Buchvorstellung Leviathan | Schwarze Spiegel von Arno Schmidt

Armo Schmidt Foto (Ausschnitt): © dpa picture alliance/Alamy

25.10.2017, 18:30 Uhr

Goethe-Institut Lissabon

Campo dos Mártires da Pátria, 37
1169-016 Lissabon

Mit dem Übersetzer Mário Gomes

Am Mittwoch, den 25. Oktober um 18:30 Uhr wird in der Bibliothek des Goethe-Instituts in Lissabon die portugiesische Übersetzung der beiden Texte Leviathan und Schwarze Spiegel von Arno Schmidt präsentiert. Nach einer kurzen Einführung in Leben und Werk des Autors durch seinen Übersetzer Mário Gomes folgt eine Lesung in deutscher und portugiesischer Sprache (Joana Bértholo und Mário Gomes). Abgerundet wird die Veranstaltung durch ein von Douglas Pompeu moderiertes Gespräch.

Für die erste portugiesische Ausgabe des deutschen Autors Arno Schmidt fiel die Wahl auf zwei seiner frühen Werke: "Leviathan" (1949) und "Schwarze Spiegel" (1951). Die beiden Texte wurden sowohl in deutschen Ausgaben als auch in Übersetzungen bereits mehrmals zusammen publiziert. Wenn Schmidts Schreiben im "Leviathan" noch als konventionell bezeichnet werden kann, so erscheint die Prosa in "Schwarze Spiegel" bereits in der charakteristischen Typographie Schmidts, in der jedes Fragment (in der Regel jeder Absatz) mit einem kursiv gesetzten Leitmotiv eröffnet. Mithilfe dieses Montageprozesses wollte Schmidt im Medium des narrativen Textes den fragmentarischen Charakter des Denkens und des Erinnerns zum Ausdruck bringen, welche eben keiner linearen Logik folgen, sondern eher einer Folge unzusammenhängender Bilder ähneln.

Mário Gomes, geboren 1978 in Bonn, promovierte an den Universitäten in Bonn (Deutschland) und Florenz (Italien) in Literaturtheorie. Er war Dozent an der Universität Bonn und lehrt derzeit an der Universität der Schönen Künste in Berlin. Er war Mitbegründer des Kollektivs "Altes Finanzamt", das 2014 mit dem Preis des Berliner Senats für freie Projekträume ausgezeichnet wurde. Außerdem drehte er verschiedene Dokumentarfilme, darunter "Muito Além" (2010), "Luoghi Comuni" (2014) und "Waiman" (2017). Für die Arbeit an dem gemeinsam mit Koautor Jochen Thermann geschriebenen Roman "Berge, Quallen" (erschienen 2016 bei diaphanes) erhielt er ein Stipendium des Berliner Senats. Mário Gomes ist Stipendiat des Deutschen Literaturfonds.
 

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