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1. - 7. April 2020: Kulturveranstaltungen im Netz
Wohnzimmerkonzert und Sofalesung

Bücherregal als Symbol für Literatur
© Goethe-Institut. Illustration: Katta Rasche.

Der digitale Kulturbetrieb nimmt langsam richtig Fahrt auf. Damit Sie beim rasant wachsenden Angebot an Live-Streams und Digital-Kunst den Überblick bewahren, stellen wir Ihnen hier die Veranstaltungstipps für diese Woche vor: mit Kino, kritischen Debatten zu sozialer Gerechtigkeit, performativen Naturerklärungen, Hölderlin, einem Hauch New York und ganz viel Literatur.

LITERATUR | LUTZ SEILER – „STERN 111“

 
BLAUES SOFA? EIGENES SOFA! Menschengewimmel, Lesungen und Gespräche ohne Ende – so sieht eine normale Leipziger Buchmesse aus. Doch normal ist dieser Tage so gut wie nichts. Und daher hat sich auch das blaue Sofa, auf dem Schriftsteller*innen seit 20 Jahren Platz nehmen, um ihre Bücher vorzustellen, ins Virtuelle begeben. 19 Autor*innen sprechen in Videos über ihre Neuerscheinungen und die Buchmesse. Mit dabei der diesjährige Preisträger der Leipziger Buchmesse Lutz Seiler, der von seinem Buch "Stern 111" berichtet. Darin zeichnet der Autor die Geschichte einer Familie nach, die der Herbst 89 sprengt und die versucht, wieder zueinander zu finden.
>>> Das Blaue Sofa Digital

 
Mittwoch 1. April
THEATER | BRECHT IM BERLINER ENSEMBLE
 
WEM GEHÖRT DIE WELT? Die Frage, die in Bertolt Brechts "Der kaukasische Kreidekreis" verhandelt wird, ist von ebenso großer Schlichtheit wie politischer Eindringlichkeit. So ist es kein Zufall, dass Brecht, als das Berliner Ensemble 1954 endlich das Theater am Schiffbauerdamm bespielen darf, dieses Stück wählte. Noch bis zum 2. April ist es online zu sehen. Während die Türen des Berliner Ensembles aktuell für das Publikum geschlossen sind, stellt es einmal wöchentlich eine Inszenierung wie diese digital zur Verfügung.
>>> Berliner Ensemble
 

Kulturama.Digital

Lust auf internationale Livestreams? Kulturama bringt die globale Kulturszene direkt ins Wohnzimmer. Hauskonzerte live aus Buenos Aires, Puppentheater aus München oder Liveacts der Berliner Clubszene. Veranstalter*innen tragen ihre Events ein und öffnen sie für ein internationales Publikum. Zuschauer*innen finden Termine und können Künstler*innen mit einer Spende unterstützen. Gemeinsam und solidarisch durch diese Zeit.
>>> Kulturama.digital  

 
Donnerstag 2. April, 20 Uhr
TALK | WEGE AUS DEM KLASSENKRAMPF
 
ALLES GLEICH? Häusliche und soziale Isolation trifft uns alle – aber sie trifft nicht alle gleichermaßen. Bei "Let’s talk about class #2" reden die Autorinnen Hatice Aykün und Annett Gröschner über die Klassengesellschaft in der „Corontäne“. Es geht um Herkunft und Macht, um Geschlecht und soziale Barrieren, das Ruhrgebiet und die DDR.
Moderation: Daniela Dröscher und Michael Ebmeyer; ACUD Studio, natürlich ohne Studio-Publikum.
>>> ACUD Studio

 
Freitag, 3. April, ab 12 Uhr
OPER | HIPPOLYTE ET ARICIE
 
ZU VIEL MUSIK, urteilte so mancher Zeitgenosse Jean-Philippe Rameaus über seine Oper "Hippolyte et Aricie" – von der dissonanten Vielfalt ihrer Harmonien schlicht überfordert.
Wer seine Ohren auf die Probe stellen will, sollte am Freitag auf der Website der Staatsoper Unter den Linden vorbeischauen. Dort wird sie 24 Stunden lang zur Verfügung stehen. Das Stück steht unter der musikalischen Leitung von Simon Rattle, wurde inszeniert von Aletta Collins und ausgestattet von Ólafur Elíasson.
>>> Staatsoper Unter den Linden

 

Podcast-Tipp: „DAS INTERKULTURELLE MAGAZIN“

Migration, Integration, kulturelle Vielfalt, ein facettenreicher Themenmix - politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Hintergrundberichte, Reportagen, Interviews und Porträts geben Einblicke in die Vielschichtigkeit der in Deutschland lebenden Menschen. Das interkulturelle Magazin versucht einerseits, Schwachstellen und Defizite in der Integrationspraxis darzustellen. Andererseits zeigen positive Alltagsgeschichten, wie das Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft gelingen kann. ​
>>> Das interkulturelle Magazin


Samstag, 4. April
KINO | ICH FÜHL MICH DISCO
 
SAMSTAG IST KINOTAG? JA, KLAR! Wer sich in der häuslichen Isolation plötzlich mit der eigenen Familie ganz intensiv beschäftigt, verfolgt vielleicht umso genüsslicher die familiären Reibereien anderer. In „Ich Fühl mich Disco“ von Regisseur Axel Ranisch fehlt Turmspringtrainer Hanno jedes Verständnis für seinen Sohn. Florian ist dick, ein Tagräumer, hört Schlager und kann mit Mädchen nicht viel anfangen. Am glücklichsten ist er, wenn Hanno nicht da ist und er mit Mama im Disco-Outfit durch die Wohnung tanzt. Aber als eines Morgens plötzlich niemand mehr da ist, der die beiden voreinander schützt, müssen Vater und Sohn lernen, miteinander auszukommen.
Dieser und weitere Filme können kostenlos über die Onleihe des Goethe-Instituts gestreamt werden.
>>> Onleihe: Ich fühl mich Disco


Samstag, 4. April, und Sonntag, 5. April, jeweils 14 Uhr und 16 Uhr
WISSEN | FRÄULEIN BREHMS TIERLEBEN
 
AFFENTHEATER? WEIT GEFEHLT! Ferne Reisen und exotische Flora und Fauna erkunden ist in diesen Tagen nicht möglich. Dennoch: Auch in Zeiten von Quarantäne hilft es Körper und Geist, regelmäßig an die frische Luft zu gehen. Und je mehr man weiß, desto mehr entdeckt man in der Natur. Gut also, dass es "Fräulein Brehms Tierleben" jetzt online gibt. Das einzige Theater weltweit für gefährdete, heimische Tierarten bietet artgerechte Unterhaltung nicht nur für Erwachsenen. Der Mix aus Wissenschaft, Feldforschung und Theater ist live bei YouTube zu sehen.
>>> Fräulein Brehms Tierleben auf YouTube


Sonntag, 5. April, 19 Uhr
SZENISCHE LESUNG | HÖLDERLIN IM THALIA THEATER
 
HÖLDER-WER? Unter seinen Zeitgenossen fast unbekannt, ist Friedrich Hölderlins Bedeutung für die deutsche Literatur 250 Jahre später unumstritten. Das Thalia Theater widmet dem deutschen Lyriker zu seinem 250. Geburtstag dann auch gleich eine ganze Veranstaltungsreihe. Iffland-Ring-Träger Jens Harzer eröffnet das Hölderlin-Jahr an seinem Theater mit einer Lesung aus Hölderlins Roman „Hyperion“.
Im Mittelpunkt steht eine der großen Liebesgeschichten der Weltliteratur: Als junger Hauslehrer leidet Hölderlin an seiner Liebe zu Susette Gontard, als Dichter verewigt er das „seelig Wesen“ in Hyperions angebeteter Diotima. Begleitet wird Jens Harzer vom Streichquartett des Ensemble Resonanz, einem der führenden Kammerorchester weltweit.
>>> Thalia Theater


Dienstag, 7. April, 19 Uhr
MUSIK | KONZERT VON PIANIST IGOR LEVIT
 
PIONIER DES WOHNZIMMERKONZERTS. Igor Levit war einer der ersten deutschen Künstler, die sich angesichts der Corona-Krise vor das Publikum an den Rechnern wagte. Jeden Abend streamt der Pianist aus seinem Wohnzimmer Live-Konzerte auf Twitter – und zwar so lange, „bis wir uns alle wieder gemeinsam, real, nah beieinander versammeln und Kunst erleben können".
>>> Igor Levit auf Twitter
 

Veranstaltungstipp?

Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an: sophia.karimi@goethe.de oder sinah.grotefels@goethe.de. Wir freuen uns über Ihre Empfehlung!

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