Theater Susanne Kennedy: Drei Schwestern

Susanne Kennedy: Drei Schwestern © Foto: Judith Buss

Sa, 24.04.2021 -
So, 25.04.2021

online

nach Anton Tschechow

 
Ein Gastspiel, präsentiert von Nowy Teatr auf
vod.nowyteatr.org
im Rahmen des Festivals „Nowa Europa. Zbliżenia” (Neues Europa. Annäherungen).
Streaming verfügbar am 24. April ab 12:00 Uhr, für 36 Stunden.

Die drei Schwestern Mascha, Olga und Irina träumen sich von der russischen Provinz in ein aufregenderes Leben „nach Moskau!“. Zukunft bleibt für sie das große Versprechen, obwohl niemand weiß, was sie bringen wird. Immer wieder werden die Protagonistinnen auf die Bühne gerufen, um zu sehen, wie sie sich sehnen, ihrer Gegenwart entfliehen zu können.
Susanne Kennedy will die Schwestern davon befreien und schlägt einen Perspektivenwechsel vor: Was, wenn die Zeit ein Kreis ist und wir jeden einzelnen Augenblick unseres Lebens immer wieder leben werden? Für Nietzsche bedeutete die Idee der ewigen Wiederkehr, ständig bereit zu sein – die absolute Bejahung. Vielleicht sind Menschen grundsätzlich nicht die Produzenten ihres Schicksals. Vielleicht sind ganz andere Kräfte im Spiel. Wenn wir, Nietzsche folgend, so lebten, als müssten wir das Leben endlos wiederholen, würden wir dann andere Entscheidungen treffen? Weniger beeinflusst von dem Wunsch nach Kontrolle der Zukunft als vielmehr dem Wunsch nach Befreiung?
 
Susanne Kennedy (geb.1977 in Friedrichshafen) studierte Regie an der Kunsthochschule in Amsterdam. In Holland inszenierte sie Stücke von u.a. Henrik Ibsen, Enda Walsh, Sarah Kane und Elfriede Jelinek. Ab 2011 arbeitet sie  mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele zusammen. Es folgen Inszenierungen des Filmstoffes „They Shoot Horses, Don’t they?“ (2011), von Marieluise Fleißers Stück „Fegefeuer in Ingolstadt“ (2013), „Warum läuft Herr R. Amok?“ (2014) nach dem Film von Rainer Werner Maria Fassbinder und Michael Fengler, nach Anton Tschechow „Drei Schwestern“ (2019), deren Bühnenbild in der Kritiker*innen-Umfrage der Zeitschrift Theater heute den Titel „Bühnenbild des Jahres“ bekam. Die Inszenierungen „Fegefeuer in Ingolstadt“ und „Warum läuft Herr R. Amok?“ wurden 2014 und 2015 zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen. In Zusammenarbeit mit der Ruhrtriennale entstehen 2015 der Musiktheater-Parcours „Orfeo“ und 2016 das multimediale Stück „MEDEA.MATRIX“. Ab 2018 arbeitet sie an der Volksbühne Berlin. Sie inszeniert „Woman in Trouble“ , 2019 folgt „Coming Society“, eine installative Performance mit Beteiligung des Publikums, 2020 die Performance „ULTRAWORLD”.

Susanne Kennedy hat ihren eigenen Stil entwickelt, in welchem sie das Verhältnis von Körper und Technologien erforscht. Sie praktiziert experimentelle Adaptionen von Büchern, Filmen, klassischen Theaterstücken und verwendet dabei ein ganzes Arsenal an Mitteln, die verfremdend und artifiziell wirken wie Masken, Playback, Multimedia, stilistische Motive aus dem Internet und der virtuellen Realität. Es entstehen dabei Bilder mit einer Ästhetik jenseits des Menschen und von einer posthumanistischen Subjektivität.
 

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