Präsentation der russischen Übersetzung "Nobodaddy’s Kinder" von Arno Schmidt

© Ivan-Limbach-Verlag

Do, 21.12.2017

Bibliothek des Goethe-Instituts St. Petersburg

Nab. Reki Moiki 58
1. Etage
190000 St. Petersburg

Die Autorin der ersten russischen Übersetzung Arno Schmidts Trilogie „Nobodaddy’s Kinder“, Tatjana Baskakova, präsentiert das Werk und erzählt über die Prosawerke eines der bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit.
 
Arno Schmidt (1914 - 1979), Intellektueller und Außenseiter, war ein bahnbrechender Stilist und Entwickler neuer Prosaformen und Narrationen, ohne dabei die deutsche literarische Tradition außer Acht zu lassen. 1951 erschienen in einem Band die beiden ersten Romane „Brand’s Haide“ und „Schwarze Spiegel“, 1953 ein dritter: „Aus dem Leben eines Fauns“. Seit 1963 werden diese drei Werke in einem Band als die Trilogie „Nobodaddy’s Kinder“ publiziert.
 
Die Handlung spielt in der Lüneburger Heide, nördlich von Hamburg. Hier, im Städtchen Bomlitz am Fluss Warnau, wurden Arno Schmidt und seine Frau in einem Haus zusammen mit 50 anderen Flüchtlingen ansässig, als Schmidt 1946 aus der englischen Gefangenschaft zurückkehrte. Egal wer der Protagonist in seinen Werken auch sein mag – ein Schriftsteller, der sein Leben in der Nachkriegswelt von neu anfängt („Brand’s Haide“), der einzige Überlebende nach dem Atomkrieg („Schwarze Spiegel“) oder ein Beamter im Dritten Reich („Aus dem Leben eines Fauns“) – immer spricht er den Leser mit der Genauigkeit und Tragik des Augenzeugen Arno Schmidt an. Und die Lüneburger Heide wird zur „Weltbühne, wo alle Dramen des 20. Jahrhunderts spielen“, so Hans Wollschläger.
 
Tatjana Baskakova, geboren 1957, ist Historikerin, Ägyptologin und Übersetzerin aus dem Deutschen, Französischen und Italienischen. Baskakova war über mehrere Jahre Mitredakteurin der Zeitschrift „Inostrannaja Literatura“. Sie übersetzte Werke von Walter Benjamin, Robert Walser, Alfred Döblin, Elfriede Jelinek, Christian Kracht, Paul Celan und Hans Henny Jahnn ins Russische. Baskakova erhielt den Andrej-Belyj-Preis für das Buch „Paul Celan. Gedichte. Prosa. Briefe“, den Shukovski-Preis für die Förderung der deutschsprachigen Literatur in Russland und den deutschen Übersetzerpreis für die Übersetzung des ersten Teils der Trilogie „Fluß ohne Ufer. Das Holzschiff“ von Hans Henny Jahnn.

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