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Unmöglichkeiten

Unmöglichkeiten ADDIS ABEBA-RIBA CANTU, 2019, Simulation 3D Philippe Cuxac

Mi, 15.09.2021 -
Fr, 15.10.2021

Goethe-Institut // Pavilion 32, Calea Dorobanților 32

5 Leseplätze im Goethe-Institut. Eine Installation von Veit Stratmann

15.09.2021, 18:00 - Vernissage und Artist Talk, im Rahmen des Programms New Regional Cultural Cooperation

Die UNREALISIERBAREN UND UNVERTRETBAREN ARBEITEN sind der Versuch, wirtschaftlich-politische Diskurse, die mich irritieren, mir Angst machen, mich an der Vernunft derer zweifeln lassen, die sie formulieren, ernster zu nehmen als sie vielleicht gemeint waren, bzw. sie so ernst zu nehmen wie sie schlimmsten Falles gemeint sein können. Ich versuche, sie zu strecken, ihre Logik aufzurollen und ihnen eine plastische Form zu geben.
 
Dieses Vorgehen bringt mich allerdings in Dilemmas. Einerseits bin ich häufig in die Lage, Vorschläge zu machen, die für mich als Künstler richtig sind, aber für den Bürger/Vater/Lebenspartner in mir unvertretbar. Sie erzeugen also eine Spannung zwischen meinem Sein als Künstler und Nicht-Künstler. Zweitens stellen die betreffenden Diskurse auch mein Kunstverständnis infrage, da sie häufig objektive Veränderungen verlangen. Ich gehe aber davon aus, dass Kunst Debatten öffnen soll und unfähig ist, Lösungen außerhalb des künstlerischen Raumes zu formulieren. Jeder Versuch würde Kunst zum “sozialen Handeln” machen und ihre ethische Gültigkeit untergraben. Die Kunst würde ganz einfach verschwinden.
 
Es geht also darum, die Dinge umzudrehen und die beschriebenen Spannungen nicht als Hinderung am Tun, sondern als Produktionsmittel zu betrachten – sie zur Grundlage der zu findenden Form zu machen. Das gilt auch für die Begriffe “unrealisierbar”, “unvertretbar” oder “unhaltbar”. Sie sollen nicht als Beschreibungen von etwas Unmöglichem betrachtet werden, sondern als Mittel, die entwickelten Formen aus dem physischen öffentlichen Raum herauszulösen und sie in den Raum der Medien und des wirtschaftlich-politischen umzulenken. (Veit Stratmann)

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