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Ausstellungsphase 3 - Simon Pfeffel© MMOMA

#3 Iwan Geddert, Sophie Innmann, Alex Nowak, Simon Pfeffel

15. Februar 2018 – 11. März 2018
 
Die dritte Phase umfasst ausgehend vom Medium der Performance und deren Kombination mit Malerei und Skulptur, junge künstlerische Positionen, die sich mit dem Bereich der zwischenmenschlichen Beziehung und Handlung sowie dem Körper und dessen Inszenierung beschäftigen. Die unterschiedliche Herangehensweisen der KünstlerInnen aus Düsseldorf, Berlin und Karlsruhe spiegelt sich auch in ihrer Bezugnahme auf die lokal ästhetischen, urbanen und sozialanthropologischen Phänomene der Stadt Moskau wider.
 
KünstlerInnen: Iwan Geddert, Sophie Innmann, Alex Nowak, Simon Pfeffel 
 

  • Ausstellungsphase 3 © MMOMA
  • Ausstellungsphase 3 © MMOMA
  • Ausstellungsphase 3 - Simon Pfeffel © MMOMA

Iwan Geddert

Ivan Geddert (*1986, Slawgorod, Russland) untersucht in seinen Arbeiten unterschiedliche Möglichkeiten, den eigenen und andere Körper auf verschiedenen künstlerischen Gebieten zu inszenieren. Obwohl viele seiner Arbeiten als eigenständige Werke entstehen, dienen einige seiner Skulpturen und Installationen – zusammen mit Sprache, Gesang, Instrumentalmusik und Bühnenbildern – auch als Elemente von Performances. Oft erinnern sie an Requisiten, die von früheren Aktionen übriggeblieben sind. Zugleich beschäftigt sich Gedderts Dichtung mit dem akustischen und semantischen Potenzial der Sprache und den Missverständnissen, die diese erzeugen.


SOPHIE INNMANN

Die Praxis von Sophie Innmann (*1986, Münchberg, Deutschland) beruht auf der Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen in alltäglichen Situationen, etwa beim Sport oder bei Ritualen, bei Basketballspielen, Motorradrennen oder beim Umtrunk unter Freunden. Innmann nutzt die Vorstellungen, die diesen Situationen zugrunde liegen, um daraus experimentelle, partizipatorische und ergebnisoffene Szenarien zu entwickeln. Ihr Interesse gilt dabei nicht nur den Rezipient*innen, die zu Akteur*innen werden, sondern auch physischen Abnutzungserscheinungen wie Schleif- und Farbspuren, die als Wandmalereien zurückbleiben.

„wir trinken zusammen, nicht allein“ ist eine ortsspezifische Installation, die das Publikum zur Teilnahme einlädt. Die Intervention beschäftigt sich mit deutschen und russischen Klischees und beruht auf dem deutschen Schlager „Moskau“ (1979) der Popgruppe Dschinghis Khan. Das Klischee wird zu einem Instrument, um abstrakte Vorstellungen Wirklichkeit werden zu lassen, indem man persönliche Geschichten erzählt und Solidarität zwischen Menschen erzeugt, die sich nie zuvor begegnet sind.

Vor dem Beginn der Ausstellung sammelte Sophie Innmann Wünsche oder Ideen von verschiedenen Menschen in ihrem Umfeld, indem sie fragte: „Worauf sollen wir das Glas erheben?“ Die Wünsche wurden in ein Buch geschrieben. Nun sind die Ausstellungsbesucher eingeladen, sich gemäß folgender Anleitung zu beteiligen:

Wählen Sie einen Wunsch oder eine Idee aus, mit der sie sich identifizieren können, und finden sie mindestens eine weitere Person, die mit Ihnen diesen Wunsch Wirklichkeit werden lässt, indem Sie beide darauf trinken. Unterschreiben Sie alle in der Rubrik „implemented by“ („durchgeführt von“). Dann füllen Sie für jede Person ein Glas, verteilen die Gläser an alle Beteiligten, heben sie hoch, sprechen den Wunsch laut aus, trinken den Wodka in einem Zug und werfen die Gläser an die Wand vor ihnen.

Performance Sophie Innmann, Phase 3 Performance Sophie Innmann | © MMOMA


Alex Nowak

Die Gemälde und Skulpturen von Alex Nowak (*1985, Dieburg, Deutschland) stehen als autarke Objekte für sich selbst. Trotzdem zeigen sich an den Objekten die Spuren des künstlerischen Arbeitsprozesses wie die Geister zurückliegender Handlungen. Die rauen Oberflächen und die Farbgebung der Werke deuten auf Entzündungen, Vergiftungen und die Nahrungsmittel hin, die der Körper zum Leben braucht. Ihre Formen erinnern oft an Flaggen, Schutzschilde, Zeichen, prähistorische Objekte und andere Relikte, die einmal als Signale dienten.

Artwork by Alex Nowak Artwork by Alex Nowak | ©MMOMA


Simon Pfeffel

Das wichtigste Material, das Simon Pfeffel (*1985, Nürnberg, Deutschland) in seinen Performances einsetzt, ist sein eigener Körper. Oft erzeugt er Situationen im öffentlichen Raum, deren Entwicklung und Ausgang anfangs nicht vorherbar sind. Passant*innen werden durch irritierende Handlungsaufforderungen auf Schildern angezogen, aber auch durch den demonstrativen Einsatz und die Gefährdung von Pfeffels Körper, der von den Passant*innen festgehalten und dadurch vor Verletzungen geschützt wird. Auf diese Weise überträgt er die Verantwortung für eine Situation und die ihr innewohnenden Entscheidungsmöglichkeiten schrittweise auf die Zuschauer*innen und macht sie zu Akteur*innen.

Performance von Simon Pfeffel in Moskau Performance von Simon Pfeffel in Moskau | © Viktor Timofeev

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