Nowosibirsk, Krasnojarsk | Autorenresidenz Literarische Leuchttürme: Matthias Nawrat in Sibirien

Matthias Nawrat © Sebastian Hänel

Mo, 12.09.2016 -
So, 09.10.2016

Goethe-Institut Nowosibirsk

ul. Maxima Gorkogo, 42
630099 Nowosibirsk

Im Rahmen des Regionalprojekts „Literarische Leuchttürme“ ist der Berliner Schriftsteller Matthias Nawrat ab dem 12. September für vier Wochen zu Gast in Sibirien.

Auf dem Programm seiner Autorenresidenz stehen Lesungen mit anschließenden Diskussionen in Nowosibirsk und Krasnojarsk, ein Übersetzungsworkshop an der Nowosibirsker Staatlichen Universität und verschiedene Autorentreffen. 
 
In einem Blog zum Projekt (Deutsche Version, Russische Version) wird Nawrat seine Reiseerlebnisse schildern. Dort ist es auch möglich, mit dem Autor in Kontakt zu treten.
 
Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, siedelte als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Bamberg um. Er studierte in Freiburg und Heidelberg Biologie, danach am Schweizer Literaturinstitut in Biel. Seit 2004 veröffentlichte er zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitschriften. Für seinen Debütroman «Wir zwei allein» (2012) erhielt er u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Sein Roman „Unternehmer“ (2014) wurde euphorisch besprochen und für den Deutschen Buchpreis nominiert und mit dem Kelag-Preis und dem Bayern 2-Wortspiele-Preis ausgezeichnet. Matthias Nawrat lebt in Berlin.

Nawrat, Opa Jurek-Cover © rowohlt Sein dritter Roman «Die vielen Tode unseres Opas Jurek» (2015) brachte Nawrat den Förderpreis des Bremer Literaturpreises sowie die Alfred Döblin-Medaille ein. Diese herzzerreißend traurige und zugleich schaurig-komische Familiengeschichte verbindet Alltag und Politik, Straßenwitz und Kriegserfahrung. Autobiographisches und Fiktion wirken in diesem Roman stärker nach als es einer romanhafte Biographie möglich wäre: Nawrat erzählt den Schelmenroman eines polnischen Großvaters, der die Gräuel des Krieges und des Totalitarismus mildern und zugleich seine eigene Heldenrolle in dieser Zeit beschönigen will: Seine Geschichten sollen Geschichte werden.
 
„Noch nie ist es einem Autor gelungen, die neuere Geschichte Polens derart klug in einer Mischform aus Witz und Tragik erzählerisch zu verdichten. Gerade in der Gratwanderung gewinnt dieses großartige Buch seine volle verstörende Kraft.“ / Tomasz Kurianowicz, Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
„Den Lesern, die Matthias Nawrat auf einen faszinierenden Streifzug durch das Polen des 20. Jahrhunderts mitnimmt, verschafft der besondere Humor ungewöhnliche Leseerlebnisse – bei denen einem das Lachen oft im Halse steckenbleibt.“ / Stephanie Rupp, Nürnberger Zeitung

Veranstaltungsprogramm:
 
16. September, 18:00 – Teilnahme am ersten Literarischen Festival „Das neue Buch“. Nowosibirsk, Zentralpark. Eintritt ist frei.
 
19. September, 19:00 – Autorentreffen in der Nowosibirsker Gebietsbibliothek. Nowosibirsk, ul. Sowetskaja 6, Konferenzsaal. Eintritt ist frei.
 
22. September, 18:30 – Autorenlesung mit anschließender Diskussion in der Buchhandlung „Kapital“. Die russische Übersetzung liest Wladimir Lemeschonok (Theater „Krasnji fakel“) vor. Nowosibirsk, ul. Maxima Gorkogo 78. Eintritt ist frei.
 
27. September, 19:00 – Autorenlesung mit anschließender Diskussion Diskussion in der Buchhandlung „Baken“. Krasnojarsk, pr. Mira 115-а. Eintritt ist frei.
 
5. Oktober, 11:00-17:00 – Übersetzungsworkshop an der Nowosibirsker Staatlichen Universität. Nowosibirsk, ul. Pirogowa 1. Teilnahme gegen Anmeldung.
 
Das dreijährige Regionalprojekt „Literarische Leuchttürme“ fördert den Austausch zwischen Autoren aus Deutschland und Ländern der Region OEZA und soll deutschsprachige Gegenwartsautoren in Russland, Usbekistan, Ukraine, Belarus, Kasachstan und Georgien bekannter machen. Geplant sind Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen, gemeinsame Lesungen mit den Autoren des Gastlandes sowie Treffen mit Verlegern, Übersetzern und Journalisten.  
 

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