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Focal Points© Annemarie Blohm

Der 4. Raum
Spektrum

1. Dezember - 24. Februar

SPEKTRUM ist ein Raum für das Zusammentreffen kultureller Communities und interdisziplinärer Gruppen, die in Berlin entstehen und von dort aus arbeiten. Das Projekt zielt darauf ab, Auseinandersetzungen zu fördern, Wissen zu erschließen und eine Plattform für die Entwicklung, Realisierung und Präsentation von technologiebasierten Kunstwerken, wissenschaftsorientierten Events und futuristischen Utopien zu bieten, die auf dem Prinzip des Miteinanders – des „Do-it-together-with-others“ (DIWO) – beruhen. 

Mehr über Spektrum

Programm

Workshop Sensorial Connections: Building Sound & Light Environments

Wir haben mehrere Sinne, aber unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit und unsere Beziehung zur Außenwelt wird vielleicht am stärksten durch das Zusammenwirken von Klang und Licht bestimmt. Die Symbiose dieser beiden, untrennbar miteinander verbundenen Elemente bildet starkes, produktives Medium dar, um im 21. Jahrhundert Kunst zu machen.

In „Sensorial Connections“ beschäftigen wir uns auf direkte und praktische Weise mit visuellen und akustischen Phänomenen, den Zusammenhängen zwischen ihnen und ihren Wahrnehmungseffekten, und wir untersuchen, wie wir sie als Instrumente zur Herstellung von transzendentalen Sound- und Lichtarbeiten nutzen können. Während des zweitägigen Workshops werden wir unter anderem mit Techniken und Konzepten wie dem Ganzfeld-Effekt, Reizentzug, otoakustischen Emissionen, Infraschall und Paranormalität, Schallwaffen, Kymatik und optischer Täuschung experimentieren.

Workshop Biokunst und Bioinformatik mit Schleimpilzen

Schleimpilze gehören zu den ältesten Spezies der Erde und verfügen über beeindruckende morphologische/ästhetische Eigenschaften. Obwohl es sich um nichtneuronale und nichtzelluläre Organismen handelt, zeigen sie faszinierende Verhaltensweisen der Netzwerkoptimierung und sind sogar in der Lage, regelmäßig wiederkehrende Ereignisse zu antizipieren. Wie Steven Shaviro in seinem Buch Discognition (2015) feststellte, ist mentale Aktivität immer verkörpert und in einem spezifischen Medium verankert. Das Verhalten von Schleimpilzen bei der Nahrungssuche kann als „prothetische Nutzung“ externer Erinnerungsspuren betrachtet werden. Eine Besonderheit von Schleimpilzen ist ihre Fähigkeit der räumlichen Steuerung („spatial computation“), das heißt, dass sie auf äußere Einflüsse unter anderem mit morphologischen Veränderungen und Chemotaxis reagieren. So lässt sich behaupten, dass sie mithilfe von Bioinformatik Probleme der Graphentheorie bearbeiten.

Die Teilnehmer*innen werden die Schleimpilz-Art Physarum polycephalum kennenlernen, ihre eigenen Experimente entwickeln und etwas über die künftigen Möglichkeiten der Kooperation zwischen verschiedenen Spezies und über Bioinformatik erfahren.

Die Teilnehmer*innen können ihre Experimente und Proben mit nach Hause nehmen.

Workshop The Smell of the Future

Kollektives Destillieren von Gerüchen mit dem Scent Club Berlin

Scent Club Workshop von Scent Club | © Spektrum Die Menschheit war immer schon von dem Wunsch erfüllt, in die Zukunft sehen zu können: Wir lesen Horoskope, konsultieren Menschen mit telepathischen Fähigkeiten und kaufen Magic-8-Kugeln. Man kann heutzutage keine Zeitung aufschlagen, ohne fatalistische Vorhersagen für unseren Planeten zu lesen. Die Zukunft ist ein furchterregender Ort – oder nicht? Wie stellt ihr euch den Geruch der Zukunft vor? Wir laden ein zu einem besonderen Geruchs-Workshop, einem kollektiven Destillieren! Wie funktioniert das? Bringt einfach etwas mit, das für euch nach Zukunft riecht, um unsere Komposition zu verbessern! Wir werden gemeinsam eine olfaktorische Collage unserer Ideen destillieren. Das Programm des Tages umfasst den Bau eines Destillierapparats, eine Einführung in das Verfahren der Destillation und gemeinsames Arbeiten.


KünstlerInnen

​Doron Sadja

(geboren 1982 in Los-Angeles, lebt und arbeitet in Berlin)

„We Are Never Ever Ever Getting Back Together“, kinetische Sound- und Licht-Installation, entwickelt in Residenz iii in Haag „We Are Never Ever Ever Getting Back Together“, kinetische Sound- und Licht-Installation, entwickelt in Residenz iii in Haag | © Spektrum „We Are Never Ever Ever Getting Back Together“ ist eine kinetische Sound- und Licht-Installation, die die Dekonstruktion/Rekonstruktion von weißem Rauschen und weißem Licht untersucht. Weißes Rauschen ist das, was das menschliche Ohr wahrnimmt, wenn alle Frequenzen des hörbaren Spektrums gleichzeitig präsent sind. In technischer Hinsicht enthält weißes Rauschen das Material für alle Songs, die jemals geschrieben wurden und noch geschrieben werden. Weißes Licht ist dementsprechend das, was das menschliche Auge sieht, wenn alle Wellenlängen des sichtbaren Spektrums präsent sind. Ähnlich wie ein Prisma weißes Licht in das gesamte sichtbare Farbspektrum (einen Regenbogen) auffächert, untersucht „We Are Never Ever Ever Getting Back Together“ die Idee eines akustischen Prismas, in dem die Betrachter*innen zu Punkten im Raum werden, an denen alle Frequenzen zusammentreffen, um ein Feld unendlicher Möglichkeiten zu erzeugen.

Doron Sadja ist ein amerikanischer Künstler, Komponist und Kurator, der die Wahrnehmung und Erfahrung von Klang, Licht und Raum erforscht; seine Arbeiten sind „schwierig, kraftvoll, intensiv und zart – alles zur gleichen Zeit.“ Sadja inszeniert eindrucksvolle Performances, die das Publikum in eine futuristische Umgebung aus Sound und Licht tauchen.

Sadja verschmilzt elektronische Sounds mit romantischen Synthesizern und Dark Noise, um hyperemotive Klangarchitekturen aufzubauen, die manchmal die Schmerzgrenze streifen und manchmal ein Meer aus opulenten Harmonien bilden. Sadjas Arbeiten beeindrucken durch eine einzigartige, fokussierte Herangehensweise; sein Output ist vielgestaltig und reicht von Wellenfeldsythese-Sound-Arbeiten mit 250 Lautsprechern und 360-Grad-Projektionen über Streichorchester-Werke und Spezialanfertigungen von motorisierten Lautsprechersystemen, die Klänge präzise durch einen Raum steuern können. Sadja lebt derzeit in Berlin und unterrichtet Elektronische Musikproduktion am dBS Berlin.

Michael Ang

(lebt und arbeitet in Berlin)

City Refl3ctor (Зеркало города), Интерактивное устройство City Refl3ctor (Зеркало города), Интерактивное устройство | © Spektrum Unsere Selbstidentität und unsere Wahrnehmung anderer Menschen sind heute untrennbar mit Mobilgeräten verknüpft. Wenn wir durch die Stadt gehen, sehen wir öfter auf die Displays unserer Handhelds, als dass wir die Menschen in unserer Umgebung ansehen.

City Refl3ctor ist ein Mobilgerät, das die Reflexion des eigenen Gesichts mit der einer anderen Person verschmilzt und dadurch einen Moment gemeinsamer Identität im öffentlichen Raum herstellt. Die programmierten Leuchten von Refl3ctor erzeugen eine Reihe von Abbildern und Übertragungen: Du / Ich / Wir.

Der Refl3ctor kann in der ganzen Stadt unterwegs genutzt werden und ermöglicht spontane Interaktionen zwischen ihren Bewohner*innen. Während uns Displays zunehmend von unserer physischen Umgebung trennen, vermittelt der Refl3ctor Momente einer engen persönlichen Verbindung zwischen Menschen im städtischen öffentlichen Raum.

Bio

Michael Ang (CAN/DE) ist ein Künstler und Ingenieur, der Lichtobjekte, interaktive Installationen und technische Geräte entwickelt, die die Möglichkeiten von Menschen erweitern, sich auszudrücken und miteinander in Verbindung zu treten. Ang arbeitet mit einer Hacker-Ästhetik und greift oft auf bereits existierende Technik zurück, um im öffentlichen Raum und im offenen Gelände neue Erfahrungen zu ermöglichen. Michael Angs Arbeiten setzen sich der Tendenz entgegen, dass Technologien uns von uns selbst und von unserer Umgebung trennen; sie verbinden uns miteinander und mit der Erfahrung des gegenwärtigen Moments.

Michael Angs Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem bei ISEA, White Wall Beirut, transmediale, Gray Area Foundation For The Arts, Art Hack Day, NASA Ames Research Center, Citilab Cornellà und SPEKTRUM Berlin. Er hat einen Master-Studiengang am Interactive Telecommunications Program (ITP) der New York University, USA, absolviert und erwarb einen Bachelor in Computertechnik an der University of Waterloo, Kanada.

Wolf Bittner

(geboren in Salzburg, lebt und arbeitet zurzeit in Berlin)

Circular Shift. 2015–2018, Audiovisuelle Installation, Sound von Or Sarfati Circular Shift. 2015–2018, Audiovisuelle Installation, Sound von Or Sarfati | © Spektrum Mit der Installation Circular Shift setzt Wolf Bittner seine Experimente fort, zweidimensionale Projektionen zu räumlichen Arrangements zu erweitern. Durch Fragmentierung, Teilung und Überlagerung wird das projizierte Bild in dreidimensionale Strukturen transformiert. Aus einfachen geometrischen Elementen werden sowohl physikalische Konstruktionen als auch projizierte Bilder aufgebaut, durch deren Zusammenspiel ein neues ästhetisches Gebilde entsteht. Temporäre Ereignisse werden in räumliche Stimuli transformiert, und die Interferenzen geometrischer Patterns erzeugen rhythmische Sequenzen im Raum.

Scent Club Berlin

(                     )

Whole Space   

Olfaktorische Installation

Scent Club präsentiert (                 ) Whole Space, eine Installation, die ausschließlich aus einem feinen, kaum wahrnehmbaren Geruch besteht, der den Ausstellungsraum erfüllt, aber mit dem ehrgeizigen Wunsch verbunden ist, mögliche Welten zu formulieren. Scent Club Berlin verwendet ein einziges Geruchsmolekül, Hedione, mit einem zarten Jasmin-Magnolien-Duft, und lädt die Teilnehmer*innen ein, Vorstellungen von einer Zukunft zu entwickeln, die auf der aktiven Neugestaltung einer empathischeren Welt beruht. Hedione aktiviert die menschlichen Pheromon-Rezeptoren und verbessert die Kommunikation zwischen den Angehörigen einer Spezies, indem es die Entstehung empathischer Gedanken fördert.

Beim Besuch der Ausstellung finden die Besucher*innen in der Mitte des Raums einen Text auf dem Boden vor, der dazu anregt, dem Geruchssinn und dem speziellen Duft, der den Raum erfüllt, besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Scent Club Berlin ist ein Künstler*innen-Kollektiv und eine Community von Menschen, die zusammenkommen, um auf dem Gebiet des Olfaktorischen zu forschen, Projekte zu entwickeln und zu kooperieren.

Zu den derzeitigen Hauptmitgliedern gehören die Gründungsmitglieder Mareike Bode, Max Joy, Alanna Lynch, Eeva-Liisa Puhakka und Chaveli Sifre Riestra sowie Tobias Esselborn und Aleksandra Pawlowska.