Diskussion
Erzähle mir von Europa

Erzähle mir von Europa
© Groupe Dejour

Dialog zwischen Ost und West mit Ljudmila Ulitzkaja

Online sowie im Radioprogramm „Diletanty“ von Echo Moskwy

Sendung auf dem Youtube-Kanal des Goethe-Instituts Moskau (Russisch und Englisch) Innerhalb der Diskussionsreihe „Erzähle mir von Europa“, die Erfahrungen bekannter Europäer*innen mit generationsübergreifenden Debatten über Europa verbindet, lädt das Goethe-Institut zu einem Gespräch mit der Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja ein. Der Radiosender Echo Moskwy überträgt die Veranstaltung zum Thema Dialog zwischen Ost und West über seinen YouTube-Kanal „Dilettant“ und über den YouTube-Kanal des Goethe-Instituts. Die Diskussion moderiert Sergej Buntman, erster stellvertretender Chefredakteur von Radio „Echo Moskwy“. Die junge Generation vertreten Nora Sefa als Stimme aus dem Osten und Jeanne Pansard-Besson für den Westen. Registrierte Zuhörer*innen können ihre Fragen in der Sendung stellen.

Mit diesem und zahlreichen weiteren Projekten begleitet das Goethe-Institut zusammen mit dem Auswärtigen Amt die deutsche EU-Ratspräsidentschaft von Juli bis Dezember 2020.

Im Rahmen des Projekts „Erzähle mir von Europa“ lädt das Goethe-Institut zu Veranstaltungen in Moskau und zwölf weiteren europäischen Städten ein, um mit Menschen vor Ort über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas zu diskutieren. Grundlage der Diskussion sind Interviews mit bekannten Europäer*innen, die im Europäischen Archiv der Stimmen gesammelt wurden. Darin erzählen Zeitzeug*innen, die vor 1945 geboren wurden, jungen Menschen von ihren Lebenswegen. Sie berühren in den Gesprächen Themen wie Kriege und Konflikte, das Gefälle zwischen Stadt und Land, Geschlechter(un)gerechtigkeit, Religionsfreiheit oder die Rückkehr von Nationalismus. Auch die verschiedenen Perspektiven auf Europa aus Ost und West werden in Gesprächen verdeutlicht.

Die Erzählungen regen dazu an, den aktuellen Zustand Europas zu reflektieren. Seit einigen Jahren steckt Europa in einer schweren Krise. Die Folgen der Covid-19-Pandemie haben diese in den vergangenen Monaten noch verschärft. Welche Impulse möchten junge Menschen geben, um dieses generationsübergreifende Projekt fortzuführen und die Geschichte weiterzuschreiben? Auf welchen Werten haben wir Europa aufgebaut? Was kann und soll das politische, gesellschaftliche und kulturelle Projekt in Zukunft sein?
 

LJudmila Ulitzkaja

Ludmila Ulitzkaja © Basso Cannarsa
Ljudmila Ulitzkaja wurde 1943 im Ural geboren und schloss ihr Studium an der Moskauer Universität mit einem Master in Biologie ab. Sie arbeitete zunächst als Wissenschaftlerin am Moskauer Akademie-Institut für Genetik, kurz vor der Perestroika dann als Repertoireberaterin des Jüdischen Kammertheaters Moskau (1979–1982) sowie als Drehbuchautorin.

Ljudmila Ulitzkaja gilt als eine der profundesten und tiefsinnigsten Schriftstellerinnen der zeitgenössischen russischen Literatur. Ihr erstes Buch erschien in den 1990er‑Jahren – Kurzgeschichten voller Farbenreichtum und psychologischer Details. Inzwischen hat Ljudmila Ulitzkaja fünfzehn belletristische Bücher (mit mehr als 4,5 Millionen verkauften Exemplaren weltweit) veröffentlicht, drei Kindermärchen und sechs Theaterstücke, die an verschiedenen Theatern in Russland und in Deutschland aufgeführt wurden. Viele ihrer Bücher werden sofort nach dem Erscheinen für das Ausland übersetzt. 

Nora Sefa


Nora Sefa © Josip Ninković
Nora Sefa wurde 1992 in Pristina, Kosovo, geboren und lebt seit ihrem fünften Lebensjahr in Deutschland. Sie studierte Russische Sprache und Kultur, Politikwissenschaft sowie Soziologie in Würzburg, Moskau und Sankt Petersburg und macht derzeit einen Master in Friedens-und Konfliktforschung an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Darüber hinaus ist sie als freie Journalistin und für das Deutsche PEN-Zentrum tätig.
Sie interessiert sich für friedliche Streitbeilegung und Demokratisierungsprozesse, insbesondere den westlichen Balkan betreffend. Nora Sefa spricht Englisch, Deutsch, Französisch, Albanisch und Russisch.

Jeanne Pansard-Besson


Jeanne Pansard-Besson © Louise Kemény
Jeanne Pansard-Besson ist Opernregisseurin und Autorin. Sie wuchs in Paris auf und lebt derzeit in London. Nach ihrem Doktor der klassischen Philologie an der Cambridge‑Universität
arbeitete sie mit dem Glyndebourne Festival, dem Royal Opera House, der Deutschen Oper Berlin, der Oper Graz, der Royal Academy of Music, der Opéra Comique, der Garsington Opera und der Scottish Opera zusammen. Sie war Finalistin beim 9. Europäischen Opernregiepreis (Camerata Nuova) in Berlin und Halbfinalistin beim Ring Award 17. Die neue Oper The Alternative Queen’s Speech, die sie mit der Komponistin Cheryl Frances-Hoad im Auftrag des National Opera Studio in London geschaffen hat, wurde im Oktober 2020 online uraufgeführt. Ihr Buch The Imagination of Rome’s Foundation Myths (Die künstlerische Vorstellung der Gründungsmythen Roms), das auf ihrer Doktorarbeit basiert, wird demnächst im Routledge Verlag veröffentlicht.

KOOPERATIONSPARTNER:

Arbeit an Europa ist eine Gruppe von jungen engagierten Europäer*innen, die sich zusammengeschlossen hat, um die Zukunft Europas mitzugestalten. Das Europäische Archiv der Stimmen ist ein zentrales Projekt der Gruppe und wird in Zusammenarbeit mit Unterstützer*innen in ganz Europa realisiert. Die Gruppe kommt außerdem mehrmals im Jahr in verschiedenen europäischen Regionen abseits der Metropolen zusammen, um zentrale Ideen des europäischen Selbstverständnisses zu diskutieren und sich mit jungen Menschen vor Ort auszutauschen.

„Erzähle mir von Europa“ ist ein Projekt des Goethe-Instituts, gefördert mit Sondermitteln des Auswärtigen Amts zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020

Details

Online sowie im Radioprogramm „Diletanty“ von Echo Moskwy

Sprache: Russisch, Englisch mit Konsekutivübersetzung

iwan.uspenskij@goethe.de

Altersbeschränkung 12+