JiGG 2017 Spanien: Liquid Trio

Liquid Trio
Liquid Trio | Foto (Ausschnitt): © Joan Cort

Das generationenübergreifende spanische Liquid Trio lotet Atmosphären und Klangwelten aus. Sein Versprechen für den ersten Gig in Lissabon bei JiGG 2017: moderne Klangerforschung in Echtzeit.

Was bedeutet euer Bandname?
Der Name der Band bezieht sich auf den polnischen Philosophen Zygmunt Bauman und seine Metapher der „liquid modernity“, die er auf die zeitgenössische Gesellschaft anwandte. Diese Metapher bringt zum Ausdruck, dass Konzepte, Menschen und Gesellschaften sich heute in einem ständigen Fluss („liquid“) befinden und nichts mehr fest („solid“) ist. Dieses Konzept passt genau zu der Art, wie wir über unser Trio denke. Wir verändern uns immer wieder, genau wie unsere Erfahrungen mit Zeit und Musik.

Wie habt ihr euch kennengelernt und als Band zusammengefunden?
Im Jahr 2011. Viele Jahre lang hatten Albert und Ramon jeden Donnerstag eine Impro-Konzertreihe im Robadors23 in Barcelona. Irgendwann einmal luden sie Agustí ein, bei einem Konzert mitzuspielen. Danach trafen sie sich einige Male  in Agustís Studio und nahmen ihr erstes Album auf, Primer dia i última nit (Sirulita Records, 2013).

Wie würdet ihr euren Sound beschreiben?
Moderne Sound-Erkundung in Echtzeit.

Welche Künstler haben euch am meisten inspiriert?
Da gibt es einige. Wir inspirieren uns gegenseitig, wenn wir zusammen spielen, neue Ideen und Töne entstehen spontan. Andere Trios, die mit uns etwas gemeinsam haben könnten, sind das Schlippenbach Trio und das Tarfala Trio.

Wie sieht euer kreativer Prozess aus?
Auf der Bühne stehen, dabei intensiv zuhören und in Echtzeit schnell reagieren.

Welches war für euch der bisher einprägsamste Moment in eurer musikalischen Laufbahn?
Unser letztes Konzert in Salamanca im Januar dieses Jahres. Aber auch das erste Mal, als wir als Trio zusammengespielt haben, denn das war eine Offenbarung. Wir hatten das Gefühl, zum ersten Mal etwas Neues zu entdecken. Heutzutage entdecken wir neue Terrains oder Felder, aber damals im Jahr 2011 fühlten wir uns, als hätten wir ein völlig neues Universum entdeckt.

An welchem Ort spielt ihr am liebsten?
Jeder Ort mit einer guten Akustik und einem guten Publikum. Am liebsten spielen wir in kleinen Clubs, wo das Publikum nah an der Bühne steht.

Was können wir von eurem Konzert [bei JiGG 2017] erwarten?
Erwartet das Unerwartete. Die Musik wird etwas Neues sein, an Ort und Stelle gemacht, etwas Einzigartiges und Intensives, das so nie wieder passieren wird.