt wurde. Für seine Arbeiten erhielt Veiel mehr als 40 Auszeichnungen, darunter den Europäischen und mehrfach den Deutschen Filmpreis.

Filmografie (Auswahl)
2001 „Black Box BRD“, Dokumentarfilm
2004 „Die Spielwütigen“, Dokumentarfilm
2006 „Der Kick – Spurensuche eines Mordes“
2011 „Wer wenn nicht wir“, Alfred-Bauer-Preis (Berlinale Wettbewerb)
2017 „Beuys“

Der Film zugänglich dank der Zusammenarbeit mit MOJEeKINO.
Mojeekino - logo

 


Medienpartner:

Gazeta Wyborcza
„Gazeta Wyborcza“, Redaktion der Ausgabe Warschau

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