Debatte und Film Programm 7: Judith Barry und Giovanni Tusa

Rainer Werner Fassbinder, Veronika Voss, 1982. Foto: © direitos reservados

27.03.2019, 18:30 Uhr

Goethe-Institut Lissabon

Campo dos Mártires da Pátria, 37
1169-016 Lissabon

Die Realität problematisieren: Begegnungen von Kunst, Film und Philosophie

Am 27. März um 18:30 Uhr findet im Auditorium des Goethe-Instituts in Lissabon im Rahmen der Programmreihe Problematising Reality ein Gespräch zwischen Künstlerin und Essayistin Judith Barry und dem Philosoph und Medienwissenschaftler Giovanbattista Tusa statt. In diesem Rahmen wird der Film Die Sehnsucht der Veronika Voss (2002) von Rainer Werner Fassbinder gezeigt.

Kunstwerke, insbesondere solche, die mit dokumentarischen Materialien arbeiten, fordern eine aktive Auseinandersetzung mit der Realität. Die indexikalische Verbindung, die Ton und Bild mit der Realität eingehen, lässt ihnen eine bestimmte Glaubwürdigkeit zukommen. Die Haltung des Künstlers wiederum, seine ästhetische, thematische und politische Einstellung sowie seine selbstreflexive Haltung, können zu einer kritischen Bewertung der Verfasstheit der Realität führen. An dieser Stelle trifft Kunst auf Philosophie. Reflexionen über das Verhältnis zwischen der faktischen Welt und ihrer subjektiven Aneignung, die die hegemoniale Inanspruchnahme von Objektivität und Autorität in Frage stellen und die inhärenten gesellschaftlichen Widersprüche thematisieren, sind immanent philosophische Fragen.
 
Judith Barry
(USA) ist Künstlerin und Essayistin. In ihrer Arbeit verbindet sie verschiedene Disziplinen, darunter Installation und Forschungsprojekte, Architektur / Ausstellungsdesign, Film / Video, Performance / Tanz, Skulptur, Fotografie und digitale Medien. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem auf der Berlin Biennale, der Kunst- und Architekturbiennale von Venedig, der Sharjah Biennale, der São Paulo Biennale, der Nagoya Biennale, der Carnegie International, der Whitney Biennale, der Sydney Biennale und der documenta. Neben anderen Werken veröffentlichte sie "Body Without Limits" (2009), "The Study for the Mirror and Garden" (2003), "Projections: mise en abyme" (1997) und "Public Fantasy" (1991). Sie ist derzeit Direktorin des ACT-MIT-Programms für Kunst, Kultur und Technologie (Cambridge, Massachusetts).

Der Philosoph und Medienwissenschaftler Giovanbattista Tusa, gebürtiger Italiener, lebt und arbeitet in Lissabon. Am Institut für Philosophie der Fakultät für Sozial- und Geisteswissenschaften der Universidade Nova de Lisboa (IFILNOVA) forscht er zu Themen aus Philosophie und Ökologie. 2017 veröffentlichte er in Frankreich gemeinsam mit Alain Badiou das Buch "De la fin", das derzeit ins Englische, Portugiesische und Spanische übersetzt wird. Seine multidisziplinäre Forschung umfasst die Bereiche radikale Politik, Kunst, Kino, Ökokritik, ontologischen Realismus, Tierstudien und zeitgenössische Praktiken.
 
In der Veranstaltungsreihe „Die Realität problematisieren: Begegnungen von Kunst, Film und Philosophie“ beschäftigen sich international renommierte Künstler und Forscher mit solchen Momenten, in denen Kunst, Kino und Philosophie in einen produktiven Dialog treten. Die Reihe findet seit Juni 2018 an verschiedenen Veranstaltungsorten in Lissabon statt und wird durch die Kooperationspartner IFILNOVA (CineLab) / FCSH / UNL, Goethe-Institut Portugal und Maumaus / Lumiar Cité in Zusammenarbeit mit Apodoc / Doc's Kingdom organisiert.

Zurück