Ausstellung New Elements

Ralf Baecker. Softmachine, 2021 © Ralf Baecker

Do, 18.11.2021 -
So, 27.02.2022

10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Westflügel der Neuen Tretjakow-Galerie

Die Ausstellung lädt dazu ein, die Welt wie einen analogen Computer zu betrachten und stellt 12 Werke von Kunstschaffenden verschiedener Länder vor, die zeigen, wie sich die Diskrepanz zwischen Computerdaten und der Welt überbrücken lässt.

Organisiert wird das Projekt von der LABORATORIA Art & Science Foundation, dem ersten nichtkommerziellen Forschungszentrum in Russland, das es sich zum Ziel gesetzt hat, eine Plattform für interdisziplinären Austausch in Gegenwartskunst, Wissenschaft und Technologie zu schaffen.

Darja Parchomenko und Dietmar Offenhuber: „Die Vorstellung, dass digitale Informationen abstrakt sind und außerhalb der physischen Welt existieren, ist ein gefährlicher Mythos. Denn diese Technologien sind schon lange in alle Aspekte unseres Lebens eingedrungen, und ihre materielle Natur und die Folgen dieses Eindringens üben einen großen Einfluss auf uns aus. Die im Rahmen der Ausstellung „New Elements“ gezeigten Werke holen digitale Daten in die Realität zurück und zeigen, wie alles um uns herum in Wechselwirkung steht.“

Die Ausstellung besteht aus drei Teilen: „Autografische Messungen“, „Aus der Natur heraus berechnet“ und „Digitale Körperlichkeit“. In ihnen werden künstlerische Herangehensweisen zusammengeführt, die sich auf die materiellen Aspekte von Informationen und Berechnungen verschiedenster Ausprägungen beziehen: im natürlichen Umfeld, in technologischen Systemen oder in den Strukturen neuronaler Netze.

Alles, was in der Atmosphäre, im Erdreich oder Wasser vor sich geht, hinterlässt auf unzählige verschiedene Weisen Spuren. Und diese autografischen Prozesse sind nicht durch die Welt der Natur begrenzt. Sie verstecken sich auch in einer nicht greifbaren Welt digitaler Informationen, wobei sie sich zeitweilig in Form von Störimpulsen (Unregelmäßigkeiten, Fehlern) und Ausfällen zeigen, die uns einen Einblick in die materiellen Tiefen der digitalen Welt ermöglichen. Und sie hinterlassen physische Spuren, nach denen sich ein Bild des Geschehens zusammensetzen lässt.

Neuronale Netze und andere komplizierte digitale Systeme weisen ihrerseits in ihrer Undurchsichtigkeit und Unerreichbarkeit Analogien zu Naturphänomenen auf. An künstlicher Intelligenz Forschende fixieren, genau wie die Naturalist*innen des XVIII. Jahrhunderts, das Verhalten dieser Systeme und Netze und untersuchen diese.

Die Arbeit der Kunstschaffenden in diesem Bereich berührt eine Vielzahl ethischer, sozialer und politischer Fragen: von einer globalen ökologischen Krise, die mit der Klimaerwärmung auf dem ganzen Planeten einhergeht, bis hin zum Einsatz von Blockchain-Technologien für die Energiegewinnung.

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