Testimonial
Liudmila Stayko

Im November 2011 legten unsere Kinder zum ersten Mal die Prüfung „Fit in Deutsch A1“ am Goethe-Institut ab. Seit jener Zeit ist es Tradition geworden am Goethe-Institut getestet zu werden. Wie und warum sind wir aber auf solch eine Idee gekommen? Die deutsche Sprache wird nӓmlich in unserem Gymnasium auf Wunsch der Schüler und ihrer Eltern erweitert beigebracht. Für uns Lehrer war es nicht nur einfach Interesse, sondern auch ein hӧheres Motivationsniveau mit dem Ziel, die deutsche Sprache als ein Instrument zum Erwerb weiterer spezieller Kenntnisse zu haben. Es war auch klar, dass die erfolgreiche Teilnahme an einer im Gemeinsamen europӓischen Referenzrahmen veranstalteten Bewertung nur positive Auswirkungen mitbringt. Und dann trafen wir den Beschluss. Heutzutage bekommen die Eltern unserer Schüler (sie sind immer noch unseren aktiven Helfer!) eine schriftliche Mitteilung, dass ihr Kind alle Chancen hat, die Prüfung erfolgreich bestehen zu kӧnnen. Nach dem elterlichen „Ja“ wird dann kontinuierliche Arbeit fortgesetzt …

Einige Zeit spӓter habe ich als Teilnehmerin an einem Fortbildungskurs am Moskauer humanitӓr-pӓdagogischen Institut die Gelegenheit genutzt, meinen Kollegen zu erzӓhlen, welche Prüfungsteile es gibt, welche Zeit jeder Teil braucht und wie die Einschӓtzungs-Skala aussieht. Wir haben uns auch viel Mühe bei der Auswahl der passenden Vorbereitungslehrwerke gegeben und setzen uns für die Bücher von Johannes Gerbes und Frauke van der Werff „Fit fürs Goethe-Zertifikat“ ein.

Besonders bemerkenswert war unser Besuch beim Goethe-Institut im April vorigen Jahres, weil die meisten unserer Kinder erst elf Jahre alt und ein bisschen ӓngstlich auf die Prüfung gespannt waren. An uns wurden allerlei Fragen gestellt: Würde man sie da im Goethe-Institut nur auf Deutsch ansprechen? Seien die Prüfer freundlich oder streng? Wenn bei einem nicht alles klappe, bekomme er oder sie dann auch in der Schule „ungenügend“? Eine Weile herrschte Aufregung. Nach einigen Minuten standen wir Lehrer jedoch schon alleine, weil die Kinder schnell ihre Klassenrӓume gefunden und mit der Arbeit begonnen haben. Natürlich waren wir auch auf die Ergebnisse und auf die Prüfung selbst ein bisschen gespannt. Desto überraschender war für uns die Frage der ersten mit den Prüfungsaufgaben fertig gewordenen Schülerin, wann wir nochmals kommen würden. Dadurch wurden wir Lehrer ermutigt und entspannter.

Obwohl die Reise auch Anstrengungen kostet, ist es doch unser Wunsch, die Prüfung im Goethe-Institut durchzuführen: weil die Schüler sich dort in die besondere sprachliche Atmosphӓre einleben kӧnnen und sie dabei herzlich empfangen werden. Außerdem wird ihnen eine Kommunikation mit deutschsprechenden „Nicht- Mitschülern“ mӧglich. Kinder mӧgen es, Freundschaften zu schlieβen.

Die Teilnahme an den Prüfungen bringt den jungen Deutschlernenden Selbstsicherheit, erweckt ein steigendes Interesse für alles, was mit dem Land verbunden ist. Die Schulstunde wird dadurch auch effektiver. Wӓhrend der Vorbereitung auf die Fit-Prüfungen werden aktive sprachliche Kompetenzen entwickelt und die Deutschkenntnisse kräftigen sich. Von besonderer Bedeutung ist unserer Meinung nach die Erweiterung des Wortschatzes. So versuchen wir in den Vorbereitungslehrwerken kein Wort zu übersehen, welches in der Prüfung wichtig (wenn nicht obligatorisch) sein kann. Die Schulstunden und die darauffolgende Prüfung beim Goethe-Institut sind dadurch aufs Engste verbunden.

Wir bedanken uns besonders bei unseren Koordinationspartnern für ihre freundliche und aktive Mithilfe.