Vortrag | Diskussion Neue Väter

Mann sein © Goethe-Institut

Do, 26.09.2019

Dostojewski-Bibliothek Moskau

Tschistoprudnyj Boulvard 23
Metro: Tschistye prudy, Turgenewskaja
101000 Moskau

Anmeldung
Die Diskussionsreihe zu Maskulinität „Mann sein“, die von dem Goethe-Institut Moskau und der Heinrich-Böll-Stiftung organisiert wird, beginnt am 26. September in der Dostojewski-Bibliothek mit dem Thema „Neue Väter“. Thomas Gesterkamp, ​​deutscher Politikwissenschaftler und Journalist, und Alexander Kuklin, Moderator der Papa-Gruppen in Tscherepowez, erzählen in ihren Vorträgen, wie sich die Rolle des Vaters in Deutschland und Russland verändert, was als neue Norm bezeichnet werden kann, wer sind die „neuen Väter“. Der Moderator Alexander Borsenko, Chefredakteur des Bildungsprojekts „Arzamas“ und Co-Moderator des Podcasts „Sperva rodi“, diskutiert mit den Experten, wie sich die Einstellung heutiger Männer zu Erziehung ändert und wie sie sich selbst dadurch verändern. Sie erörtern, wo die Zweifel und Sorgen heutiger Väter liegen und wie man mit ihnen umgeht, welche Formen der Unterstützung es gibt und welche sind besonders gefragt.

Aus dem Vortrag von Thomas Gesterkamp „Väter zwischen Beruf und Familie“
 
Männer stehen derzeit vor dem Problem, eine neue Identität für sich zu finden, weil zumindest Teile ihrer alten Rollen nicht mehr erwünscht sind. Das betrifft ihre Funktion als Beschützer und Bestimmer, vor allem aber die als finanzieller Versorger. Häufiger als früher sind sie mit prekärer Erwerbsarbeit oder gar Erwerbslosigkeit konfrontiert, und oft sind Frauen besser ausgebildet für die Dienstleistungsökonomie. Historisch wichtige Aufgaben wie die des Ernährers, des Soldaten oder Welterklärers werden im 21. Jahrhundert durch die des fürsorglichen Mannes ergänzt. Die „neuen Väter”, aber auch Männer, die ihre Angehörigen pflegen, sind Ausdruck dieses kulturellen Wandels. Es handelt sich dabei vorwiegend um eine Suchbewegung der Mittelschicht, die neben der „Hauptsache Arbeit” auch andere Lebensbereiche integrieren will. In anderen sozialen Milieus führt die „Krise der Kerle” dagegen zu Verunsicherung, die sich in dem Wunsch nach Rückkehr zu festgelegten Geschlechterrollen oder gar in antifeministischem „Maskulinismus” ausdrückt.
 
Referenten:
Dr. Thomas Gesterkamp ist Politikwissenschaftler, Journalist und Buchautor mit Schwerpunkt auf gender- und männerpolitische Themen
Alexander Kuklin, Moderator der Papa-Gruppen in Tscherepowez, Leiter des Ressourcenzentrums von NGOs

Moderator: Alexander Borsenko, Chefredakteur des Bildungsprojekts Arzamas und Co-Moderator des Podcasts Co-Autor des Podcasts „Krieg dein Baby zuerst“ («Сперва роди») auf meduza.io
 
Partner: Heinrich-Böll-Stiftung, Dostojewski-Bibliothek, Colta.ru, Moscow School for Social and Economical Sciences (Schaninka), Moskau

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