Unsere Lesetipps

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Das Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ ist ganz sicher einer der bekanntesten Kinder-und Jugendbücher in Deutschland.

Kaum zu glauben, aber schon ich habe dieses Buch als Kind mit Begeisterung gelesen. Und selbstverständlich habe ich es auch meinen Kindern vorgelesen und ich bin ganz sicher, dass auch meine Kinder es ihren Kindern vorlesen werden, wenn sie mal welche haben.

Was ist dran an diesem Buch, dass es über so viele Jahre hinweg immer noch so viele Kinder begeistert? Und das in so vielen verschiedenen Ländern der Welt? So in Japan, den USA und Portugal. Dass es von ihm Hörbücher, Puppentheateraufführungen, Filme gibt? Jetzt die Verfilmung, die gerade in den Moskauer Kinos angelaufen ist?

© Buchhandel.de © Buchhandel.de Ganz sicher sind es diese fantastischen Abenteuer, die die beiden Freunde Jim und Lukas gemeinsam bestehen müssen. Ihre Freundschaft hilft ihnen dabei, die schwierigsten Aufgaben zu bewältigen. Sie reisen durch die unterschiedlichsten Welten, durch Wüsten, über die Berge und über das Meer. Sie haben einen Auftrag zu erledigen: Die Befreiung der Prinzessin Li Si, die von Seeräubern entführt wurde. Und es gilt ein Geheimnis zu lösen: Das Geheimnis von Jims Herkunft. Unterwegs treffen sie auf die unterschiedlichsten Menschen und Tiere. Diese sind oft mit ganz besonderen – manchmal furchterregenden Eigenheiten - ausgestattet. Aber mit Mut und Offenheit gegenüber dem zunächst Angsteinflößenden schließen sie schnell neue Freundschaften, bekommen große Unterstützung und lösen am Ende ihre Aufgaben.

Ein zeitloses, spannendes, berührendes Kinderbuch, das zudem heute – wo an vielen Orten Menschen, die „anders“ sind mit Ablehnung begegnet wird – noch besonders aktuell ist.


Absolute Empfehlung!

Regina Anhut-Frahm
Leiterin Information
Region Osteuropa und Zentralasien
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR in 1991 emigrierten mehr als zwei Millionen sogenannter „Russlanddeutsche“ in die Bundesrepublik. Deren Vorfahren waren einst im 18. Jahrhundert auf Einladung von Katharina der Großen an die Ufer der Wolga ausgesiedelt.

Dieses und mehr kann man im „Handbuch des Russischen in Deutschland“ lernen.

Handbuch des Russischen in Deutschland : Migration - Mehrsprachigkeit - Spracherwerb © Frank & Timme, Verlag für wissenschaftliche Literatur
Die Autoren aus Deutschland, Finnland, Russland, der Ukraine und Weißrussland gewähren auf mehr als 800 Seiten informative Einblicke in das bewegte Deutsch-Russische Verhältnis.

Mit ihrem interdisziplinären Ansatz schaffen es die Herausgeber ein vieldimensionales Bild der weitverzweigten Beziehungen zu zeichnen.

Durch Migration, Literatur und geteilte Historie ist über die Jahrhunderte ein „russisches Deutschland“ entstanden, was vor allem dadurch ersichtlich wird, dass mehr als 4 Millionen Menschen in Deutschland Russisch sprechen. 

Der Fokus des Buches liegt vor allem auf der Russischen Sprache, womit das „Handbuch des Russischen in Deutschland“ vor allem für Lehrende an Schulen und Hochschulen, Studierende der Fächer Germanistik und Slawistik, und alle die sich für Bildungspolitik und Soziolinguistik interessieren, empfehlenswert ist. 

Kapitel wie „Deutsche und Russische Stereotype im Vergleich“, „Das Schulwesen in der Russischen Föderation“ und „Zur Geschichte der Russlanddeutschen“ machen dieses Buch aber auch zu einer vortrefflichen Lektüre für alle, die sich generell für das Deutsch-Russische Verhältnis interessieren. 

Handbuch des Russischen in Deutschland : Migration - Mehrsprachigkeit - Spracherwerb in unserem Bibliothekskatalog
Es dauerte 5 Jahre bis Daniel Kehlmann diesen Roman beendete. Der Erwartungsdruck war hoch. Nach seinem großen Erfolg mit dem Roman „Die Vermessung der Welt“ haben Literaturkritiker und Lesepublikum sein literarisches Schaffen aufmerksam beobachtet. Kehlmann reiste viel, gab Interviews und traf sich mit Lesern. Er zog nach New York und gab Vorlesungen an einer New Yorker Universität. Über das renommierte Stipendium "The Dorothy and Lewis B. Cullman Center for Scholars and Writers" erhielt er ein eigenes Büro an der New York Public Library. Hier begann er, sich mit der Zeit des 30 jährigen Krieges zu beschäftigen und las viel über diese Epoche, ihre philosophischen und religiösen Hintergründe, sowie viele weitere Titel über Kriege und Gewalt allgemein.

Nun ist neue Roman erschienen. Bei „Tyll“ handelt es sich nicht um ein Buch über den berühmten Till Eulenspiegel, sondern es ist ein Werk über den 30 jährigen Krieg, dargestellt mit all seiner Erbarmungslosigkeit, seinen Verwüstungen und Verheerungen - in Kehlmanns Roman gesehen mit den Augen eines Hofnarrs und Spielmanns. 

Im Buch lassen sich zahlreiche Referenzen zu Werken der deutschsprachigen Literatur wie z.B. von Grimmelshausen, Döblin, Brecht oder Grass entdecken. Der Roman ist zwar sprachlich anspruchsvoll, aber auch spannend zu lesen.

Kehlmann selbst sagte über dieses Werk: „Die Beschäftigung mit dem Dreißigjährigen Krieg hatte etwas Beruhigendes für mich. Weil ich das Gefühl hatte, wie schlimm es auch immer wird, so schlimm wie im 17. Jahrhundert ist es noch nicht“. Sich mit dieser Einschätzung auseinanderzusetzen, ihr zuzustimmen oder sie gedanklich abzulehnen - hierzu lädt „Tyll“ während seiner Lektüre ein.

Iwan Uspenskij

„Tyll“ von Daniel Kehlmann in unserem Bibliothekskatalog

Über den Roman „Tyll“:

www.zdf.de/kultur
 
www.perlentaucher.de

www.zeit.de/roman

www.zeit.de/interview

www.spiegel.de/kultur/literatur
C.H. Beck Verlag, München, 2018

Gerhart Hauptmann und Thomas Mann – was für ein Zusammentreffen von Namen! Es ist bekannt, dass Thomas Mann sich große Sorgen darüber machte, dass er von den beiden nicht der „Haupt“ war; er ärgerte sich sehr über das Wort „Haupt“ im Namen seines Kollegen.

Gerhart Hauptmann erhielt den Nobelpreis im Jahr 1912, Thomas Mann – erst 1929. Zwischen diesen Daten liegen der Erste Weltkrieg, die Revolutionen in Russland, die Weimarer Republik und eine Vielzahl verschiedener historischer Ereignisse, die für ein ganzes Menschenleben ausreichen könnten. Und auch nach 1929 wurde es nicht ruhiger.

Buchumschlag Wiesenstein In die Villa Wiesenstein in Niederschlesien zog Hauptmann 1901 mit seiner zukünftigen zweiten Ehefrau Margarete Marschalk und lebte dort bis zu seinem Tod im Juni 1946. In der Villa Wiesenstein in Schlesien, an einem der blutigsten und tragischsten Orte des Endes des Zweiten Weltkriegs, von wo aus die neue polnische Regierung ihn zusammen mit anderen Deutschen vertreiben wollte. Vertreiben, ihn, den alten und sterbenden Hauptmann.
 
Sein vorheriges Buch „Königsallee“ schrieb Hans Pleschinski über Thomas Mann. Während er das Material für „Königsallee“ sammelte, begann Pleschinski, sich für Gerhart Hauptmann zu interessieren. Als Ergebnis ist dieser großartige Roman „Wiesenstein“ entstanden, eine sehr qualitätsvolle Lektüre über den Schriftsteller, über die letzten Jahre seines Lebens.

Man sollte womöglich zuerst mit „Wiesenstein“ beginnen und dann „Königsallee“ lesen, aber beide Werke sind sehr lesenswert. 

Iwan Uspenskij

 „Wiesenstein“ von Hans Pleschinski in unserem Bibliothekskatalog