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Prémio do Público© KINO 2021

Prémio do Público

Der Publikumspreis für junge Regisseur*innen wird in Kooperation mit der Deutschen Zentrale für Tourismus im Zeichen der Förderung des jungen deutschsprachigen Kinos vergeben, das sich in den letzten Jahren zu einem stetig wachsenden Schwerpunkt der Mostra KINO entwickelt hat. Die Wahl zum Publikumspreis soll den nominierten Debütfilmen eine besondere Plattform bieten und die außerordentliche Arbeit der jungen Regisseur*innen honorieren sowie dem Publikum die Möglichkeit geben, ihre Stimme für die teilnehmenden Filme abzugeben. 


Gewinner des Prémio do Público 2021

RivaleStill aus dem Film RIVALE: © Mila Teshaiev

Das Rennen um den diesjährigen Publikumspreis hat das Drama RIVALE von Marcus Lenz für sich entschieden. Der gebürtige Ruhrländer war bisher hauptsächlich als Kameramann und Drehbuchautor tätig und lieferte mit Rivale sein zweites Werk als Regisseur. Trotz seiner deutschen Wurzeln fühlt sich Marcus Lenz besonders in anderen Gefilden wohl – wie etwa in Portugal, wo er vor über 20 Jahren seine Karriere als Kameramann bei den Filmen Respirar (debaixo d'água) und Esquece tudo o que te disse von António Ferreira startete. Im Gespräch mit ihm beschreibt Lenz Heimat als etwas, das in keiner Weise mit Nationalität verbunden ist, sondern mit dem Gefühl von Freiheit und Akzeptanz. In seiner Videobotschaft zum Thema sagt er: „Heimat ist definitiv - und das ist mir sehr wichtig - überhaupt nicht mit der Nation verbunden. Es ist ein Ort, an dem ich in Freiheit leben kann. Es ist ein Ort, an dem ich für das, was ich bin, respektiert werde. Ein Ort, an dem Menschen, die anders sind als ich ebenfalls respektiert werden.“
 
Lenz‘ sensibles Filmdrama handelt vom neunjährigen Roman aus der Ukraine, der nach dem Tod der Großmutter zu seiner Mutter flieht, die in Deutschland lebt. Die Umstände, die Roman dort vorfindet sind jedoch keineswegs wie erwartet und stellen ihn vor neue Herausforderungen, die er zwischen rasender Eifersucht und vorsichtiger Annäherung an das fremde Umfeld zu bewältigen sucht. Der spannungsvolle Film eröffnet den Zuschauer*innen einen tiefgründigen Einblick in die Gefühlswelt des zierlichen Roman und vermittelt auf prägnante und zugleich berührende Weise, was es bedeutet sich fremd und einsam zu fühlen.
 
Wir gratulieren herzlichst und freuen uns, Marcus Lenz mit dem Publikumspreis der 18. Mostra KINO auszeichnen zu dürfen, der mit 800€ dotiert ist und in Kooperation mit der Deutschen Zentrale für Tourismus vergeben wird, die im Rahmen der Wahl zum Prémio do Público außerdem eine Reise für zwei Personen nach Wiesbaden an eine*n Teilnehmer*in verlost hat. 
 


Die Nominierten des Jahres 2021

Marcus Lenz nominierter Regisseur Foto: ©Mila Teshaieva

Marcus Lenz

Nominiert für: Rivale (DE 2020)


Kurzbiografie: Ist 1969 im Ruhrgebiet geboren und hat Regie und Kamera an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studiert. Er arbeitet sowohl als Kameramann (zum Beispiel für den portugiesischen Film Respirar (Debaixo D'água) von 2000) und Drehbuchautor als auch als Regisseur. Lenz´ zweiter Spielfilm Rivale wurde von seiner eigenen Produktionsfirma wildfilms produziert, die er 2016 gemeinsam mit Patrick Waldmann gründete.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Magie des Kinos darin besteht, Empathie aufzubauen, indem man die Welt durch die Augen eines anderen betrachtet."


 

Narges Kalhor nominierte Regisseurin Foto: © Noel Ortiz

Narges Kalhor

Nominiert für: In the name of Schweherazade (DE 2019)

Kurzbiografie: Ist 1984 in Teheran geboren und studierte dort Film und Grafik. Aufgrund ihrer systemkritischen Filme musste sie den Iran 2009 verlassen und beantragte in Deutschland Asyl. Dort studierte sie Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Ihr Abschlussfilm In the Name of Scheherazade oder der erste Biergarten in Teheran wurde bereits auf dem DOK Leipzig mit dem Dokumentarfilmpreis des Goethe Instituts prämiert.

„Besonders wir Menschen, die aus dem Nahen Osten kommen und nach Europa auswandern, müssen uns aufgrund der Medien und des Bildes, dass es hier über unsere Heimat gibt, immer wieder rechtfertigen. Ich denke es ist sehr wichtig, dass irgendwer mal sagt, dass inzwischen viele Missverständnisse passiert sind und dass man einfach mal offen darüber spricht."


 

Leonie Krippendorff nominiert Foto: © Leonie Krippendorff

Leonie Krippendorff

Nominiert für: Kokon (DE 2020)


Kurzbiografie: Ist 1985 in Berlin geboren und hat an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf Regie studiert. Nach ihrem preisgekrönten Debütspielfilm Looping (2016) ist Kokon ihr zweiter Langfilm, für den sie nicht nur die Regie übernahm, sondern auch das Drehbuch schrieb.

„Nora ist in dieser sehr diversen, aber auch sehr toughen Umgebung des Kottis eben ein Gegenentwurf einer Heldin, die man normalerweise kennt. Weil in so einer Welt auch stille Charaktere aufwachsen und so ihre ganz eigenen Überlebensstrategien haben."


 

Faraz Shariat nominiert Foto: © Jünglinge

Faraz Shariat

Nominiert für: Futur Drei (DE 2020)


Kurzbiografie:  Ist 1994 in Köln geboren und hat Szenische Künste an der Universität Hildesheim studiert. Shariats Spielfilmdebüt Futur Drei entstand gemeinsam mit seinen Studienkolleginnen Paulina Lorenz und Raquel Molt im Filmkollektiv Jünglinge.



"Fast täglich werde ich von weißen Deutschen gefragt, woher ich komme, wie lange ich schon hier bin. Ein Grund dafür ist meiner Meinung nach, die Einstellung vieler deutscher Bildproduktionen und der Zugang zu unseren Geschichten."


 

Ines Johnson Spain nominierte Regiesseurin Foto: © Kobalt Documentary

Ines Johnson-Spain

Nominiert für: Becoming Black (DE 2019)

Kurzbiografie: Ist in den 60er in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen. Johnson-Spain hat Religionswissenschaften an der Freien Universität Berlin und Bildende Kunst und Malerei an der Universität der Künste Berlin studiert. Sie unterrichtet szenische Malerei an der Filmuniversität Babelsberg. Seit 2002 entwickelt und realisiert sie eigene Dokumentarfilmprojekte. Der autobiografische Film Becoming Black ist ihr erster Langspielfilm.

"Becoming Black ist ein Film, an dem ich über sieben Jahre gearbeitet habe und in dessen Zentrum ein großes Tabu steht: Das Tabu um meine Herkunft."


 

Johannes M. Schmit nominiert Foto: © Juergen Dakar

Johannes M. Schmit

Nominiert für: Neubau: Ein Heimatfilm (DE 2020)

Kurzbiografie: Ist 1981 in Trier geboren und hat Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin studiert. Die Inszenierungen des freien Theaterregisseurs sind unter anderem am Gorki-Theater in Berlin zu sehen. Sein Langfilmdebüt Neubau entstand in Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Autor Tucké Royale, der für das Drehbuch verantwortlich war.

„Es war uns wichtig dem Land zu unterstellen, dass es nichts gegen einen haben kann und insofern eine Anlage zu schaffen in der der Heimatfilm ganz anders funktionieren muss."


 

Lisa Weber nominierte Regisseurin Foto: © Marisa Vranjes

Lisa Weber

Nominiert für: Jetzt oder morgen (DE 2020) 

Kurzbiografie: Ist 1990 in Wien geboren und hat Slawistik und Regie an der Filmakademie Wien studiert. Ihr Kurzfilmdebüt Kommt Ein Sonnenstrahl In Die Tiefkühlabteilung Und Weicht Alles Auf gewann im Jahr 2010 den Österreichischen Kurzfilmpreis. Jetz oder morgen ist ihr dritter Langfilm und feierte auf der Berlinale 2020 Premiere.

"Ich weiß nicht, wie’s mir gehen würde, gäbe es einen Film, der über dreieinhalb Jahre hinweg meine Höhen und Tiefen, bzw. meine Stärken und Schwächen zeigt."

Melanie Waelde nominierte Regisseurin Foto: ©Czar_Film

Melanie Waelde

Nominiert für: Nackte Tiere (DE 2020)


Kurzbiografie: Ist 1992 in Dachau geboren und hat Drehbuch an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin studiert. Sie arbeitet als freie Autorin, Drehbuchautorin und Regisseurin. Das Drehbuch zu Ihrem Debütlangfilm Nackte Tiere schrieb Waelde bereits 2017 als Abschlussarbeit ihres Studiums und setzte dieses 2019 szenisch um.  

„Ich finde Film hat immer einen Anspruch auf Utopie und sollte auch immer irgendwie Formen von Zusammenleben und von Sein zeigen, die möglich sind, die denkbar sind."


 

 Michael Fetter Nathansky nominierter Regisseur Foto: © Jonas Ludwig Walter

Michael F. Nathansky

Nominiert für: Sag du es mir  (DE 2019)

Kurzbiografie: Ist 1993 in Köln geboren und in Deutschland und Spanien aufgewachsen. Er hat Regie an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf studiert wo er 2017 seinen BA-Abschluss mit dem Kurzfilm Gabi absolvierte. Sag du es mir ist sein Master-Abschlussfilm und erster Langspielfilm, für den er auch das Drehbuch schrieb. 


„Drei Episoden, die sich alle widersprechen und sich dennoch nicht ausschließen dürfen: Es klang so groß, dass es mich verschluckte, so komplex, dass es mich ständig an all meine Schwächen erinnerte; und doch warf es in mir so viele Fragen auf, denen ich nachgehen musste."


 

Visar Morina diretor nomeado Foto: © Maria Asselin-Roy

Visar Morina

Nominiert für: Exil (DE 2020)

Kurzbiografie: Ist 1979 in Pristina geboren und im Kosovo und in Deutschland aufgewachsen. Er hat Regie und Drehbuch an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert und wurde bereits für seinen Debütlangfilm Babai aus dem Jahr 2015 mehrfach auszeichnet. Das Drehbuch zu seinem zweiten Spielfilm Exil verfasste er bereits 2018 und gewann dafür den Deutschen Drehbuchpreis.

„Heimat ist für mich eher eine Frage der Prägung. „Zu Hause“ ist für mich ein sehr organischer Begriff, der sich sehr schnell verändern kann. „Exil“ (…) beschreibt die Entfremdung einer Person von sich selbst."


 

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Bisherige Gewinner*innen des Prémio do Público

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