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Über die Künstler

Rorschach © Elsa Artmann, Samuel Duvosin

Elsa Artmann und Samuel Duvosin

Die Gemälde-Serien von Elsa Artmann und Samuel Duvosin entstehen im Rahmen verschiedener gemeinsamer Projekte. Ihre Absicht besteht darin, die Choreografien kollektiver Kompositionspraktiken in Malerei zu übersetzen und im Zusammenspiel und in den Überlagerungen ihrer individuellen Interessen als Autor/innen zu fungieren. So kopieren sie in »Rorschach« und »Synchron kopieren« jede Malbewegung, die der jeweils andere gerade ausführt. Für »Family Scores« haben sie zusammen mit den Tänzerinnen Diana Treder, Chengcheng Hu, Sooyeon Kim und Anne-Lene Nöldner eine Gruppe von Partituren entwickelt, um gemeinsam Vorstellungen von der Kernfamilie zu überdenken. Die Partituren zielen darauf ab, eine öffentliche Reflexion von privaten, mit der Familie verknüpften Wertvorstellungen zu ermöglichen; Sentimentalität und Kritik an der Kernfamilie in ihrer ganzen innewohnenden Zwiespältigkeit sollen gleichermaßen akzeptiert und praktiziert werden können. »Family Scores« existiert sowohl als Tanzvorführung und als Buch und versammelt malerische und choreographische Notationen, die man allein, in einer Gruppe oder einfach durch die Lektüre erfahren kann.

 Zbyněk Baladrán Modell[B1]  von »Automated Subject«, 2018 Druck auf Papier, Nylon 5 x 5 m © Paula Gehrmann

Zbyněk Baladrán

Zbyněk Baladrán (geb. 1973, Prag, Tschechoslowakei) ist Künstler, Autor und Kurator. Als posthumanistischer »Archäologe« arbeitet mit Methoden, die denen von Ethnografen, Anthropologen und Soziologen ähneln, und gräbt bewusst die Überreste der nicht so fernen Vergangenheit aus. Er sucht nach räumlichen »Einschlüssen«, wo sich Lebensweisen in ihren Systemen, Regeln und Koinzidenzen widerspiegeln, und nach Objekten, mit deren Hilfe eine von sich selbst besessene Menschheit das Bild ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft erzeugt. Die Installation »Automatic[B1]  Subject« ist eine spekulative Betrachtung der Transformationen von Subjektivität, die durch Maschinen, Infrastrukturen, Sensoren, Schnittstellen sowie menschliche und nichtmenschliche Nutzer/innen ausgelöst werden. Die Installation beruht lose auf Gedankenexperimenten aus Büchern von Stanislaw Lem und Andrei Platonow und zeigt eine Welt, in der eine traditionelle Vorstellung von menschlicher Subjektivität in globalem Maßstab erweitert wird, um jedes vorstellbare Wesen einzuschließen.

ASI © ASI

The Agency of Singular Investigations (Stanislav Shuripa, Anna Titova)

Bolotyan © Bolotyan

Ilmira Bolotyan

Gehrmann © Paula Gehrmann

Paula Gehrmann

Paula Gehrmann (geb. 1982, Ostberlin/DE, lebt in Leipzig) untersucht systematisch die gegenwärtige Lage und Gegebenheiten von Situationen, Kontexten und Bedingungen, die sie vorfindet. Ihre Installationen werden in situ aufgebaut und im Hinblick auf einen wahrgenommenen Raum, seine architektonischen, kulturellen und sozialen Voraussetzungen, oder einfach in Bezug auf den Ausstellungsraum und seine Mit-»Bewohner« organisiert. Ihre Arbeitsmethode geht für gewöhnlich von einem fotografischen Beobachtungsprozess aus, durch den räumliche Muster und der gesellschaftliche Charakter von Materialität als ein dichtes Bündel von Informationen und als Potenzial aufgedeckt werden. Überdies beschäftigt sich Gehrmann mit einer Reihe industrieller Baustoffe wie Aluminium, MDF-Platten und Plexiglas, die eine dreidimensionale Ausdehnung haben und den illusionistischen Charakter des Bildraums ergänzen. »DISPLAY« erfüllt wechselnde Funktionen als Rahmen, Hintergrund oder Ausstellungsarchitektur und erweist sich somit als eine relationale Skulptur, die Veränderungs- und Partizipationsmöglichkeiten bietet. Dadurch, dass die Anatomie von Produktion und Rezeption betont wird und die Grenzen zwischen funktionalen und kulturellen Objekten verwischen, können die performativen Elemente – einschließlich des Publikums – mit ihrer eigenen Verhandlungsfähigkeit konfrontiert werden.

Tarot for Collective Bodies © Elli Kurus

Pavle Heidler, Marko Gutić Mižimakov, Silvia Marchig, Sonja Pregrad, Elli Kurus

»Tarot for Collective Bodies« lädt Menschen ein, sich Tarotkarten für ein Kollektiv legen zu lassen, dem sie selbst angehören. Die Arbeit entstand (im Rahmen des Projekts »Intercity/Switchcity«, produziert von Pogon Zagreb, kuratiert von Kristina Semenova und Lea Vene) in einem zweijährigen Austausch zwischen Pavle Heidler, Marko Gutić Mižimakov, Silvia Marchig, Sonja Pregrad und Elli Kuruş – einem Tanzkollektiv aus Zagreb/Stockholm und einem Kunstkollektiv aus Leipzig. »Tarot for Collective Bodies« verwendet ein Tarotkartenspiel, das im Lauf eines Jahres im Kontext von »It could be a community« entstand.
»It could be a community« diente als eine Art gemeinsamer Grundlage für die Praktiken von Kollektiven und ihr Interesse, Situationen zu schaffen, die unausgesprochene Machtverhältnisse untersuchen und mit ihnen spielen. Das Spiel, das in verschiedenen Städten weltweit gespielt wurde, ermöglichte eine Neuverteilung von Handlungsmacht und Performativität, indem es während des Spielens immer wieder neu erfunden wurde. Dabei fungierte das Tarotkartenspiel als eine Art Vermächtnis. Es wurde in jeder Sitzung von den jeweiligen Teilnehmer/innen verändert, indem jede Gruppe ihr Wissen über Kollektivität auf den Karten dokumentierte.
 

"swam, we know", "been there, done that" © Anne Krönker

Anne Krönker

Anne Krönker verarbeitet Teile des Fußbodens des D21 Kunstraum zu skulpturalen Ordnungen. Diese werden, beeinflusst von den Assoziationen und Geschichten des Publikums, in einem Workshop verändert, wobei die Spuren sichtbar bleiben.

Kirill Savchenkov © Ivan Erofeev

Kirill Savchenkov

Adelita Husni-Bey © Adelita Husni-Bey

Adelita Husni-Bey

Die Videoinstallation »2265« ist das Ergebnis eines Workshops am Southeastern Center for Contemporary Art, den Adelita Husni-Bey (geb. 1985, IT) zusammen mit Authoring Action – einer von dem Schriftsteller Nathan Ross Freeman geleiteten Gruppe jugendlicher Autoren – durchgeführt hat. Der Workshop untersuchte in Schreibübungen und mithilfe experimenteller pädagogischer Praktiken kolonialistische Zukunftsvorstellung und insbesondere die Aussicht, den Mars zu besiedeln. Die daraus entstandene 2-Kanal-Videoinstallation zeigt sowohl die Performance, die von den Mitgliedern von Authoring Action gemeinsam mit der Künstlerin entwickelt wurde, als auch Teile des Workshops, die beide in einem leeren Theater stattfanden.

Im Zentrum von Husni-Beys Praxis stehen »radical education« (radikale Bildung), neue Formen von Pädagogik und die politischen Kämpfe von Kollektiven. Die Künstlerin entwickelt regelmäßig Workshops, Diskussions-Plattformen und Rollenspiele, um in einem Zeitalter der patriarchalischen kapitalistischen Unterdrückung Debatten anzustoßen und die Grenzen des Konsenses und des kollektiven Gestaltens auszuloten.

"No" Doesn't seem to exist in dreams © Katharina Zimmerhakl

Katharina Zimmerhackl

Katharina Zimmerhackl (geb. 1983, DE) arbeitet auf den sich überlagernden Gebieten von konzeptueller Kunst und Theorie. Ihr thematischer Fokus richtet sich auf visuelle und literarische Sprachen und auf die Produktion von Wissen, Kollektivität und kollektiver Arbeit, aber auch auf Geschichte und Überlegungen dazu, wie Geschichte – insbesondere aus einer feministischen Perspektive – geschrieben und gemacht wird. Katharina Zimmerhackls Arbeiten beruhen oft auf einer Wiederaneignung wissenschaftlicher oder künstlerischer Materialien, die zu Drehbüchern, Partituren oder Notationen als Systemen der »Übersetzung« und Umstrukturierung des recherchierten Materials transformiert werden.

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