Filmessays, Vorführungen und Vortrag Tanz und Zeit

Martiality, Not Fighting, Reg. Marianne M. Kim & Cheng-Chien Yu Martiality, Not Fighting, Reg. Marianne M. Kim & Cheng-Chien Yu

Mo, 09.10.2017 -
Di, 10.10.2017

Goethe-Institut Warschau

ul. Chmielna 13A
Zugang ul. Chmielna 11
00-021 Warszawa

9.10.2017, 18.00, Zeit und Körper
10.10.2017, 18.00, Politik und Bewegung


Kurator: Thomas Thorausch, Deutsches Tanzarchiv Köln

Thomas Thorausch, der stellvertretende Leiter des Deutschen Tanzarchivs Köln, hat zwölf „tänzerische Filme“ zusammengestellt, die das innige Verhältnis von Film und Tanz zeigen und eindrucksvoll demonstrieren, wie innovativ die tänzerisch-filmische Auseinandersetzung mit den Aspekten Zeit/Körper/Bewegung/Politik sein kann. Dabei reicht die Spannbreite der Filmbeispiele von der abstrakt-künstlerischen Kolorierung einer Bewegungsstudie oder dem bewegt-filmischen Grenzgang in inszenierten Erzählräumen bis hin zum politisch-ambitionierten ‚Pas de Deux‘.
 
  • Momentum,  Reg. Boris Seewald Momentum, Reg. Boris Seewald
  • Mirroring Reg. Marinus Groothof Mirroring Reg. Marinus Groothof
  • Mirroring Reg. Marinus Groothof Mirroring Reg. Marinus Groothof
  • Voices of Finance Reg. Clara van Gool Voices of Finance Reg. Clara van Gool
  • Voices of Finance Reg. Clara van Gool Voices of Finance Reg. Clara van Gool
  • Voices of Finance Reg. Clara van Gool Voices of Finance Reg. Clara van Gool
  • Voices of Finance Reg. Clara van Gool Voices of Finance Reg. Clara van Gool


PROGRAMM:
Zeit und Körper
9.10.2017, 18.00 Uhr

 
Mirroring
Reg. Marinus Groothof
Niederlande, 2011
12 Min.
Realität oder Fantasy? Der Eintritt eines Mannes in ein leerstehendes Haus markiert im Film des jungen niederländischen Regisseurs Marinus Groothof den Eintritt des Protagonisten in eine Welt, in der die Gesetze von Zeit und Raum außer Kraft gesetzt und lediglich vom Tanz zusammengehalten zu sein scheinen.
 
Annabella tanzt à la Loie Fuller
Reg. Thomas A. Edison
USA, 1897
1 Min.
Jahrmarkt, Kintopp und mehr! Es war der experimentelle Tanz einer Loie Fuller, der die Pioniere der Filmkunst, wie zum Beispiel den Amerikaner Thomas A. Edison, zu Beginn des 20. Jahrhunderts faszinierte. Und eine neue Mode kreierte: Filme mit Tänzerinnen, die - mehr oder minder talentiert - diesen Stil zu imitieren suchten.

 
Opus III
Reg. Walter Ruttmann
Deutschland, 1924
4 Min.
Können geometrische Körper in Bewegung geraten? Können Sie vielleicht sogar „tanzen“? Der Regisseur Walter Ruttmann, bekannt durch seinen Film „Berlin, Sinfonie einer Großstadt“ beantwortete diese Fragen in den 1920er Jahren mit einer Reihe experimenteller Kurzfilme.
 
Dance Chromatic
Reg. Ed Emshwiller
USA, 1959
2 Min.
Mit einer Montage von „bewegten Pinselstrichen“ gelang es dem amerikanischen Avantgardefilmer Ed Emshwiller bereits 1959, die Sicht auf den Tanz und den tanzenden Körper zu verstören und in Frage zu stellen.
 
Contact
Reg. Mitchell Rose
USA, 2012
3 Min.
 
Auf wundersame Weise wird ein Tänzer in dem amerikanischen Kurzfilm von Mitchell Rose von seltsam irrealen tanzenden Körpern bedrängt – ein Spiel mit den Möglichkeiten des Films? Oder ein Pas de deux mit Dämonen?
Iris
Reg. Barnaby Roper
USA, 2010
2 Min.
 
Wenn ein Körper seine Fassung verliert und das Bild zur Mode wird. Ein ewig junges Spiel: die Fragmentierung und Defragmentierung von Körper und Bewegung mit den Mitteln des Films und der digitalen Montage.
Penelope
Reg. Andreas Morell / Christian Spuck
Deutschland, 2005
26 Min.
Wenn die Zeit vom Körper Besitz ergreift: der Choreograph Christian Spuck und der Regisseur Andreas Morell zeigen eine Frau, die ihr Leben mit Warten verbracht hat. Und jetzt, wo das Leben beinahe vorüber ist, hat sie nur noch ihre Erinnerungen. Denen hängt sie nach, und gelegentlich fahren sie ihr auch in den Körper: Dann bewegt sie sich mit energischen Tanzschritten, bevor sie wieder in ihrer Welt des Wartens versinkt.
 
 
Politik und Bewegung
10.10.2017, 18.00 Uhr

 
Momentum
Reg. Boris Seewald
Deutschland, 2013
7 Min.
Wann und warum beginnt ein Mensch zu tanzen? Der Protagonist des experimentellen Kurzfilms von Boris Seewald führt seine Begeisterung für den Tanz auf die Begegnung mit einem Tortilla Chip zurück. Eine wundersam anmutende Erzählung von der Bedeutung und Kraft des Tanzes.
 
Voices of Finance
Reg. Clara van Gool
Niederlande, 2015
30 Min.
Seine Inspiration zog der Film aus einem Blog des der britischen Tageszeitung „The Guardian“, die im Jahr 2012/13 unter dem Titel „Voices of Finance“ Selbstauskünfte und -einschätzungen von Managern aus der globalen Finanzwelt veröffentlichte. Die niederländische Filmregisseurin Clara van Gool hat Auszüge daraus mit virtuosen Performern zu einem „Tanz ums goldene Kalb“ inmitten der Szenerie des internationalen Finanzplatzes London montiert.
 
Global Tides
Reg. Linda Brieda
USA, 2012
7 Min.
Die amerikanische Filmemacherin Linda Brieda stellt in ihrem ‚poetisch-politischen Filmmanifest‘ Lebenswelten gegenüber, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihr leidenschaftliches Plädoyer für alternative Formen der Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit modernen Lebenswelten könnte eindeutiger nicht sein.
 
Martiality, Not Fighting
Reg. Marianne M. Kim & Cheng-Chien Yu
China, 2012
12 Min.
 
Postmoderner Tanz, Kampfsport und Politik finden in dem chinesischen Tanzfilm der Regisseurin Marianne M. Kim und dem Choreographen Cheng-Chieh Yu eine neue, aufregende Form des Miteinanders. Dabei wird unsere Vorstellung des Kampfes mehr und mehr ersetzt durch die Beobachtung der tänzerischen Grundmotive von Bewegung und Anspannung.
Chest
Reg. Nønne Mai Svalholm
Dänemark, 2013
10 Min.
 
Warum tanzen Menschen? Der dänische Tanzfilm von Nønne Mai Svalholm stellt sich diese Frage nicht, lässt den Zuschauer indes eindringlich spüren, wie ein Pas de deux über den Dächern von Kairo von politischer Relevanz sein kann und wie die Politik als ‚Echo‘ in Körpern und Bewegungen aufscheint.

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