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Publikumspreis KINO 2019
Bildwelten des jungen Films

Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, überreicht dem portugiesischen Regisseur Dídio Pestana den Publikumspreis des Festivals KINO 2019 für den Film „Sobre Tudo Sobre Nada“
Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, überreicht dem portugiesischen Regisseur Dídio Pestana den Publikumspreis des Festivals KINO 2019 für den Film „Sobre Tudo Sobre Nada“ | Foto (Ausschnitt): © Bildschön GmbH (Boris Trenkel)

Im Laufe der Jahre ist der junge Film zu einem Schwerpunkt von KINO – Mostra de Cinema de Expressão Alemã geworden. Um die Diversität und Qualität dieses jungen Kinos zu feiern, wurde im Rahmen der 16. Ausgabe des Festivals erstmals ein Publikumspreis für junge Filmschaffende verliehen.  

Von Corinna Lawrenz

Zu zeigen, was Spannendes, Großes und Neues passiert in den Filmlandschaften der deutschsprachigen Länder, ist seit jeher Ziel der Mostra KINO. In den letzten Jahren ist dabei, neben den bekannten Namen und den herausragenden schauspielerischen Leistungen, vor allem das junge Kino immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Bei der diesjährigen 16. Lissabonner Ausgabe lobte das Goethe-Institut nun, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus, erstmals einen Publikumspreis für ein Erstlingswerk aus.

Acht erste abendfüllende Filme waren 2019 Teil des Programms von KINO: Trotz der unterschiedlichen Herangehensweisen der Filme eint sie ein fast poetischer und unwirklicher Blick, eine Vorstellungswelt, die unsere Wahrnehmung der Realität hinterfragt. Das Absurde, Komische und Träumerische ist Teil dieser Bildwelten.

Keiner dieser Filme wurde aufgrund seines Status als Erstlingsfilm Teil des Festivals, vielmehr ergab sich der Schwerpunkt auf den jungen Film aus der Qualität und Varianz der Filme selbst. Es bewegt sich etwas in der deutschen Filmlandschaft (und ja, auch in Österreich, der Schweiz und Luxemburg), entsteht Neues, das sich keinem Ruf nach Tendenzen oder Einordnung in Schulen unterwerfen lässt. Aktiv Beitrag zu leisten zu diesem Filmschaffen ist eine Motivation des KINO-Publikumspreises. Die Filme bewusst in den Mittelpunkt des Programms zu stellen, mit dem Publikum stärker in Austausch zu treten, ist die zweite. Die Einladung nach Lissabon an drei der jungen Cineasten – Govinda Van Maele, Dídio Pestana und Helena Wittmann – folgt dieser Intention.

Auszeichnung für poetisches Filmessay

Fast 500 Zuschauerinnen und Zuschauer stimmten in diesem Jahr für ihren Favoriten unter acht Erstlingsfilmen. In der Gunst des Publikums ganz oben stand Dídio Pestanas auf Super 8 gedrehter Film Sobre tudo sobre nada. Auf den Plätzen zwei und drei der Abstimmung liegen knapp eine der ungewöhnlichsten Komödien des deutschen Films der letzten Jahre, Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes von Julian Radlmaier, und der Thriller Guttland des luxemburgischen Regisseurs Govinda Van Maele.

Der Gewinnerfilm, Sobre tudo sobre nada, ist ein intimes Portrait des Lebens, Liebens und Arbeitens zwischen Berlin, Kopenhagen, Lissabon und den Azoren und bewusst unabgeschlossene Reflexion von Familie, Distanz, Freundschaft. Bekannt ist Dídio Pestana als langjähriger Mitstreiter von Gonçalo Tocha, für dessen Filme er im Bereich Sound gearbeitet und mit dem gemeinsam er die Band Tochapestana gegründet hat. Dieser Hintergrund wird auch in seinem Regiedebüt deutlich, welches die Orte des Geschehens auch über ihre Klangwelten erfahrbar macht: Die Krähen des Berliner Winters, Fahrradpedale im Sommer, das Rauschen der Wellen an den Klippen von Guincho. Narrativ sieht Dídio Pestana sich, so erwähnt er es auch im Publikumsgespräch nach dem Film, in der in den 1960er Jahren beginnenden Tradition des Tagebuchfilms, deren wohl bekanntester Vertreter der kürzlich verstorbene Jonas Mekas ist.

Dieser Preis sorgt mehr als alles andere dafür, dass der Film gesehen wird, dass er also eine größere Sichtbarkeit hat und ein breiteres Publikum erreicht. Für mich als Regisseur ist diese Anerkennung meiner Arbeit - zu fühlen, dass meine Arbeit die Menschen irgendwie erreicht – wichtig und auch eine starke Motivation, weiter Filme zu machen.

Dídio Pestana (Regisseur)

 

Preisverleihung in Berlin

In Berlin, dem Dreh- und Angelpunkt von Sobre tudo sobre nada, wurde Dídio Pestana am 9. Februar im Rahmen des Berlinale-Frühstücks des Goethe-Instituts der erste KINO-Publikumspreis vom Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, überreicht.

Berlin ist auch der Ort, an dem die Programmauswahl für KINO 2020 ihren Anfang nimmt. Die Berlinale legt seit Jahren einen wichtigen Fokus auf den jungen Film. Von dort kommen auch bereits erste Programmideen für den Publikumspreis im kommenden Jahr.
Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, mit dem portugiesischen Regisseur Dídio Pestana auf der Berlinale 2019 Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, mit dem portugiesischen Regisseur Dídio Pestana auf der Berlinale 2019 | Foto (Ausschnitt): © Bildschön GmbH (Boris Trenkel)
 

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