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JiGG 2018
Starke Synergien

GONÇALO ALMEIDA, RODRIGO AMADO & MARCO FRANCO
Foto (Ausschnitt): © Nuno Martins

Als Trio widmen sich Gonçalo Almeida am Kontrabass, Rodrigo Amado am Saxofon und Marco Franco am Schlagzeug ganz der freien Improvisation. Das auf dem Dachboden der SMUP aufgenommene und beim litauischen Label NoBusiness erschienene Live-Album The Attic wurde von der internationalen Kritik hervorragend aufgenommen; viele hielten es sogar für eines der besten Alben des Jahres 2017. Eine der Säulen des Trios ist der portugiesische Musiker Gonçalo Almeida, der in den Niederlanden lebt und in diesem Interview den Werdegang des Trios vorstellt.

Von Nuno Catarino

Wie kam es zur Bildung des Trios Almeida/Amado/Franco? Wer ergriff die Initiative?
 
Ich hatte Rodrigo Amado und Marco Franco vorgeschlagen, gemeinsam in dem ehemaligen Ladengeschäft Trem Azul in Lissabon zu spielen. Dies war die Geburtsstunde des Trios. Das Konzert lief sehr gut, die Synergien zwischen uns Musikern waren sehr stark. Mit Marco hatte ich bereits früher gespielt. Dass wir musikalisch auf einer Wellenlänge liegen, schien uns eine gute Voraussetzung für das Trio zu sein. Rodrigo war dann das fehlende Puzzlestück, er passte perfekt dazu. Ich lebe seit vielen Jahren in Rotterdam, bin aber oft in Portugal. Als wir das Trio gründeten, versuchte ich aktiv, es in der Improvisationsszene Lissabons zu verankern. Seither hat sich meine berufliche Bindung an die Stadt weiter verstärkt, nicht nur durch die Zusammenarbeit mit lokalen Musikern, sondern auch durch den Brückenschlag zwischen der Lissabonner und der niederländischen Szene.
 
Als Trio widmet ihr euch ganz der improvisierten Musik. Arbeitet ihr mit vorab festgelegten musikalischen Elementen, trefft ihr vorher Absprachen oder handelt es sich um eine reine Improvisation?
 
Wir machen reine Improvisation, was sehr anspruchsvoll ist. Dabei greifen wir auf keinerlei vorab festgelegte Elemente zurück. Die Musik ist das Ergebnis des sich zwischen uns entwickelnden, spontanen und fließenden Dialogs, der jedem von uns den Raum gibt, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ich glaube, dass unser Vertrauen zueinander und unser gegenseitiges musikalisches Einvernehmen im Kontext der freien Improvisation und des Free Jazz die Grundlage der charakteristischen Sprache unseres Trios bildet.
 
Wie entstand „The Attic“? Wie kamt ihr auf die Idee, dieses Album aufzunehmen und zu veröffentlichen? Und wie steht ihr zu dem Ergebnis? 
 
Als wir uns in der SMUP trafen, um ein Konzert zu spielen, baten wir unseren Freund Luís Candeias, das Konzert aufzunehmen. Luís ist selbst auch Musiker, Schlagzeuger, und hat ein tragbares Aufnahmestudio. Das Ergebnis war völlig offen, aber der Gig lief hervorragend. Nach dem Konzert hatten wir ein richtig gutes Gefühl. Zusammen mit Rodrigo mischte ich die Musik ab und wir schickten das Material an verschiedene Label. Das litauische Label NoBusiness Records machte uns das beste Angebot und war außerdem begeistert von dem Projekt. Auch die Reaktionen auf The Attic (auf nationaler wie internationaler Ebene) übertrafen all unsere Erwartungen.
 
Habt ihr Ideen für ein neues Album? Plant ihr, mit Gastmusikern zusammenzuarbeiten?
 
Bislang haben wir keine konkreten Pläne zur Zusammenarbeit mit Gastmusikern. Wir haben das Gefühl, dass es in unserer Konfiguration als Trio noch viel zu entdecken gibt. Was das neue Album betrifft: Wenn es nach unseren Konzerten im Juli (auch JiGG) so gut läuft, wie wir uns das jetzt vorstellen, möchten wir einfach mal wieder spontan ins Studio gehen und dort etwas aufnehmen.
 
Du kennst das Festival JiGG und hast dort bereits mit anderen Gruppen gespielt. Was hältst du von dem Festival?
 
JiGG verbindet ein exzellentes Programm mit einem aufmerksamen Publikum und einer ungewöhnlichen Location: dem Garten des Goethe-Instituts. Ich hatte die Gelegenheit, mit zwei niederländischen Gruppen (Albatre und Spinifex) bei früheren Ausgaben von JiGG zu spielen, und bei beiden Konzerten war die Stimmung einfach fantastisch.
 
Du lebst in den Niederlanden und kennst dich in der europäischen Jazzszene sehr gut aus. Was hältst du von der Grundidee von JiGG, ausschließlich europäische Gruppen zu präsentieren?

Mit seiner starken Location und der intensiven internationalen Zusammenarbeit gelingt es JiGG, die Vielfalt und den Reichtum des europäischen Jazz mit seinen mannigfaltigen Ästhetiken und Formaten abzubilden.
 
Was dürfen wir von dem Auftritt des Trios bei JiGG 2018 erwarten?

Im Prinzip ein exzellentes Konzert … wir werden weiterhin mit dem Risiko des spontanen musikalischen Dialogs spielen und ich kann nur hoffen, dass unser „Gespräch“ von Mal zu Mal besser wird.
 

GONÇALO ALMEIDA, RODRIGO AMADO & MARCO FRANCO | PORTUGAL

Gonçalo Almeida, Rodrigo Amado und Marco Franco sind Titanen der immer größer werdenden Free-Jazz-Szene in Portugal. Sie wirken in verschiedenen Projekten internationaler Musiker mit und sind Teil einer lebendigen grenzübergreifenden Musikszene. Aus der anfangs spürbaren, wechselseitigen Affinität der Gruppe ist inzwischen eine überraschend vielseitige und einzigartige musikalische Identität entstanden. 

Gonçalo Almeida: Kontrabass | Rodrigo Amado: Tenorsaxophon | Marco Franco: Schlagzeug

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