Romania Raw

Romania Raw
Romania Raw © Miron Zownir

Fotoausstellung; Eröffnung: 1.03.2021, 18:00 Uhr

Goethe-Institut // Pavilion 32, Calea Dorobanților 32

Romania Raw (Projekt ausgestellt 2019 in Pavlov’s Dog, Berlin) enthält eine Reihe von Bildern, die auf unzensierte Art und Weise Facetten störender Realitäten, die heute in Rumänien vorhanden sind, zeigen.
Die Auswahl, die im Rahmen des Romania Raw-Projekts am Goethe -Institut Bukarest vorgestellt worden ist, markiert die ausschlaggebende Erfahrung, die Miron Zownir als Gastkünstler in Rumänien während der von der Visual Kontakt Galerie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturzentrum in Clausenburg im Jahr 2018 veranstalteten Residenz gehabt hat.
Die künstlerische Initiative, verstärkt durch den ständigen Wunsch, ein Abenteuer an weniger zugänglichen Orten in weniger sicheren Gegenden rumänischer Städte zu erleben, ermöglichte es, die unberührte Privatsphäre der Roma-Gemeinschaften von Pata Rât zu durchdringen und in Echtzeit das Dasein im Undergroud durch einen direkten Kontakt zu lokalspezifischen besonderen Orten, mit einfachen Leuten und mit einigen benachteiligten Gruppen wie denen in Cluj, Bukarest, Timisoara und Baia-Mare, zu verewigen.
Die „Rückkehr" des Künstlers Miron Zownir nach Rumänien hat die Aufgabe, diesen Einfall zu zeigen, indem ein Teil dieses Projekts veröffentlicht wird. Dieses Ereignis fällt zusammen mit der Veröffentlichung eines Katalogs, welcher der gesamten Fotoserie gewidmet ist.
Wir sprechen von einer privilegierten Form, den zeitgenössischen rumänischen Raum zu finden und zu erkennen. Dieser Empfang findet mit den Augen des Ausländers, der durch die Vehemenz des künstlerischen Engagements die wahrhaftigen Mechanismen von denen dieses soziale Klima besonders abhängig ist hinterfragen möchte, statt.
Das Projekt gibt kontrastierende Facetten in einer Reihe subjektiver Chronologien wieder. Miron Zownir behält Augenblicke, an denen er direkt teilnehmen kann, und wird so zum Zeuge extremer Situationen, welche den rein psychologischen Zustand des Individuums offenbaren, was infolgedessen dem Betrachter den Zugang zu einer irreduziblen Realität erleichtert.
Das Eindringen in eine Welt, die uns auf den ersten Blick nicht offenbart wird, deutet auf die gewalttätige und manchmal makabere Natur des menschlichen Dasein hin, im Gegensatz zu dem, was wir als die wahre Dimension des sozialen Zusammenhalts, die der Entwicklung der Zivilisation in vollem Umfang als Antrieb der Globalisierung zugrunde liegt, betrachten.
Hinter dem Licht, in dem wir es gewohnt sind, Dinge zu betrachten, und jenseits des Alltags, in dem wir oft gefangen bleiben, gibt es einen Zustand der Verleugnung, einen Bruch mit dem Konventionellen, mit den Regeln und Normen, der erstens intuitiv und dann im Abenteuer eines von Vorurteilen befreiten Blicks durchlaufen wird.
Eine solche Handlung, die um das menschliche Phänomen als Ganzes zu verstehen notwendig ist, wird als eine Form in der Folge von unsterblichen Tatsachen, die einen erstaunlichen Einfluss auf die Emotionen des Zuschauers hat, radikal ausgedrückt.
 
Im Gegensatz zur  konzeptuellen Fotografie, macht der performative Aspekt dieser fotografischen Tätigkeit seinen Autor zu einem Actionhelden und zu einem Zeugen, der stillschweigend die Rekonstitution empörender Tatsachen anstiftet und dadurch außerhalb des Kontexts schwer zu „lesen" ist.
Das Eindringen in den intimen Raum, womit die psycho-physische Hypostasen des Individuums eingefangen wird, geschieht unter dem Einfluss starker Blitze, die Abstoßungen in den Augen des Zuschauers hervorrufen.
Die Natürlichkeit der Darstellungen erinnert an Caravaggios dunkle Leinwände und versetzt das fotografische Bild gleichzeitig in die unerschöpfliche Reihe ungelöster Gewöhnlichkeit.
Die Fotografie ist in dieser Hinsicht ein produktives Ensemble, das in seiner hyperrealen Form in ein unpassendes und brutales Manifest, das an unseren gesunden Menschenverstand gerichtet ist, umgesetzt wird.
 
Kuratorin,
Georgeta-Olimpia Bera


Miron Zownir ist 1953 in Karlsruhe geboren und lebt in Berlin. Er wurde vom amerikanischen Autor Terry Southern als „der Dichter der radikalen Fotografie” bezeichnet, und seine Arbeiten, die sich an benachteiligte soziale Gruppen richten, in Serien wie „Down and Out in Moskau” , „NYC RIP”, „Berlin Noir” und andere sind in der ganzen Welt bekannt. Miron Zownir hat sich auch als angesehener Filmemacher und Autor von Kriminalromanen etabliert.

 

Die Ausstellungseröffnung wird am 1. März 2021 um 18 Uhr auf Facebook live übertragen. 
Um die Ausstellung besuchen zu können, schreiben Sie uns bitte eine Mail an pavilion32-bucuresti@goethe.de

 

Details

Goethe-Institut // Pavilion 32, Calea Dorobanților 32

pavilion32-bucuresti@goethe.de

Öffnungszeiten: Mo-Fr 16.00-20.00; Sa/So 11.00-17.00