Residenzprogramm FELD/LAB

FELD/LAB Bild: © O Espaço do Tempo

Mit einem eigenen Förderprogramm unterstützt das Goethe-Institut jährlich Vereinigungen und Kultureinrichtungen, die sich den deutsch-portugiesischen und internationalen Kulturaustausch zum Ziel gesetzt haben. 2022 geht aus der Ausschreibung für dieses Programm das Projekt FELD/LAB der transdisziplinären Kultureinrichtung O Espaço do Tempo in Montemor-o-Novo hervor. FELD/LAB fördert den Austausch zwischen Künstler*innen des zeitgenössischen Tanzes in Portugal und Deutschland und die portugiesische Tanzszene.

Über O Espaço do Tempo

O Espaço do Tempo Foto: © O Espaço do Tempo

O Espaço do Tempo wurde im Jahr 2000 von Rui Horta, einem der international einflussreichsten Choreografen seiner Generation in Portugal, gegründet. Die Einrichtung unterstützt nationale und internationale Künstler*innen durch Residenzen in den Bereichen Theater, Tanz, Performance, Musik, Darstellende Kunst und Kunst im Allgemeinen. Außerdem fördert O Espaço do Tempo lokale Projekte und Fortbildungen und Seminare der internationalen Begegnung. Als national und international stark vernetzter Kulturakteur pflegt O Espaço do Tempo durch seinen künstlerischen Leiter Rui Horta einen intensiven Austausch mit Deutschland, der nach Unterbrechungen durch Finanzkrise und Pandemie durch das Projekt FELD/LAB zukunftsorientiert und in neuer Qualität reaktiviert werden soll.

Über FELD/LAB

Feld / Lab Foto: © Bruno Canas

FELD/LAB sieht Residenzen dreier aufstrebender in Deutschland lebender Talente des zeitgenössischen Tanzes vor: Der Choreografin und Tänzerin Ligia Lewis und der Choreografin und Performerin Kat Válastur, beide aus Berlin, sowie des freischaffenden Choreografen Moritz Ostruschnjak aus München. Während jeweils zwei- bis dreiwöchiger Aufenthalte in Montemor-o-Novo können die Künstler*innen an ihren neuen Werken arbeiten und dabei auf umfangreiche (produktions-) technische Unterstützung im neuen Raum XL BOX sowie auf ein Netzwerk an Künstler*innen zurückgreifen.

An der Zusammenarbeit mit Ligia Lewis und Kat Válastur ist das Hebbel am Ufer (HAU) beteiligt. Moritz Ostruschnjak, dessen letzte beide Werke („Tanzanweisungen“ und „Yester:now“) unter der Beratung von Rui Horta Teil des Programms des Centro Cultural de Belém waren, wird in Portugal nicht nur an seiner neuen Produktion arbeiten, sondern auch sein neuestes Stück an mehreren Orten präsentieren. Der kreative Prozess der Künstler*innen wird von dem Filmemacher Bruno Canas in Form einer Videodokumentation festgehalten. Kommunikationspartner des Projekts ist Coffeepaste.

Über die Residenzen

Kat Válastur: The Farnear

The FarNear von Kat Válastur befasst sich mit dem Konzept von Trauma und Heilung und setzt dabei einen besonderen Fokus auf das verletzte kollektive Unterbewusstsein von Frauen angesichts der Verwendung des weiblichen Körpers als „Wegwerfkörper“. In Anlehnung an die griechische Sage von der Brücke von Arta, bei der der Baumeister seine Frau opfert, damit das Bauwerk nicht einstürzt, greift The FarNear auf volkstümliche Erzählungen zurück, in denen der weibliche Körper im Namen einer Sache geopfert wird.

Vom 13. bis zum 25. Juni war O Espaço do Tempo im Rahmen einer künstlerischen Residenz des Projekts FELD/LAB Gastgeber von The FarNear und hat die Choreografin Kat Válastur und ihr Team in der XL Box empfangen. Das Projekt FELD/LAB wird vom Goethe-Institut Portugal in Partnerschaft mit dem HAU Berlin und Coffeepaste unterstützt. Kat Válastur setzte in Montemor-o-Novo ihre Arbeit fort, in der sie ergründet, welche Kräfte diese Mythen in sich tragen und wie sie in einen von weiblichen Performerinnen inszenierten und besetzten Kontext übersetzt werden können. Höhepunkt war ein kurzes Interview mit dem künstlerischen Leiter von O Espaço do Tempo, Rui Horta:


 

Ligia Lewis: A Plot/A Scandal

Wenn das Leben ein Skandal ist, der nur darauf wartet, heraufbeschwört zu werden, wie positionieren wir uns dann innerhalb seiner Matrix? Skandale sind Vorfälle abseits von Moral und Anstand, bei denen Fantasie und Vergnügen im Vordergrund stehen. Mit A Plot/A Scandal ergründet Ligia Lewis eine Bühne, auf der sich die Skandale häufen und lässt eine Szenerie entstehen, in der Emotionen für das, was sich nicht einordnen lässt, ihren Ort finden können.

Ligia Lewis war vom 1. bis zum 8. August für eine künstlerische Residenz im O Espaço do Tempo. Der folgende Dokumentarfilm zeigt das Ergebnis dieser Residenz sowie ein Gespräch zwischen der Choreographin und Rui Horta:


 

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