Schnelleinstieg:

Direkt zum Inhalt springen (Alt 1)Direkt zur Sekundärnavigation springen (Alt 3)Direkt zur Hauptnavigation springen (Alt 2)

Virtual Reality App B.A.U.

B.A.U.© Goethe-Institut Nowosibirsk

Im vergangenen Jahr hat sich immer wieder die Frage gestellt: Wie können interkulturelle und künstlerische Zusammenarbeit im digitalen Zeitalter, aber auch angesichts von Pandemien funktionieren? Mara Genschel, Katia Sophia Ditzler und Tomomi Adachi aus Berlin sowie Alexej Grischenko und Evgenii Gawrilow aus Nowosibirsk erkundeten mit dem Goethe-Institut Nowosibirsk und dem Berliner Literaturhaus Lettrétage neue Wege der Kooperation. Gemeinsam wagten wir ein Experiment mit ungewissem Ausgang.
 
Heraus kam etwas für alle Beteiligten komplett Neues: ein gemeinsam entworfenes Kunsterlebnis in Form einer Virtual-Reality-App, die für alle Nutzer*innen ganz einfach auf dem Smartphone erlebbar ist. Unter dem Titel „B.A.U.“ ist die App für iOS und Android bereits jetzt kostenlos erhältlich. Die fünf Künstler*innen erstellten auf Basis eigens dafür angefertigter Werke ihrer Kolleg*innen fünf virtuelle Räume, in denen Sie – das Publikum – in digitale Realitäten abtauchen. Mittels einer VR-Brille aus Karton wird Ihr Mobiltelefon zur Tür in eine virtuelle Realität, in der Sie sich – umspielt von animierten Gottheiten, gigantischen Lenin-Köpfen und sphärischen Klängen – durch die Räume bewegen und dort mit den eigens für diese App geschaffenen Kunstobjekten interagieren.
 
B.A.U. ist digitale Literatur, die nicht versucht, die analoge Variante zu kopieren. B.A.U. ist digitale Kunst, ohne eine digitale Ausstellung sein zu wollen.
 
B.A.U. erschließt nicht nur digitale Kunst, sondern ist auch vollständig in digitaler Zusammenarbeit entstanden. Ohne sich ein einziges Mal physisch zu treffen, schufen die fünf Teilnehmer*innen Räume, in denen sie eigens für diesen Zweck geschaffene Arbeiten ihrer Partner*innen verbinden, adaptieren und schließlich in ein gemeinsames Gesamtkunstwerk transformieren.
 
Katia Sophia Ditzler © Privatarchiv Katia Sophia Ditzler, geboren 1992, studierte in Leipzig, Berlin, Kiew, Moskau und Yogyakarta Literarisches Schreiben, Ethnologie und Schattenpuppentheater. Sie arbeitet interdisziplinär an der Schnittstelle zwischen Literatur, Musik, Video, Performance und Neuen Medien, veröffentlicht in Zeitschriften und Anthologien, zeigt Filme und Performances auf Festivals. 2019/20 war sie Mentee bei den Neuen Deutschen Medienmachern. Sie lebt und arbeitet in Berlin, nachdem sie eine Hospitanz bei Virtual Reality Cinema und eine Residenz im Theatre Research Institute in Melbourne, Australien, absolviert hatte.
 
Mara Genschel © Privatarchiv Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, lebt in Berlin. Sie ist Schriftstellerin und Performerin, publiziert in Buchform, auf Bühnen und im Radio, zuletzt: Salon Dilletantisme (SWR2, 2020). Ihre jüngsten Bücher sind: Cute Gedanken (2017) und Gablenberger Tagblatt (2018).
 
Tomomi Adachi © Mute Souvenir/Kai Bienert Tomomi Adachi ist Performer und Komponist, der eigene Werke und Improvisationen zur Aufführung bringt, aber auch Musik von experimentellen Komponisten wie John Cage, Cornelius Cardew und Christian Wolff. Für seine Performances benutzt Adachi häufig selbst entworfene elektronische Instrumente wie etwa das „Infrared Sensor Shirt“, das ihm erlaubt, musikalische Ereignisse durch Körperbewegungen fernzusteuern. Ein wichtiger Teil seiner musikalisch-künstlerischen Praxis ist der experimentelle Umgang mit seiner Stimme, die er oft mit den Möglichkeiten der Elektronik vereint.
 
Evgenii Gawrilow © Privatarchiv Evgenii Gawrilow, Nowosibirsk, ist Musiker und audiovisueller Künstler sowie Mitbegründer des Labels und Klangkollektivs Echotourist. Er veröffentlicht Musik unter dem Pseudonym „Dyad“ und ist Mitglied verschiedener Ensembles. Außerdem ist Gawrilow Co-Kurator des Festivals STM Siberia und Komponist im Theaterlabor des Festivals Territoriia (Territorium) in Tomsk. Seine Arbeiten waren in mehreren Ausstellungen zu sehen und zu hören, unter anderem beim Sonderprojekt der fünften Ural-Biennale Mirostroenie (Weltenbau), beim Strategieprojekt Spasibo, Pozhaluista, Izvini (Danke, Bitte, Entschuldige) der sechsten Moskauer internationalen Jugendbiennale und in der Ausstellung Vse ne to, chem kazhetsia (Nichts ist, wie es scheint), die 2018 in Jekaterinburg und 2019 in Tjumen zu sehen war. Zuletzt führte Gawrilow Regie bei dem Kurzfilm Stal’-Gorod (Stahl-Stadt), der die Ausstellung Die Stadt von morgen des Goethe-Instituts Nowosibirsk begleitete.
 
Alexej Grischenko © makersofsiberia.com Alexej Grischenko, Nowosibirsk, ist Künstler und Ingenieur. Er studierte an der Nowosibirsker Technischen Universität und arbeitete in den vergangenen zwei Jahren vor allem an neuralen Netzwerken. Aktuell beschäftigt er sich hauptsächlich mit der Entwicklung von Computerspielen und virtuellen Realitäten. Grischenko arbeitet insbesondere an der Schnittstelle von Kunst und modernen Technologien mittels 3-D-Scan und 3-D-Druck, mit Augmented Reality sowie künstlicher Intelligenz. Er führt außerdem Technik-Workshops für sibirische Künstler*innen durch und initiierte den Nowosibirsker „Hacker-Space“. Bis Ende 2019 war er drei Jahre lang Gastgeber von Garagen-Ausstellungen im Zentrum Nowosibirsks. Grischenkos Fokus liegt insbesondere auf interdisziplinären und experimentellen Projekten.
 
Hier können Sie B.A.U. kostenfrei herunterladen:
auf Google Play (Link)
im Apple App Store (Link)
 
Die Benutzung von B.A.U. erfolgt niederschwellig mittels einer simplen VR-Brille aus Karton. Starten Sie einfach die App, setzen Sie Kopfhörer auf, justieren Sie Ihr Telefon mittig in dem dafür vorgesehenen Fach der Brille und schon kann es losgehen. Ein Tutorial erklärt Ihnen zunächst die Interaktion mit den verschiedenen Schaltflächen. Sollten Sie bei der Benutzung leichten Schwindel oder Übelkeit verspüren, legen Sie eine kurze Pause ein. Wenn die Benutzung der Schaltflächen Probleme bereitet, stellen Sie sicher, dass Ihr Telefon mittig in der Brille positioniert ist. Viel Vergnügen!

Top