Die 18. Ausgabe von KINO – Mostra de Cinema de Expressão Alemã fand aufgrund der aktuellen Restriktionen zum ersten Mal ausschließlich im Online-Format auf der Plattform Filmin.pt statt.
Das diesjährige Programm begann mit der fulminanten Neuverfilmung des deutschen Literatur- und Film-Klassikers Berlin Alexanderplatz und präsentierte in den Sektionen Visões, Perspetivas und Realidades mutige und schonungslose Perspektiven auf die Suche nach Identität und danach, was "Heimat" bedeutet (ein eher deutsches Konzept, dessen Wort es in der portugiesischen Sprache nicht gibt). Von Spiel- und Dokumentarfilmen bis hin zu Werken von namhaften aber auch besonders vielen jungen Filmemacher*innen gab es ein facettenreiches Panorama der aktuellen deutschsprachigen Kinolandschaft zu entdecken.
In der Sektion Visões wurden Filme vorgestellt, die auf die ganz große Leinwand gehören - und das nicht nur aufgrund der bekannten Namen von Regie und Cast, sondern vor allem auch wegen der beeindruckenden Bildsprache und der bewegenden Geschichten. Innerhalb dieser Sektion wurden unter anderem der Eröffnungsfilm und die Filme der drei weiteren teilnehmenden deutschsprachigen Länder vorgestellt: Schweiz, Österreich und Luxemburg. Darunter fanden sich unter anderem eine fulminante Neuinterpretation eines Klassikers, schauspielerische Traum-Duos, eine (längst überfällige!) feministische Aneignung des Western, und eine herrlich überraschend schwarze Komödie.
Die Sektion Perspetivas richtet den Blick auf kompromisslose und inspirierende Erst- und Zweitwerke, die ganz eigene Sichtweisen auf die aktuelle(n) Realität(en) offenbaren. Es geht, wie im gesamten KINO-Programm, um Identitätsfindung, um die Frage und Suche nach Zugehörigkeit und Heimat, um Diversität und um mutige Prozesse der Selbstfindung, die die aktuelle Situation in Deutschland und in Europa spiegeln: Mikrokosmen voller Hoffnung und Wiederstand; Eroberungen neuer Welten; Erforschung von Liebe, Einsamkeit, Freundschaft, Sexualität und Identität; sowie Kämpfe um individuelle und kollektive Freiheit und Gerechtigkeit, die in diesem Filmjahr ganz besonders stark herausstechen.
Den Dokumentarfilmen wurde in diesem Jahr eine eigene Sektion gewidmet. Die vier Filme beschäftigen sich intensiv mit denselben dringenden und allgegenwärtigen Themen und beleuchten diese aus verschiedenen Perspektiven: die Idee von Herkunft im Kontrast zwischen Fremd- und Selbstzuschreibung; Zugehörigkeit und woraus diese sich zusammensetzt und bis wohin sie zugelassen wird; der beängstigende Rechtspopulistische Druck in Europa und Beobachtungen über seine Entstehung, Wurzeln und Ausuferungen; Konstruktion von Identität und Differenz, von sogenanntem Exotismus und Multikulturalität; und die Erwartungen, die damit einhergehen und ihrem eigenen Anspruch nicht immer gerecht werden.

