Retrospektive von Wim Wenders

Nowosibirsk | Film |Wim Wenders: Eine Retrospektive in Nowosibirsk präsentiert fünf Schlüsselwerke des deutschen Meisterregisseurs.

  • Kino Pobeda, Nowosibirsk

  • Sprache Deutsch mit russischen Untertiteln
  • Preis 300 Rub.

Wim Wenders © Donata Wenders

Wim Wenders ist einer der führenden Köpfe des sogenannten „Neuen Deutschen Films“, der in den siebziger Jahren als Protest gegen den Unterhaltungsfilm entstand und sich in kritischer Weise mit der deutschen Nachkriegsrealität beschäftigte. Wie auch Alexander Kluge, Volker Schlöndorff oder Rainer Werner Fassbinder setzte sich Wenders mit aktuellen politischen und sozialen Fragen auseinander.
 
Wenders‘ Filme handeln von einsamen und verloren Menschen, die ihr Leben in einem zerrissenen Land zum Besseren wenden wollen. Der Road Movie ist das bevorzugte Genre des Regisseurs: Fast immer entwickeln sich die emotionalen Veränderungen seiner Protagonisten auf einer Reise. Auf diese Weise entrollt Wenders auch ein Panorama städtischer Landschaften. Der Raum wird zur Metapher für die Sehnsüchte seiner Figuren.
 
Die Retrospektive wird vom Kino Pobeda und der Firma „Inoje Kino“ (Anderes Kino) veranstaltet und vom Goethe-Institut Nowosibirsk unterstützt. Sie umfasst fünf Spielfilme, die Wenders zwischen 1970 und 1980 gedreht hat, und die heute allesamt als Klassiker des Autorenfilms gelten. Die Filme „Alice in den Städten“ (1974), „Falsche Bewegung“ (1975) und „Im Lauf der Zeit“ (1976) bilden zusammengenommen eine Road-Movie-Trilogie in deutscher Szenerie. „Paris, Texas“ (1984) hat Wim Wenders mit den Star-Schauspielern Nastassja Kinski und Harry Dean Stanton in Amerika gedreht: der Film zeigt einen stummen Mann, der sich in der texanischen Wüste versucht an seine Vergangenheit zu erinnern. In „Der Himmel über Berlin“, seinem bis heute bekanntester Film aus dem Jahr 1987, inszeniert Wenders auf märchenhafte Weise die Geschichte eines Engels, der sich der Liebe wegen in einen Menschen verwandeln will und zeichnet zugleich ein Breitwandporträt der geteilten Stadt.
 
Programm:

14.12, 19:30           Alice in den Städten, Drama, 1974, 110 Min., 16+
15.12, 19:30           Falsche Bewegung, Drama, 1975, 103 Min., 12+
16.12, 19:30           Im Lauf der Zeit, Drama, 1976, 175 Min., 18+
17.12, 17:00           Paris, Texas, Drama, 1984, 139 Min., 16+
18.12, 17:00           Der Himmer über Berlin, Drama, 1987, 130 Min., 12+
 
Die Eintrittskarten sind an der Kinokasse erhältlich.
 
Wim Wenders © © Donata Wenders, 2005 Wim Wenders © Donata Wenders, 2005
Wim Wenders wurde 1945 in Düsseldorf geboren. Nachdem er im Jahr 1963 die Schule abgeschlossen hatte, studierte er Medizin, Psychologie, Philosophie und Soziologie in München, Freiburg und Düsseldorf. Im Oktober 1966 bewirbt er sich vergeblich um Aufnahme an der Filmschule IDHEC in Paris. Gleichwohl arbeitete sich Wenders in Paris in die Geschichte des Kinos ein. Er wurde zum Dauergast in der Cinémathèque française. Im Jahr 1967 immatrikulierte er sich an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. In den späten sechziger Jahren gab er sein Debüt mit den Kurzfilmen, die vom „New American Underground“ und besonders von den experimentellen Arbeiten Andy Warhols inspiriert waren. Wenders’ erster Spielfilm „Summer in the City“ (1970) war zugleich seine Diplomarbeit. Im Jahr 1971 gründete er gemeinsam mit zwölf anderen Filmemachern den „Filmverlag der Autoren“, der sich, was die Produktion und den Vertrieb neuer deutscher Filme anging, von den großen Studios unabhängig machte. Wenders wurde zu einem führenden Kopf des „Neuen deutschen Films“. Im Jahr 1975 erhielt er seine erste Auszeichnung für „Falsche Bewegung“: Der Film gewann in sechs Kategorien den Deutschen Filmpreis. Es folgten zahlreiche international prämierte Spiel- und Dokumentarfilme, darunter die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes für seinen Film „Paris, Texas“ 1984 und den Preis für die beste Regie für „Der Himmel über Berlin“ im Jahre 1987. Wenders ist zudem zum Ehrendoktor der Universität Sorbonne ernannt worden, Professor an der Berliner Hochschule für Film und Fernsehen, Mitglied der Berliner Akademie der Künste (1984), Präsident der Europäischen Filmakademie (1991-1996), wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.