Vortrag Aleksandra Kędziorek: Helena Syrkus und Herr Bauhaus

Bauhaus3 .

Di, 04.06.2019

Goethe-Institut Krakau

Rynek Główny 20
Krakau

Veranstaltungsreihe: Elemente der Architektur. Das Bauhaus

Nach dem Zweiten Weltkrieg betonte der berühmte Architekt und ehemalige Direktor des Bauhauses Walter Gropius in seinem Briefwechsel mit der polnischen Architektin und Hochschullehrerin Helena Syrkus, wie wichtig es sei, in diesen schweren Zeiten ein Netz von Freunden auf der ganzen Welt zu haben. Auch wenn das Interesse der Forscher sich für gewöhnlich auf die Erzeugnisse der architektonischen Arbeit, also die realisierten und nicht realisierten Entwürfe, richtet, ist doch die soziale Seite dieses Berufs nicht minder wichtig und interessant. Auf Kongressen geknüpfte Kontakte, gemeinsam herausgegebene Zeitschriften und langjährige Briefwechsel ermöglichten es den Architekten nicht nur, sich über berufliche Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, interessante Aufträge zu erhalten oder eigene Entwürfe zur Diskussion zu stellen, sondern halfen ihnen manchmal auch dabei, persönliche Schwierigkeiten zu überwinden. Aleksandra Kędziorek beschäftigt sich in ihrem Vortrag mit den Beziehungen zwischen Vertretern der polnischen Moderne und der internationalen Architekturszene. Sie untersucht, wie diese Beziehungen den politischen Wirren des 20. Jahrhunderts standhielten – und welche Rolle Frauen und ihre Schreibmaschinen bei der Aufrechterhaltung dieser Kontakte spielten.
 
Aleksandra Kędziorek, Kunsthistorikerin, Architektin und Kuratorin. Sie arbeitete unter anderem mit dem Museum für Moderne Kunst in Warschau, der Stiftung Bęc Zmiana und dem Architekturmuseum in Breslau zusammen. Sie beschäftigt sich mit der polnischen Architektur der Moderne, die auch der Gegenstand ihrer Ausstellungen und Publikationen in und außerhalb Polens ist. Sie war Mitkuratorin der Wanderausstellung Oskar Hansen. Open Form, die zwischen 2014 und 2017 in Barcelona, Porto, New Haven, Warschau und Vilnius zu sehen war, Kuratorin des Hauses von Oskar und Zofia Hansen in Szumin (2013-17); Mitherausgeberin der Bücher Oskar Hansen—Opening Modernism: On Open Form Architecture, Art and Didactics (gemeinsam mit Łukasz Ronduda, 2014) und Archipelag CIAM. Listy Heleny Syrkus (gemeinsam mit Katarzyna Uchowicz und Maja Wirkus, 2019). Ihre Texte erschienen unter anderem in den Zeitschriften „Autoportret“ und „Przekrój“. 2017 war sie Stipendiatin des Programms „Młoda Polska“ des Polnischen Ministeriums für Kultur und nationales Erbe.
 
 

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